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Radio Hamburg

EM-Quali gegen Aserbaidschan

Deutschland siegt

Mario Gomez, Mesut Özil, Deutschland, DFB-Team

Torschützen unter sich: Mario Gomez und Mesut Özil in Baku.

Özil, Gomez und Schürrle sorgten in Baku für den 7. Sieg im 7. EM-Qualifikationsspiel.

Baku - Auch mit einer "Bubi-Elf" hat Deutschland zum Saisonausklang in Aserbaidschan den Alleingang zur Europameisterschaft fortgesetzt. Nach dem 3:1-Pflichtsieg in Baku geht das Team von Bundestrainer Jogi Löw als klarer Tabellenführer in die Sommerferien und hat das Ticket zur Endrunde 2012 in Polen und der Ukraine praktisch gelöst. Mesut Özil (30. Minute), der erneut erfolgreiche Torjäger Mario Gomez (41.) und Andre Schürrle (90.+3) erzielten vor rund 30.000 Zuschauern im Tofik-Bachramov-Stadion die Tore für die beim Anpfiff im Schnitt nur knapp 24 Jahre alte DFB-Auswahl. Murad Hüseynov gelang in der 89. Minute der Anschlusstreffer für den Außenseiter.

"Man muss der Mannschaft ein großes Kompliment machen. Ich denke, wir haben in dieser Saison Großartiges geleistet. Immerhin ist es schon 24 Tage nach Bundesliga-Ende. Natürlich hat man heute auch gemerkt, dass die Spieler nach der langen Saison am Limit sind", analysierte Löw den Erfolg in Baku. "Wichtig war, dass wir auch heute gewonnen haben und die Saison mit dem siebten Sieg beendet haben. Es war eine perfekte Saison", sagte Kapitän Philipp Lahm, mit 27 Jahren ältester deutscher Akteur. "Das ist sehr positiv für den deutschen Fußball, dass wir so viele junge Spieler haben. Das kann uns nur glücklich machen", stellte Thomas Müller fest.

Deutschland wenig glanzvoll

Nach dem finalen Kraftakt gegen das Team von Berti Vogts fehlt der DFB-Elf praktisch nur noch ein Punkt aus ihren verbleibenden drei
Qualifikationsspielen, um sich die Fahrkarte für die EM 2012 endgültig zu sichern. Nur noch die Türkei könnte mit vier Siegen die DFB-Elf von der Spitze der Gruppe A verdrängen.

Das Team des heftig kritisierten Vogts, der ungeachtet der Angriffe auf seine Person den Vertrag in dem Kaukasusland erfüllen will, trat deutlich stärker als beim 1:6 im September in Köln auf. Der Außenseiter überraschte die deutsche Elf mit aggressivem Spiel und kam am Anfang durch Distanzschüsse zu guten Möglichkeiten. Auf dem holprigen Geläuf des Bachramov-Stadions fand die deutsche Elf zunächst überhaupt nicht zu ihrem Rhythmus, vielleicht hatte sie das Ganze auch etwas leicht genommen. Die Gäste gewannen allmählich die Kontrolle über das Spiel, die Angriffe wurden durchdachter vorgetragen.

Joker Schürrle sticht

In seinem ersten Länderspiel von Beginn an leitete Benedikt Höwedes nach einer guten halben Stunde die deutsche Führung ein. Der Schalker setzte sich rechts energisch durch, seine Flanke verwertete Özil mit präzisem Schuss in die lange Ecke zu seinem vierten Tor im DFB-Trikot. Vier Minuten vor der Pause machte Gomez mit dem 2:0 den Sack vorzeitig zu. Ausgangspunkt des Tores war Badstuber mit einem Pass auf Özil, der den Ball mustergültig auf den Schützen querlegte.

Im zweiten Durchgang war der WM-Dritte gegen konditionell abbauende Aserbaidschaner die klar tonangebende Mannschaft, ließ aber bei seinen Angriffen häufig die Zielstrebigkeit vermissen. Angesichts der Führung setzten Gomez und Co. nicht mehr mit letzter Konsequenz nach. Eine hundertprozentige Chance, den Vorsprung auszubauen vergab Özil freistehend in der 75. Minute. Der eingewechselte Schürrle setzte nach dem 1:2 in der Nachspielzeit aber noch einen drauf.