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Radio Hamburg

Fifa-Machtkampf

Verband in Verruf

Sepp Blatter, FIFA, Präsident

Sepp Blatter ist der achte Präsident der FIFA.

Präsident Blatter und sein Generalsekretär stehen unter Zugzwang. Weitere Enthüllungen stehen bevor. 

Zürich – Der Weltfußballverband FIFA droht im Chaos zu versinken. Am Sonntagmorgen (29.05.2011) trat der einzige Konkurrent von Amtsinhaber Sepp Blatter im Kampf um den FIFA-Vorsitz überraschend zurück. Mohammed Bin Hammam, Chef des asiatischen Fußballverbandes AFC, hatte sich vorgenommen, knallhart gegen Missstände in dem Weltverband vorzugehen. Er wollte die mangelnde Transparenz, die damit einhergehende Korruption, die Verschleppung längst überfälliger Reformen und die Günstlingswirtschaft effektiv bekämpfen. Er setzte sich außerdem für die Einführung technischer Hilfsmittel wie der Torkamera ein – und sprach damit Millionen von Spielern und Fans aus der Seele.

Auf seiner Homepage verkündete der Katari dann plötzlich seinen Rücktritt, zermürbt vom Machtkampf um den Platz an der Spitze. Ihm wird vorgeworfen, den 25 Karibik-Verbänden jeweils 25.000 Dollar geboten zu haben, um bei der Abstimmung gegen Blatter zu votieren. Bin Hammam wies die Anschuldigungen zurück und vermutete eine gezielte Aktion von Blatter. Der Präsident habe zudem selber von den Bestechungsversuchen gewusst und nicht gehandelt.

Konkurrent ausgeschlossen

Dennoch schloss die Ethikkommission Bin Hammam am Sonntag vorläufig aus dem Weltverband aus. Er soll gegen den Ethikcode der FIFA verstoßen haben. Präsident Blatter wurde dagegen von allen Anschuldigungen freigesprochen und wird aller Voraussicht nach am Mittwoch in seinem Amt bestätigt.

Dabei ist der Schweizer seit langem umstritten. Über die 13 Jahre seiner Präsidentschaft hinweg hat Blatter seine Macht zementiert. Mit autokratischem Führungsstil und Vetternwirtschaft - wie Kritiker, aber auch ehemalige Weggefährten Blatters immer wieder kritisieren. "Man muss nicht immer die Meinungen aller Gremien einholen und konsultieren", so beschrieb der Schweizer selber einmal seinen Regierungsstil.

Erstmals erlangen die Diskussionen um den 75-Jährigen eine breite Aufmerksamkeit und lassen auf der ganzen Welt Zweifel an der Integrität des Regenten aufkommen. Nach Berichten der "Süddeutschen Zeitung“ soll Blatter den Nationalverbänden per Rundbrief in der kommenden Legislaturperiode Fördergelder in Höhe von insgesamt einer Milliarde Dollar zugesichert haben. Ein großzügiges Wahlgeschenk, das vor allem bei den kleineren Migliedsstaaten Eindruck machen dürfte...

Vizepräsident kündigt Enthüllungen an

Ebenfalls am Sonntag suspendiert wurde Fifa-Vizepräsident Jack Warner. Er soll Bin Hammam bei seinem Versuch der Bestechung unterstützt haben. Nun kündigte Warner an, Enthüllungen zu veröffentlichen, die einem "Tsnuami" gleichkämen.

Bereits Montag (30.05.2011) hatte Warner eine E-Mail veröffentlicht, in der ihm der FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke schrieb: "Ich habe nie verstanden, warum MBH (Mohammed Bin Hammam) kandidiert hat. Hat er wirklich gedacht, er habe eine Chance. Oder dachte er, man könne die Fifa kaufen wie sie (die Katarer) die WM." Damit unterstellt der in seinem Amt zu Neutralität verpflichtete Valcke indirekt, dass sich die Organistaren von Katars WM-Bewerbung den Zuschlag erkauft hätten. Ein australischer Senator forderte daraufhin eine Entschädigung für die Unkosten, die bei der australischen Bewerbung entstanden seien. Die Kataris dagegen haben angebeben, die Aussagen von Valcke untersuchen zu wollen.