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Radio Hamburg

Bitterer Rückschlag für HSV

1:4-Klatsche auf Schalke

Gelsenkirchen, 29.04.2013
Schalke 04, HSV, Klaas-Jan Huntelaar, April 2013, Witters

Klaas-Jan Huntelaar trifft nach seiner sechswöchigen Pause gleich drei Mal für Schalke.

Wieder ein bitterer Rückschlag für den HSV. Das Team von Thorsten Fink verliert auf Schalke mit 1:4.

Der HSV hat sich ganz viel vorgenommen, aber nichts davon umgesetzt. Das ist das Fazit aus dem Spiel gegen Schalke, bei dem nach sechswöchiger Verletzungspause Klaas-Jan Huntelaar auf Schalker-Seite ein sensationelles Comeback feierte und für die Königsblauen gleich drei Mal traf.

Frühe Führung durch Jansen

Vor 61.673 Zuschauern hatte Marcell Jansen den HSV in der fünften Minute in Führung gebracht. Der Brasilianer Michel Bastos (21.) markierte nach einer Huntelaar-Vorlage das 1:1 (21.). Schalke nutzte damit die Ergebnis-Vorlagen der schwächelnden Konkurrenz, zementierte den vierten Tabellenplatz mit 49 Zählern und baute seinen Vorsprung auf Eintracht Frankfurt auf drei Punkte aus.

„Der Sieg war hochverdient auch in der Höhe“, lobte Schalkes Coach Jens Keller beim Pay-Sender Sky und schwärmte von seinem „Weltklassestürmer“ Huntelaar: „Er war körperlich topfit. Das ist Klaas-Jan. Er hat uns wochenlang gefehlt und wir sind froh, dass er wieder da ist.“

Van der Vaart: „Keine Probleme im Oberschenkel“

Der sichtlich angeschlagene HSV-Kapitän Rafael van der Vaart wies unterdessen Aussagen zurück, er hätte wegen Oberschenkelproblemen nicht spielen sollen. „Ich war fit“, erklärte der Niederländer. Nach dem enttäuschenden 0:1 vor acht Tagen in Frankfurt hatte Schalkes Sportdirektor Horst Heldt trotz der Abwesenheit des weiter verletzten Jefferson Farfan Wiedergutmachung gefordert. Die Gastgeber setzten ihre Hoffnungen vor allem in die Rückkehr von Torjäger Huntelaar. Der Sturmsolist durfte nach seinem Innenbandanriss im Knie erstmals seit dem Derby-Sieg gegen Borussia Dortmund vor sechs Wochen wieder mitwirken und wurde von den 04-Fans begeistert empfangen.

Nach früher Führung gleich Ausgleich kassiert

Zudem rutschte bei den Schalkern im defensiven Mittelfeld Jermaine Jones für den gelbgesperrten Marco Höger in die Anfangself. Heldt hatte sich kaum gesetzt, da wurde sein Team für kollektive Schlafmützigkeit im Defensivverhalten bestraft. Nach einem Eckball von van der Vaart legte Heiko Westermann per Kopf auf – Jansen übersprang den viel zu passiven Roman Neustädter und köpfte mit seinem ersten Saisontor die frühe Führung (5.). Erst einmal in dieser Spielzeit konnte der  Revierclub einen Rückstand drehen. Zumindest zeigte Schalke 04 diesmal die richtige Reaktion. Nach van der Vaarts unnötigem Ballverlust im Mittelfeld legte dessen Landsmann Huntelaar für Leihimport Bastos auf, der den Ball seelenruhig an HSV-Keeper René Adler vorbei zum Ausgleich einschob. Auf einmal lief es bei den Gelsenkirchenern. Dank mehr Dringlichkeit in den eigenen Aktionen wurde die schlecht gestaffelte HSV-Abwehr immer wieder in Verlegenheit gestürzt. 

Drei Mal Huntelaar

Die logische Folge: Nach einem Zusammenspiel mit Julian Draxler besorgte Huntelaar das verdiente 2:1 (21.). Der „Hunter“ war nach seiner langen Zwangspause überraschend frisch - und extrem gefährlich. In der 36. Minute scheiterte er knapp an Adler. Praktisch im Gegenzug streifte ein Westermann-Kopfball nur den Pfosten. Die Hanseaten waren trotzdem mit dem 1:2-Halbzeitstand noch gut bedient. Mit einer Weltklasseparade hatte Adler in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs nach einem Jones-Kopfball aus drei Metern das 1:3 verhindert.

Europa für HSV in weite Ferne

Auch nach dem Wechsel präsentierten sich die Schalker engagiert, konzentriert und inspiriert. Der HSV, der sich bei einem Dreier nach zuletzt zwei Siegen in Folge sogar selbst auf den vierten Platz hätte verbessern können, zerfiel wieder einmal in seine Einzelteile. Schalke 04 hatte sichtlich Spaß - Huntelaar machte als bester Mann auf dem Platz alles klar. Bei seiner Auswechslung (86.) wurde er begeistert gefeiert. Die Hamburger stagnieren dagegen nach dem erneuten Rückschlag mit jetzt 50 Gegentoren auf Platz acht.

(dpa / ste)