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Radio Hamburg

Nach rassistischen Rufen bei Testspiel

Stadionverbot für Fans

Mailand , 08.01.2013
Boateng verlässt den Platz

Kevin Prince Boateng verließ nach den rassistischen Rufen den Platz.

Nachdem Kevin Prince Boateng bei einem Spiel des AC Mailand wegen rassistischer Rufe das Feld verließ, wurde das Spiel abgebrochen. Jetzt drohen den Fans Konsequenzen.

Welche Konsequenzen hat der Rassismus-Eklat in Italien? Bei einem Testspiel des AC Mailand gegen Pro Patria hatte Kevin Prince Boateng eigenmächtig das Spielfeld verlassen, nachdem gegnerische Fans ihn und seine dunkelhäutigen Teamkollegen verhöhnt hatten. Daraufhin wurde zum ersten Mal in Italien ein Spiel wegen rassistischer Fanchöre abgebrochen.

Boateng denkt an Abschied von Italien

Kevin Prince Boateng denkt jetzt über einen Abschied aus der italienischen Liga nach. Der gebürtige Berliner will in dieser Woche "schauen, ob es weiter Sinn macht, in Italien zu spielen", sagte er der "Bild"-Zeitung. Mailand Trainer Massimiliano Allegri und auch die Fans nehmen seinen Abschiedsgedanken jedoch nicht so ernst. "Ich denke, dass hat er in einem Moment der Verbitterung nur so gesagt", so der Coach. Die Fans begrüßten Boateng beim Heimspiel gegen Siena am Sonntag (6.01.) mit großem Applaus und feierten ihn mit Sprechchören.

Viel Unterstützung für Boatengs Entscheidung

Die "Gazzetta dello Sport" bezeichnete Boatengs Aussage dagegen als "Schock". Der von Rassismus, Fan-Gewalt und Wettbetrug geplagte italienische Fußball will seinen neuen Helden nicht verlieren. Boatengs Entscheidung wurde von italienischen Medien als "historisch", gefeiert, im In- und Ausland gab es viel Lob. Boateng kündigte indessen an, auch in Zukunft das Spielfeld zu verlassen. " Wir dürfen Rassismus nicht mehr tolerieren. Ich hätte das auch in der Champion League beim Spiel gegen Real Madrid gemacht - und ich werde es immer tun", betonte der international für Ghana spielende Fußballer. Doch genau da liegt das Problem.

Bedenken von Trainern und Kritik von Blatter

Juventus Turins Coach Antonio Conte fand die Entscheidung richtig, stellte aber auch die Frage, was in einem ähnlichen Fall in einem offiziellen Spiel passieren würde? „Wird das Spiel dann gegen das Team gewertet, dessen Fans sich daneben benommen haben, werden wir viele Abbrüche sehen“, prophezeite Conte. Auch von FIFA- Präsident Joseph Blatter gab es Kritik am eigenmächtigen Abgang von Boateng. "Ich denke, dass ein Spieler nicht einfach vom Feld gehen kann, das ist nicht die Lösung", sagte er nach einem Bericht der in den Vereinigten Arabischen Emiraten erscheinenden Zeitung "The National". Er betonte aber auch:" Rassismus darf nicht toleriert werden".  

Stadionverbot und Verfahren wegen Anstiftung zum Rassenhass

Für die Störenfriede von Busto Arsizio wird es ein gerichtliches Nachspiel geben. Gegen sechs Anhänger des Clubs Pro Patria im Alter zwischen 22 und 30 Jahren wurden bereits Verfahren wegen Anstiftung zum Rassenhass eröffnet. Sie wurden auf Video-Aufzeichnungen identifiziert und von der Staatsanwaltschaft verhört. Zudem droht ihnen ein Stadionverbot von fünf Jahren.

 

(dpa/mgä)