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Radio Hamburg

Sonnenschutz im Test

Was man beim Bad in der Sonne beachten muss

Hamburg, 25.06.2015
Sonnenschutz, Bräunen, Sonnencreme, Urlaub

Sonnenschutz muss nicht teuer sein! Aber egal, ob preiswert oder teuer gilt es bei der Nutzung von Sonnencreme einiges zu beachten.

Guter Sonnenschutz muss laut Stiftung Warentest nicht teuer sein. Einige Regeln gilt es beim erholsamen Sonnenbad jedoch immer zu beachten.

Momentan lässt der Sommer zwischen Alster und Elbe zwar noch etwas auf sich warten, spätestens in der kommenden Woche soll uns die Sonne dann aber auch in der Hansestadt voll verwöhnen. Zeit also in der Mittagspause, nach Feierabend oder am Wochenende am See, im Freibad oder an der Elbe an der perfekten Sommerbräune zu arbeiten. Da sich der Sommer in diesem Jahr im Norden allerdings - im wahrsten Sinne des Wortes - doch etwas bedeckt gehalten hat, ist ausreichender Sonnenschutz für die noch ungebräunte Haut beim ersten längeren Sonnenbad unablässlich, um einen starken Sonnenbrand zu vermeiden. Wir haben für Euch die wichtigsten Tipps im Umgang mit Sonnencreme zusammengefasst und verraten Euch, worauf Ihr beim Bräunen von Haut und Haaren achten müsst.

Sonnencremes im Test

Guter und ausreichender Sonnenschutz muss im Übrigen überhaupt nicht teuer sein. Im Juli hat die Stiftung Warentest insgesamt 19 Sonnenschutzmittel mit den Sonnenschutzfaktoren 30 und 50 untersucht. Die gute Nachricht: Die meisten der geprüften Sonnenschützer bieten einen guten Schutz vor den gefährlichen ultravioletten Strahlen und halten die Haut feucht. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Spray, eine Lotion oder die traditionelle Sonnenmilch aus der Tube handelt. Lediglich zwei Produkte schneiden "Mangelhaft" ab, zwei erreichen die Note "Befriedigend". Allerdings lohnt es sich die Preise zu vergleichen, denn die Preise reichen von der Sonnencreme vom Discounter für 1,16 Euro bis zur hochwertigen Sonnenmilch aus dem Reformhaus für knapp 20 Euro.

So schnitten beispielsweise die beiden vergleichsweise teuren Produkte von "Eco" und "Tiroler Nussöl" für 19,90 und 15,30 Euro pro 100 Milliliter im Test "mangelhaft" ab. So erreichte die Eco-Sonnenlotion nicht den geforderten UVA-Schutz. Das Tiroler Nussöl fiel dagegen im Keimbelastungstest durch. Dabei wird getestet, wie gut das Produkt mit Keimen fertig wird, die von außen in die Flasche gelangen können. Den ganzen Test gibt es auf der Homepage der Stiftung Warentest.

Die wichtigsten Tipps im Umgang mit Sonnencreme

Eigentlich jeder kennt und benutzt Sonnencreme - Sonnenbrände haben viele danach aber trotzdem. Das kann gefährlich sein, da die UVA- und UVB-Strahlen im Sonnenlicht die Haut schneller altern und Falten entstehen lassen sowie die Bildung von Hautkrebs begünstigen können. Der richtige Umgang mit Sonnencremes, -lotions, und -sprays will also gelernt sein, damit man am nächsten Tag nicht rot statt braun aufwacht.

Der richtige Umgang mit Sonnencreme

Tipps für die erwachsene Haut

  • Hauttyp beachten

    Sonnenanbeter müssen bei der Auswahl der Sonnencreme auf ihren Hauttyp achten, da jede Art von Haut einen anderen Schutz benötigt. Hautärzte unterscheiden sechs Hauttypen, die man bei einem Arztbesuch ganz einfach bestimmen lassen kann:

    • Typ 1 (keltischer Typ) und 2 (nordischer Typ) haben helle bis sehr helle Haut und holen sich ungeschützt innerhalb von Minuten einen Sonnenbrand. Zu erkennen sind sie am blonden/ braun-blonden Haar, hellen Augen und Sommersprossen. Sie sollten nicht länger als 10 bis 20 Minuten ohne Schutz in der Sonne bleiben.
    • Typ 3 (Mischtyp) hat eine mittlere Hautfarbe, dunkelbraunes oder dunkelblondes Haar und braune/ grüne oder graue Augen. Sommersprossen hat dieser Hauttyp nicht. Mehr als 30 Minuten sollte aber auch dieser Typ nicht in der Sonne verbringen
    • Typ 4 (Mediterraner Typ) hat eine bräunliche oder olivfarbene Haut, braune Augen, braunes oder schwarzes Haar und keine Sommersprossen. Der Typ kann etwa 45 Minuten ohne Sonnenschutz draußen bleiben.
    • Typ 5 (Dunkler Typ) hat eine dunkle bis hellbraune Haut, schwarze Augen und schwarzes Haar und keine Sommersprossen. Seine Eigenschutzzeit liegt bei etwa 90 Minuten. 
    • Typ 6 (Schwarzer Typ) hat eine dunkelbraune bis schwarze Haut, schwarze Augen und schwarzes Haar und ebenfalls keine Sommersprossen. Die Schutzzeit ohne Sonnencreme liegt ebenfalls bei etwa 90 Minuten.
  • Das müsst Ihr beim Auftragen beachten

