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Radio Hamburg

EM-Aus für Bender, ter Stegen, Draxler und Cacau

Löw entscheidet sich frühzeitig für seinen Kader

Tourrettes/Basel, 29.05.2012
Joachim Löw

Jogi Löw hat Marc-André ter Stegen, Julian Draxler, Sven Bender und Cacau aus dem EM-Kader verbannt.

Für Routinier Cacau und die drei Talente Marc-André ter Stegen, Julian Draxler und Sven Bender endete der persönliche EM-Traum schon elf Tage vor dem Anpfiff.

Alles auf null: Nach den  fünf krachenden EM-Warnschüssen setzt Joachim Löw beim Neustart der Vorbereitung nochmehr auf die Frust-Bayern. Der Bundestrainer sortierte das Quartett einen Tag vor dem Meldeschluss des 23-Mann-Kaders an diesem Dienstag aus. Als die Bayern am Montagabend endlich auf dem Fußballplatz in Südfrankreich bis auf den im Fitnesszelt trainierenden Bastian Schweinsteiger das Kommando übernahmen, waren die Ausgemusterten längst auf der Heimreise.

"Einige Spieler haben gefehlt, die unsere Mannschaft prägen in ihrem Spiel», hob Löw nach der irritierenden 3:5-Pleite beim vorletzten Test 14 Tage vor dem Turnierernstfall am 9. Juni gegen Portugal hervor. Der Chefcoach stellte die Uhr nach dem Betriebsunfall in Basel notgedrungen zurück auf null: "Jetzt beginnt die Vorbereitung auf die EM. Ich habe keine Bedenken, dass bei den Bayern etwas hängenbleibt vom verlorenen Champions-League-Finale."

"Wir werden schon richtig in die Spur kommen"

Löw war am Pfingstwochenende sogar die Lust auf einen Besuch des Formel-1-Spektakels in Monaco vergangen. Er blieb im Quartier in Tourrettes und arbeitete mit seinem Trainerstab das Fehlerfestival von Basel auf, das ihn trotz der harten Trainingsarbeit im Ausmaß erschreckt hatte. Es war eine Phase, die gefährlich war», bemerkte Löw, der die Mängelliste schonungslos aufzeigte: "Die Frische fehlte, es gab Konzentrationsfehler, schlechtes Spiel ohne Ball, schlechte Defensivarbeit, Abstimmungsprobleme. Alles ist aufgedeckt worden." Am Montag, dem 18. Trainingstag, standen Löw erstmals alle 23 EM-Spieler in Südfrankreich zur Verfügung. EM-Alarm mochte er nach dem Schweiz-Desaster nicht auslösen. "Viele Dinge haben nicht gepasst. Aber es macht mir keine großen Sorgen, weil ich weiß, dass wir uns in der nächsten und übernächsten Woche eindeutig verbessern werden. Wir werden schon richtig in die Spur kommen." Der Anspruch Titel bleibt: "Wir sind eine Elitemannschaft mit großem Ziel."

Löw und Bierhoff betonen den "Bayern-Faktor"

Es war schließlich nicht die EM-Elf, die gegen die Schweiz versagt hatte. "Wir spielen als Mannschaft seit Jahren zusammen, jetzt haben acht Bayern-Spieler gefehlt", gab Sami Khedira zu bedenken. Die Stammkraft von Real Madrid warnte vor falschen Schlüssen nach dem missglückten Tagesausflug nach Basel: "Komplett ignorieren sollte man so ein Spiel nicht, aber auch nicht überbewerten." Teammanager Oliver Bierhoff, der am Pfingstsonntag mit 25 Nationalspielern beim Großen Preis von Monaco Ablenkung suchte, betonte ebenfalls den Bayern-Faktor: "Natürlich erhöhen sie unsere Qualität noch einmal."

Trotzdem war der Manager über den Auftritt der Platzhalter verärgert und schimpfte: "Auch mit der Qualität, die inBasel auf dem Platz war, hätte so etwas nicht passieren dürfen." Besonders die Abwehr vor dem frustrierten Debütanten Marc-André ter Stegen ("Ich bin sehr enttäuscht, auch von mir") war löchriger als jeder Schweizer Käse. Fünf Gegentore gab es letztmals in einem Länderspiel vor acht Jahren beim 1:5 in Rumänien; wenige Wochen später folgten bei der EM in Portugal der Vorrunden-K.o. und der sofortige Rücktritt des damaligen Teamchefs Rudi Völler. Löw nahm einzig und allein den 20 Jahre alten Gladbacher Schlussmann ter Stegen in Schutz: «Er muss den Kopf jetzt nicht hängen lassen."

Tatsächlich folgte keine 48 Stunden später der nächste Tiefschlag für den jungen Schlussmann. "Natürlich bin ich enttäuscht", äußerte ter Stegen, nachdem ihm Löw in einem persönlichen Gespräch das Aus mitgeteilt hatte. Während ter Stegen (20), Draxler (18) und Sven Bender (23) aufgrund ihrer Jugend auf neue Chancen hoffen können, dürfte für den 31-jährigen Cacau die DFB-Karriere und damit der Traum von der WM 2014 in seinem Geburtsland Brasilien beendet sein.

(dpa/aba)