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Radio Hamburg

Van der Vaart verletzt

HSV ermöglicht Fortuna historischen Heimsieg

Düsseldorf, 24.11.2012
HSV Düsseldorf

Rafael van der Vaart verletzte sich beim Zusammenstoß mit Düsseldorfs Torhüter Fabian Giefer.

Nach über 15 Jahren hat Fortuna Düsseldorf zum ersten Mal ein Heimspiel gewonnen - mit 2:0 siegte Fortuna ausgerechnet gegen den HSV.

Der ersehnte historische Heimsieg von Fortuna Düsseldorf ist perfekt. Nach 15 Jahren und sieben Monaten erzielten Robbie Kruse (45.+2 Minute) und Stefan Reisinger (63.) die Tore zum 2:0 (1:0) - ausgerechnet gegen den Hamburger SV.

HSV verpasst Anschluss an Europapokalplätze

Für die Rheinländer war es am Freitagabend in der ausverkauften Arena (54.000 Zuschauer) der erste Bundesliga-Erfolg vor heimischem Publikum seit dem 5. April 1997. Damit verließ die Fortuna zu Beginn des 13.
Spieltags die Abstiegszone. Nach zuvor vier Auswärtsspielen ohne Niederlage verpassten die schwachen Hamburger den Anschluss an die Europapokalplätze.

Erste halbe Stunde ohne nennenswerte Torchance

"Wir haben nicht die Jahre gezählt, aber in unserer Situation sind die drei Punkte Gold wert. Wir haben zweimal wunderbar getroffen, Großchancen von Hamburg gab es wenig, deshalb ist der Sieg verdient",
meinte Düsseldorfs Verteidiger Jens Langeneke. "Wir haben viel zu pomadig gespielt", kritisierte HSV-Trainer Thomas Fink. "Wir müssen noch viel arbeiten, das was heute war, war zu wenig. Wir haben gedacht, dass wir es nur mit spielerischen Mitteln machen können." Der HSV versuchte es mit Spielkultur, trieb seine Angriffe über die Flügel an, war aber zu schlampig in den Kombinationen. Düsseldorf setzte Kampf und Einsatz entgegen, ließ jedoch ebenfalls die Präzision vermissen. So entwickelte sich eine engagiert geführte Partie, die jedoch zunehmend verflachte und in der ersten halben Stunde ohne eine einzige nennenswerte Torchance blieb.

Van der Vaart in 31. Minute verletzt vom Platz

Nach 31 Minuten musste der HSV auch noch auf Rafael van der Vaart in der Kreativzentrale verzichten. "Ein großer Verlust", wertete Fink. Der Niederländer verletzte sich bei einem Zusammenprall mit Fortunas Torwart Fabian Giefer, griff sich wenig später im Lauf an den rechten Oberschenkel und ging mit Verdacht auf einen Muskelfaserriss für Tomas Rincon vom Feld. Ein schlechtes Omen: Ohne Rafael van der Vaart hat der HSV diese Saison kein Tor erzielt und wartet nun seit neun Spielen auf einen Sieg bei den Rheinländern. Da auch Langeneke nach einer starken Rettungsaktion verletzungsbedingt ausgewechselt wurde, verlor die Fortuna kurzzeitig die Ordnung. Maximilian Beister verpasste mit einem Schuss aus 16 Metern nur knapp die Führung (44.). Die gelang unerwartet hingegen der Heimmannschaft. Nach einem Fehlpass von Heung-Min Son überbrückte Andreas Lambertz schnell das Mittelfeld und passte mustergültig in den Lauf von Kruse. Den Schuss des Australiers lenkte Michael Mancienne unhaltbar für Nationaltorwart René Adler in die kurze Ecke. "Natürlich ist die Führung glücklich", meinte Sportdirektor Wolf Werner in der Pause.

Reisinger trifft zum 2:0 für Düsseldorf

Unbeeindruckt von dem Rückschlag startete der HSV zunächst in die zweite Halbzeit. Erst scheiterte Marcus Berg, der für Artjoms Rudnevs erstmals seit dem ersten Spieltag in der Startelf stand, mit dem Außenrist an Giefer (50.). Wegen eines Stoßens von Berg gegen Lambertz versagte Schiedsrichter Peter Gagelmann einem Freistoßtreffer von Heiko Westermann (54.) die Anerkennung. Stattdessen sorgte der eingewechselte Reisinger für die Entscheidung. Mit einem Sololauf düpierte der frühere Freiburger die komplette HSV-Hintermannschaft und bezwang den alleingelassenen Adler ohne Mühe. Schon während der Schlussminuten herrschte bei den Fortuna- Anhängern Hochstimmung über den ersten Liga-Heimerfolg seit 5711 Tagen, damals gelang ein 2:0 gegen den FC St. Pauli.

Bengalos im HSV-Block sorgen für verspäteten Anpfiff

Vor dem verspäteten Anpfiff hatten sich die Gäste-Fans hingegen daneben benommen. Im HSV-Block waren mehrere Bengalos gezündet worden, dabei ging ein Transparent mit der Aufschrift «Lasst uns ein Spiel spielen» in Flammen auf. "Ich weiß nicht, ob das Konsequenzen haben wird, aber wir können nicht jeden HSV-Fan nackt ausziehen", sagte Werner.

Van der Vaart gegen Schalke 04 nicht dabei

Der HSV muss in den restlichen Begegnungen dieses Jahres mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Rafael van der Vaart verzichten. Er zog sich vermutlich einen Muskelfaserriss im hinteren rechten Oberschenkel zu. "Es fühlt sich nicht gut an", sagte der niederländische Nationalspieler. HSV-Trainer Thorsten Fink schloss einen Einsatz des Niederländers gegen Schalke 04 aus. "Am Dienstag fällt er auf jeden Fall aus. Ich denke nicht, dass er so schnell wiederkommt», deutete auch Fink eine längere Zwangspause van der Vaarts an.

(dpa/mag)