    • Unbedingt die Creme, Milch, Lotion oder das Spray großflächig und vor allem großzügig auftragen.
    • Den Schutz während des Sonnenbades regelmäßig erneuern. Gerade nach dem Baden oder nach starkem Schwitzen wird diese Regel gerne vergessen. Es gilt: Je öfter, desto besser!
    • Bei einer Größe von 1,80 Metern sollte man grob 40 Milliliter für den gesamten Körper verwenden. Das entspricht in etwa drei Esslöffeln Sonnenmilch. Bei Sonnensprays lässt sich die Menge selbstverständlich deutlich schlechter einschätzen, deshalb empfehlen Experten, sich doppelt am ganzen Körper einzusprühen um auf Nummer sicher zu gehen. 
    • Trotz der Aufschrift "Wasserfest" sollte der Sonnenschutz nach dem Gang ins Wasser erneuert werden
  • Was bedeutet eigentlich dieser Lichtschutzfaktor?

    Ganz allgemein gesprochen, gibt der Lichtschutzfaktor (LSF) an, um wie  viel Mal sich die Eigenschutzzeit der Haut durch die Creme verlängert. Diese Zeit variiert je nach Hauttyp, weshalb die Auswahl der richtigen Sonnencreme umso wichtiger ist. Rötet sich ein bestimmter Typ von Haut zum Beispiel bereits nach 5 Minuten, kann das Sonnenbad mit einem Sonnenschutz mit LSF 30 um das 30-Fache, also 150 Minuten ausgedehnt werden. Mit LSF dann natürlich um den Faktor 50, auf 250 Minuten.

    Verwendet man die falsche Creme für den eigenen Hauttyp oder trägt man zu wenig Schutz auf, kann die errechnete Zeitspanne leider schnell in den Keller sinken, sodass man sich nicht unbedingt auf die Angaben verlassen sollte.

  • Schatten tut gut

    Trotz hohem Lichtschutzfaktor und passender Creme tut es der Haut während des Sonnenbades gut, zwischendurch kurz in den Schatten zu wandern, um der Haut einen kurze Verschnaufpause zu gönnen. Als Richtwerte sollte man nach etwa zwei Dritteln der Zeit, die der LSF schützt für einige Zeit in den Schatten wechseln.

  • Wo man besonders Acht geben muss

    Es gibt einige Gruppen von Menschen, die beim Bad in der Sonne noch etwas besser aufpassen müssen als andere:

    • Wassersportler, Taucher und Schimmer bekommen durch Reflexion und viel Zeit in der direkten Sonne besonders viel der schädlichen Strahlen ab. Ein besonders hoher Lichtschutzfaktor ist deshalb Pflicht.
    • Wen es an den Äquator zieht, der sollte noch ein paar Stufen höheren LSF einpacken. Je näher man dem Äquator kommt, desto höher wird die Sonneneinstrahlung und damit auch die UV-Belastung.
    • Kranke, Immungeschwächte und Menschen, die ein Organ transplantiert bekommen haben und deshalb immundämpfende Mittel nehmen, brauchen allesamt einen sehr hohen LSF.
    • Auch Personen, die bereits Hautkrebs hatten/ haben oder unter einen Vorstufe leiden/ litten müssen besonders aufpassen
  • UVB- und UVA-Schutz?

    Die UVB-Strahlen der Sonne sorgen für den Sonnenbrand auf der Haut. Gefährlicher sind die UVA-Strahlen, die die Haut altern lassen und Hautkrebs auslösen können. Es ist deshalb sehr wichtig, dass die Sonnencreme vor beiden Strahlungstypen ausreichend schützt. Die Lichtschutzfaktor bezieht sich im Übrigen immer auf die UVB-Strahlen. Der zusätzliche UVA-Faktor, der angegeben sein sollte, muss für einen ausreichenden Schutz mindestens ein Drittel so hoch sein, wie der Sonnenschutzfaktor.

  • Kein unendliches Sonnenbaden!

