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Radio Hamburg

Stiftung Warentest

So gut sind Türschlösser

Hamburg, 30.10.2017
Einbrecher an der Tür

Sichere Türschlösser halten den Einbrecher deutlich länger ab - meist verliert er dann das Interesse.

Je länger sie dem Einbrecher standhalten, desto schneller gibt er auf: Türschlösser. Von 12 Türschlössern überzeugten nur sechs, vier waren mangelhaft.

Herbstzeit ist Einbruchszeit. Das klingt so banal, trotzdem ist es wahr. Sogar die Hamburger Polizei hat dafür extra die Soko "Castle" ins Leben gerufen, um Diebe und Einbrecher zu schnappen. Grundlegendes könnt ihr aber auch tun, um euer Zuhause besser zu schützen und es den Einbrechern besonders schwer zu machen. Gerade in Mehrfamilienhäusern dreht sich da alles ums Türschloss.

Stiftung Warentest hat 12 von ihnen unter die Lupe genommen, allein die Hälfte überzeugte.

Stiftung Warentest dazu: " Im Test waren zwölf Profilzylinder für Preise zwischen 14 und 92 Euro, fünf bieten Bohr- und Zieh­schutz, sieben nur Bohr­schutz. Sechs Modelle wehrten sich erfolg­reich gegen die Einbruch­versuche, für die nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung steht. Die schlechteren waren hingegen schnell zerstört und dann einfach zu öffnen. Vier Schließ­zylinder schützen nur mangelhaft vor Einbruch­versuchen.

Die Tester empfehlen Tür­schlösser mit Bohr- und Zieh­schutz. Deren Schließ­zylinder lassen sich nicht aufbohren und auch nicht mithilfe einer einge­drehten Schraube heraus­ziehen. Zwei Produkte von Dom und von Kaba für 77 bzw. 92 Euro über­zeugten im Test. Wer sich für einen Zylinder entscheidet, der nur Bohr­schutz bietet, sollte den Zieh­schutz über einen damit ausgestatteten Türschild nach­rüsten."

Grundsätzlich bemängeln die Tester, dass es für uns Normalsterbliche sehr schwierig ist, im Geschäft, einen guten und widerstandsfähigen Zylinder von einem weniger funktionellen zu unterscheiden. Oft sind die Angaben gar nicht auf die Verpackung gedruckt.

Zusätzlich empfiehlt Stiftung Warentest auch die Verwendung von Querriegelschlössern, die über die ganze Tür gehen. Dafür fallen Kosten ca. in Höhe von 240 Euro an.

Anti-Einbruch-Tipps

So schützt Ihr Euer Zuhause

  • Türen: Auch wenn Ihr Haus oder Wohnung nur kurzzeitig verlasst: Zieht die Tür nicht nur ins Schloss, sondern schließt sie auch immer zweifach ab. Ansonsten kann auch ein Ungeübter schon mit einer normalen EC- oder Kredit-Karte Zutritt zu Eurem Zuhause bekommen.

  • Versteckt Euren Haus- oder Wohnungsschlüssel niemals draußen. Einbrecher kennen jedes Versteck.

  • Wenn Euch der Schlüssel abhanden gekommen ist, wechselt umgehend den Schließzylinder aus. Am besten dann ein Schlüssel- und Schlosssystem kaufen, das registrierte Schlüssel hat. So ist ein eventueller Diebstahl der Schlüssel nachzuverfolgen, wenn sie wieder auftauchen.

  • Lasst bitte bei einer Tür mit Glasfüllung den Schlüssel niemals innen stecken. Schnell kann die Tür eingeschlagen und der Schlüssel abgezogen werden.

  • Nachrüsten lohnt sich oder wenn Ihr gerade eine neue Haustür kaufen wollt, dann denkt unbedingt an einen Türspion und eine Türkette. Für einen guten Spion zahlt Ihr ca. 20 Euro, einen massive Kette kostet ca. 30 Euro. Somit wisst Ihr immer, was Euch vor Eurer Haustür erwartet.

  • Fenster: Vorsicht! Gekippte Fenster sind offene Fenster und von Einbrechern leicht zu öffnen. Ein Einbrecher öffnet ein handelsübliches Fenster in ca. 10 Sekunden. Ein Zusatzschloss mit Verriegelungspunkten lohnt sich auf alle Fälle. Es ist beim Ankippen immer noch mit dem Rahmen verbunden und standhaft gegen Druck- und Aufhebelungsversuche. Kosten: ca.30-50 Euro.

  • Rollläden sollten zur Nachtzeit und keinesfalls tagsüber geschlossen werden, damit sie nicht sofort Eure Abwesenheit signalisieren. Empfehlenswert sind in jedem Falle geprüfte einbruchhemmende Rollläden der Widerstandsklasse 2. Ansonsten könnt Ihr auch Zusatzsicherungen wie bei einem Fenster nachträglich einbauen, um das Hochschieben zu vereiteln.

  • Wertsachen : Sollte es der Einbrecher dann doch in Euer Zuhause geschafft haben, sichert vorsorglich Eure wertvollen Sachen. Lasst sie nicht offen herumliegen, sondern bewahrt diese in einem Tresor auf. Die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle ist ein guter Anlaufpunkt, um zu erfahren, was man braucht und was einfach Geldschneiderei wäre. In Hamburg findet Ihr diese in der Caffamacherreihe 4.
     

  • Wertsachen : Wichtige Dokumente, die Ihr nur selten in Gebrauch habt (Kaufverträge, Testament) sollten nicht zu Hause aufbewahrt werden. Die gehören z.B in ein Bankschließfach (ca. 80 Euro Jahresmiete, variiert von Bank zu Bank) oder können auch beim Notar oder Anwalt verwahrt werden.

  • Auto, Motorrad, Fahrrad : Für alle gilt, dass Ihr unbedingt immer den Schlüssel abziehen müsst, bei den beiden Erstgenannten auch immer das Lenkradschloss einrasten lassen. Nie Wertsachen im Auto liegen lassen. Euer Fahrrad kennzeichnet Ihr am besten am Rahmen und ladet Euch gleich hier den Fahrradpass runter. Da schreibt Ihr die Rahmennummer und die individuellen Merkmale Eures Fahrrads rein. Im Schadensfall ermöglicht der Fahrradpass so eine rasche und zielgerichtete Fahndung durch die Polizei.

(aba)

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