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Radio Hamburg

HSV: Suspendierung, Spott & Häme

Entschuldigung von Rincon

Hamburg, 22.08.2013
Dennis Aogo, HSV, Training, 20.08.13, Witters

HSV-Profi Dennis Aogo ist für das Spiel gegen Berlin aus dem Kader gestrichen worden.

Nach einem Mallorca-Ausflug hat Thorsten Fink die beiden HSV-Spieler Rincon und Aogo aus dem Kader für die Partie gegen Herta genommen.

Eine Suspendierung, Spott und Häme von allen Seiten, ein Handgemenge vor dem Stadion. Der HSV sorgt mal wieder für jede Menge Schlagzeilen.

Dennis Aogo für Berlin aus Kader gestrichen

"Malle für alle" - hat sich Dennis Aogo gedacht und die freien Tage nach dem Hoffenheim-Desaster für einen Kurztripp auf die Ferieninsel genutzt. Angeblich, um seinen Berater nach dessen Hochzeit zu besuchen. Das hält Trainer Thorsten Fink für das falsche Signal nach einem 1:5 und hat Aogo für das Spiel am Sonnabend in Berlin kaltgestellt. Das gleiche Schicksal droht übrigens auch Thomas Rincon, der ebenfalls im Flieger nach Mallorca gesessen hat.

Fink sauer über Mallorca-Ausflug

Trainer Thorsten Fink war beim Lauftraining am Dienstag vor knapp 50 missmutigen Fans wieder einmal als Krisenmanager gefragt - und der Coach versuchte erst gar nicht, seinen Ärger über Aogo zu verstecken. "Aogo schadet sich selbst damit. Er verliert Kredit bei der Mannschaft", meinte Fink. Natürlich könne Aogo seine freien Tage auch frei gestalten - müsse dann aber auch die Konsequenzen tragen. "Wir geben nicht zwei Tage frei, damit einer nach Mallorca fliegt, sondern damit jeder überlegt, wie er besser werden kann", schimpfte Fink weiter.

Rincon entschuldigt sich

Thomas Rincon entschuldigt sich nach seinem Mallorca-Ausflug nun per Twitter bei seinen Fans."Es ist nie meine Absicht gewesen, mich gegenüber den Menschen, die den Verein lieben, respektlos zu benehmen", schreibt der Mittelfeldspieler bei Twitter. Er habe eine Schwester auf Mallorca besucht und "das ist als Vergnügungsreise missverstanden worden", so der Fußballprofi.

Handgemenge zwischen Aufsichtsrat und Ordner

Dienstag hat sich dann auch noch Aufsichtsrat Hans-Ulrich Klüver eine handfeste Auseinandersetzung mit einem Ordner geliefert - ein Streit um den Zugang zu abgesperrten Bereichen.

Änderungen in der Struktur gefordert

Was ist nur los mit dem HSV? "Es sind zu viele, die es einfach nicht können - und es machen", sagte Horst Hrubesch, Trainer der deutschen U-21-Junioren und 1983 mit dem HSV Europapokalsieger der Landesmeister, bei Servus TV und schob gleich einen Verbesserungsvorschlag nach: "Es muss auf die Schnelle auch was passieren. Die ganze Struktur beim HSV stimmt nicht. Ich glaube, dass sich die 83er auch heute hundertprozentig zur Verfügung stellen würden." Und anderem im Team damals: Felix Magath, derzeit ohne Job im Fußball.

Für personelle Veränderungen in der Club-Führung machte sich auch Milliardär Kühne stark. "Im Moment ist für mich ein weiteres Engagement kein Thema. Erst mit neuen Strukturen und den richtigen Leuten kommt das für mich wieder infrage", sagte er der "Schweizer Illustrierten". Kühne hatte unter anderem die Finanzierung von Kapitän Rafael van der Vaart ermöglicht, in dem er dem klammen HSV ein Darlehen von mehreren Millionen Euro zur Verfügung stellte.

Wie spielt der HSV in Berlin?

Fink versuchte sich unterdessen auf das Sportliche zu konzentrieren und den Blick nach vorne zu richten. "Ich möchte die Mannschaft nach zwei Spielen nicht völlig durcheinanderwerfen. Es deutet vieles darauf hin, dass wir auch einmal eine Mannschaft gern einspielen lassen würden", sagte er. Dennoch nahm der Trainer seine Spieler in die Pflicht: "Jeder muss einen Meter mehr machen." Für die lautstarke Kritik der HSV-Fans zeigte Fink Verständnis: "Die Fans bezahlen viel Geld und dürfen ihrem Unmut freien Lauf lassen."

Gegen Berlin (Samstag/18.30 Uhr) müsse nun eine Wiedergutmachung her, meinte Fink - und eine wesentlich bessere Abwehrleistung. Am besten zu Null. "Ich kann auch nur reden", meinte Fink. "Zaubern kann ich nicht."

(ms / dpa / ste)

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