    Ganz wichtig! Durch das Nachcremen nach dem Ende der verlängerten Eigenschutzzeit durch den Lichtschutzfaktor lässt sich das Sonnenbad nicht bis ins Unendliche ausdehnen. Das Eincremen mit einem bestimmten Lichtschutzfaktor kann die Schutzzeit insgesamt nur einmal verlängern! Trotzdem sollte man nach dem Schwimmen und Schwitzen nachcremen, um den Schutz aufrechtzuerhalten. 

  • Braungebrannt - keine Sonnencreme mehr?

    Wer glaubt, man könne auf den Sonnenschutz verzichten, wenn er bereits eine gewisse Bräune aufgebaut hat, der irrt gewaltig. Die Bräune der Haut ist eine Schutzreaktion auf die Sonnenstrahlen und verlängert den Eigenschutz tatsächlich um den Faktor 6. Doch auch gebräunte Haut kann schlimme Schäden in Form von Hautkrebs davontragen, ohne durch einen Sonnenbrand sichtbar zu werden. Sonnenschutz ist also auch bei gebräunter Haut Pflicht!

  • Haltbarkeit beachten

    Wie genau die einzelnen Sonnenschutzprodukte am Ende haltbar sind, entscheidet sich von Typ zu Typ stark. Im Prinzip können die Produkte meist auch noch im Jahr nach dem Kauf verwendet werden und wenn die Mittel der Prüfung mit Augen und Nase standhalten. Der LSF ist dann noch vorhanden. Wegwerfen sollte man die Cremes aber, wenn sich die einzelnen Bestandteile bereits voneinander absetzen, ausflocken oder ungewöhnlich riechen.

  • Vor dem Sonnen eincremen

    Die optimale Wirkung kann Sonnencreme entfalten, wenn sie etwa 30 Minuten vor dem Bad in der Sonne aufgetragen wird. Die meisten Schutzsubstanzen brauchen nämlich einige Zeit, bis sie ihre volle Wirkung entfalten können.

Besonders vorsichtig müssen Kinder und Jugendliche in der Sonne sein. Gerade Eltern sollten den Sonnenschutz ihres Nachwuchses sehr ernst nehmen, da die junge Haut schneller verbrennt und die langfristigen Schäden größer sind.

Der richtige Umgang mit Sonnencreme

Tipps für Kinderhaut

  • Bekannte Regeln beachten!

    Ganz wichtig! Alle Regeln, die für die erwachsene Haut im Umgang mit Sonnencreme zu beachten sind, gelten natürlich auch für die Kinderhaut und die Haut von Jugendlichen bis etwa 15 Jahren. Erst dann sind die UV-Schutzmechanismen der Haut voll ausgebildet. Vorher kann sich die Haut noch nicht richtig schützen, indem sie Bräune aufbaut.

  • Zusätzlicher Schutz

    Allein der Schutz durch einen hohen Lichtschutzfaktor ist bei Kindern nicht genug. Die Haut der Kids sollte deshalb zusätzlich mit einem Hut, Sonnenbrille und dichter, aber leichter Kleidung geschützt werden. In der prallen Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr haben Kinder in der Sonne nichts zu suchen.

  • Keine Sonne für Säuglinge

    Die Haut von Neugeborenen und Babys bis zum Alter von etwa einem Jahr ist besonders empfindlich. Sie haben in der Sonne nichts verloren und müssen streng von den schädlichen Strahlen abgeschirmt werden.

  • Welcher Lichtschutzfaktor für die Kids?

    Die Sonnenmilch für Kinder sollte mindestens einen LSF von 30 haben. Für besonders helle Hauttypen kann auch ein extrem starkes Sonnenschutzmittel mit LSF von 50+ verwendet werden.

Eine Körperpartie, die bei dem ganzen Cremen, Nachcremen und Sonnenschutz gerne vergessen wird, sind die Haare. Durch das Sonnen wird die Haarpracht enorm strapaziert, weil sie sich nicht wie die Haut durch Bräunen selbst schützen kann. Die Folge: Die Haare bleichen aus, werden trocken und spröde. Doch auch hierfür gibt es einige clevere Tipps, um die Schäden zu begrenzen und die Haare zu schützen.

Der richtige Umgang mit Sonnencreme

Tipps für das Haar

  • Kopfbedeckung

    Die einfachste Art die Haare vor der Sonne zu schützen ist natürlich jegliche Art von Kopfbedeckung. Das kann ein Hut, eine Mütze oder ein Handtuch sein. Zur Not kann man den Kopf auch einfach in den Schatten halten.

