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Radio Hamburg

Billig vor teuer

Billig-Reifen überraschen im ADAC-Winterreifentest

München, 07.11.2017
Auto beim ADAC-Winterreifenfest

Preise vergleichen lohnt sich dieses Jahr beim Kauf von Winterreifen besonders.

Große Überraschung im jährlichen ADAC-Winterreifentest: Teure Premiummarken haben nicht automatisch die besseren Winterreifen im Angebot.

Alle Jahre wieder von O bis O ziehen die Deutschen die Winterreifen auf die Felgen. Von Oktober bis Ostern ist Winterreifenzeit für Millionen von Autofahrern und passend dazu testet der ADAC alljährlich die aktuellsten Winterreifen. In diesem Jahr mit überraschenden Ergebnissen, denn teuer ist nicht gleich gut. Vor allem die Zweitmarken der großen Premiumanbieter schneiden im Test gut ab und liegen sogar noch oft vor den teureren Konkurrenzmodellen.

Zeitmarken überholen Hauptmarken

Dass billig nicht gleich schlecht bedeutet, zeigen die ADAC-Tests seit Jahren. In diesem Jahr liegen die preisgünstigen Zweitmarken deutlich vor den teuren Hauptmarken aus demselben Herstellerkonzern. Der von Goodyear entwickelte ESA+ TECAR Super Grip in der Dimension 195/65 R15 (Golfklasse) erreicht unter 16 getesteten Reifenmodellen mit einem soliden "gut" den zweiten Platz. Das Markenprodukt Goodyear UltraGrip 9 hingegen landet mit einem "befriedigend" drei Plätze dahinter. Noch krasser fällt die Paarung Kleber - Michelin aus: Das Zweitprodukt (Kleber Krisalp HP3) erzielt mit einem "gut" den dritten Platz in der Wertung, der Premiumreifen (Michelin Alpin 5) vom selben Hersteller dagegen nur Platz zwölf ("befriedigend").

ADAC Winterreifentest 2017 Grafik 1
ADAC Winterreifentest 2017 Grafik 2
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Verschleiß und Verbrauch beachten

Auch bei Verschleiß und Verbrauch lohnt sich für den Käufer der Blick auf den richtigen Reifen. In beiden Kategorien gab es bei der untersuchten SUV-Reifendimension (215/65 R16) große Leistungsunterschiede. Um den Verschleiß zu testen, wird im Test jeder Reifentyp mehrere Tausend Kilometer auf der Straße oder auf dem Prüfstand gefahren und die Laufleistung auf das gesetzliche Mindestprofil von 1,6 Millimetern heruntergerechnet. Dabei erreicht der Avon WV7 eine Laufleistung von 28.000 Kilometern, der Michelin Alpin 5 mit 61.000 Kilometern mehr als doppelt so viel. Die Spritmessungen finden bei 100-km/h-Konstantfahrten mit einer ADAC Verbrauchsmessanlage auf einer zwei Kilometer langen Oval-Strecke mit Steilkurven statt. Nach je fünf Messfahrten in zwei Durchgängen steht der gemittelte Verbrauch fest. Zwischen dem besten (Goodyear) und schlechtesten Reifen (Pirelli) liegen acht Prozent oder 0,5 Liter pro 100 Kilometer.

ADAC Winterreifentest 2017 Grafik 3
ADAC Winterreifentest 2017 Grafik 4

Preise vergleichen lohnt sich dieses Jahr besonders

"Wir empfehlen den Autofahrern schon immer, Preise für den gewählten Reifen bei mehreren Händlern zu vergleichen. Diesmal lohnt aber zusätzlich ein Blick auf Einzelkategorien. Ein etwas höherer Anschaffungspreis kann oft durch niedrige Verbrauchs- und Verschleißkosten kompensiert werden. Mit unserem diesjährigen Winterreifentest lässt sich also doppelt sparen", erklärt Dr. Reinhard Kolke, Leiter des ADAC Technikzentrums.

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