  • Sonnencreme fürs Haar

    Kaum bekannt, aber es gibt auch Sonnenschutzmittel für die Haare. Im Friseurbedarf oder in de Drogerie gibt es zahlreiche Produkte, die vor dem Sonnen ins Haar gesprüht werden können und einen UV-Schutz wie gewöhnliche Sonnencreme für die Haut bieten. Es handelt sich dabei meist um Haar-Öle, die direkt morgens ins Haar einmassiert werden sollten und tagsüber nicht ausgewaschen werden dürfen, da der Schutz sonst komplett verloren geht.

  • Wasser ist Gift

    Die Sonnenschutzöle für das Haar werden durch Wasser meist fast vollständig ausgewaschen. Deshalb sollte man das kühle Nass damit entweder meiden, die Haare nicht nass werden lassen oder nach jedem Bad den Schutz komplett erneuern. Außerdem greift Wasser die Haare in Verbindung noch schneller an, die durch das Nass die Schutzhülle um das Haar kurzzeitig verloren geht.

  • Auch die Kopfhaut freut's

    Gerade Menschen mit dünnem und feinem Haar leiden häufig unter Sonnenbrand auf der Kopfhaut, da die Stellen nur schwer mit Sonnencreme zu erreichen sind. Die Sonnenöle können hier Abhilfe schaffen - das gilt übrigens auch für Männer.

  • Haarefärben muss nicht sein

    Eine frische Färbung für die Haare muss vor dem Sonnenbad nicht unbedingt sein. Plant man einen längeren Aufenthalt in der Sonne, sollte die neue Farbe spätestens eine Woche vorher aufgetragen werden, da frisch behandeltes Haar besonders empfindlich ist. Außerdem verliert das Haar durch direkte Sonneneinstrahlung die teure Coloration auch recht schnell wieder.

  • Blonde Haaren brauchen viel Schutz

    Als Faustregel gilt: Blonde Haare brauchen bedeutend mehr Schutz als schwarze Haare, da sie weniger Farbpigmente besitzen und damit auch schneller ausbleichen können.

Tipps bei Sonnenbrand

Und falls Ihr trotz Creme, Schatten und sonnendichter Kleidung doch einen kleinen Sonnenbrand abbekommen hat, geht davon natürlich noch lange nicht die Welt unter. Die unangenehmen Rötungen kann man mit ein paar einfachen Tipps ganz einfach bekämpfen.

Erste Hilfe bei Sonnenbrand

So lindert Ihr den Sonnen-Schmerz

  • Schnell und effektiv: Kühlt gleich und unmittelbar, wenn Ihr auf der Haut einen Sonnenbrand feststellt. Das geht am besten mit kalten Tüchern und Wickeln oder auch mit einer kühlen Dusche. 

  • Erste Hilfe Alleskönner sind Wickel mit Quark-, Joghurt-, oder Buttermilch.

  • Linderung verschaffen auch Bäder (natürlich in kaltem Wasser) mit Molke oder schwarzem Tee als Badezusatz.

  • Gesundes Gemüse wirkt nicht nur von Innen, sondern ist auch bei äußerlicher Anwendung ein guter Helfer gegen Sonnenbrand-Verletzungen. Gurken- oder Kartoffelscheiben direkt auf die Hautpartien auflegen. Sie liefern Pflege und Feuchtigkeit.

  • Mischt Euch eine Tinktur aus Olivenöl und Zitronensaft und pinselt Euch damit ein. Das entzieht dem Körper die Hitze, das Olivenöl wirkt gleichzeitig pflegend und lindert die Hautspannung.

  • Tragt Aprés Sun Lotion auf, die enthält Aloe Vera. Ihr könnt Euch aber den heilenden Saft auch direkt aus der Pflanze pressen. Einfach ein Aloe Vera Blatt anschneiden, dann tropft die Flüssigkeit schon heraus. Sie spendet Feuchtigkeit und fördert den Regenerierungsprozess der Haut.

  • Meidet mindestens eine Woche nach dem Sonnenbrand direkte Sonneneinstrahlung, damit die Haut nicht zusätzlich gestresst wird.

  • Außerdem sollte man ausreichend trinken (mindestens 3 Liter am Tag) und viel frisches Obst und Gemüse essen, um das Gewebe von innen mit Feuchtigkeit und wichtigen Mineralstoffen zu versorgen.

  • Cremt Euch sich regelmäßig ein und tragt lockere Kleidung, damit diese nicht auf der Haut reibt.

  • Tipp aus der Apotheke: Behandelt verbrannte Stellen mit Calendula- (Ringelblumensalbe) Tinktur oder Vaseline.

    Und wichtiger Tipp für Babys und Kleinkinder:   Sie haben noch keinen eigenen UV-Schutz. Kleinkinder sollten auch im Schatten eingecremt werden – mindestens Lichtschutzfaktor 30, am besten 50. Nur kurz in die Sonne. Und nur mit Mütze!

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