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Radio Hamburg

EM 2016 & WM 2018

RTL sichert sich Rechte an Quali-Spielen des DFB

Hamburg, 11.07.2013
RTL-Programmgeschäftsführer Frank Hoffmann, RTL, Pressebild

RTL-Programmgeschäftsführer Frank Hoffmann bei der Präsentation des TV-Programms in Hamburg.

Die Quali-Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zur EM 2016 und WM 2018 werden exklusiv von RTL übertragen.

Es ist eine Zäsur im deutschen Sport-TV: Die Qualifikationsspiele der Fußball Nationalmannschaft für die EM 2016 und die WM 2018 werden erstmals nicht von ARD und ZDF, sondern von RTL übertragen. Der private Sender erhielt am Mittwoch von der Europäischen Fußball-Union UEFA den Zuschlag bei der erstmals zentral vom kontinentalen Fußball-Dachverband organisierten Ausschreibung der TV-Rechte.

Große Freude beim Privatsender

"Wir sind erfreut, RTL als Übertragungspartner für die europäischen Qualifikationsspiele gewonnen zu haben“, erklärte die UEFA in einer Pressemitteilung. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit RTL, mit der wir das Ziel verfolgen, die europäischen Qualifikationsspiele zu einem großen Fernsehereignis für die Fußballfans in Deutschland zu machen“, hieß es weiter. Über die finanziellen Dimensionen des Millionen-Deals machten beide Vertragsparteien keine Angaben. RTL-Programm-Geschäftsführer Frank Hoffmann jubelte: „Endlich wieder großer Fußball bei RTL!“

"Enge Zusammenarbeit zwischen DFB und RTL“

Bislang hatten immer die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF die Gruppenspiele des DFB-Teams auf dem Weg zu großen Turnieren übertragen. Das ändert sich nun mit Beginn der EM-Qualifikation im September 2014. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sagte: „Selbstverständlich respektieren wir diese Entscheidung und können versichern, dass wir auch mit dem neuen Partner RTL eng zusammenarbeiten werden. Ebenso selbstverständlich stehen wir zur Partnerschaft mit ARD und ZDF.“ Für die Fans sei sicherlich die wichtigste Botschaft, dass alle Länderspiele auch in Zukunft frei empfangbar blieben.

Finalrunden weiterhin bei ARD & ZDF

Im Gegensatz zu anderen nationalen Verbänden hatte der DFB nur die Vermarktung der Qualispiele an die UEFA abgetreten. Testspiele und die Endrundenpartien bei der EM 2016 und der WM 2018 der Nationalmannschaft sind von dem TV-Deal nicht betroffen. Für die Endrunden der Turniere in Frankreich 2016 und Russland 2018 haben ARD und ZDF bereits den Zuschlag. Entgegen der ursprünglichen Pläne hatte die UEFA die Rechtevergabe für den deutschen Markt von der zentralen Vermarktung angesichts der finanziellen Möglichkeiten nochmals entkoppelt.

„Nehmen Entscheidung zur Kenntnis“

In einer gemeinsamen Erklärung von ARD und ZDF hieß es: „Wir haben die Entscheidung der UEFA zur Vergabe der Qualifikationsspiele der deutschen Nationalmannschaft für die EM 2016 und die WM 2018 zur Kenntnis genommen. ARD und ZDF hatten sich mit einem fairen und marktgerechten Angebot um die Übertragungsrechte beworben, aber auch gemeinsam eine klare finanzielle Obergrenze definiert.“ Das ZDF war für den Erwerb der millionenschweren TV-Rechte an der Champions League auch kritisiert worden.

Große Sportevents bei RTL

Ausschreibungsgewinner RTL äußerte sich sehr zufrieden über den Abschluss. „RTL setzt mit den Boxkämpfen der Klitschko-Brüder und der Übertragung der Formel 1 seit Jahren Maßstäbe in der Live-Übertragung von großen Sportereignissen. Mit genau dieser Leidenschaft wollen wir in den nächsten Jahren wieder die Fußball-Fans begeistern“, sagte Hoffmann. RTL hatte bei den Weltmeisterschaften 2006 und 2010 einige Partien live gezeigt, den Löwenanteil der Spiele aber bislang ARD und ZDF überlassen müssen.

ARD & ZDF erneuerten Vertrag mit DFB

Mit ARD und ZDF hat der DFB seinen TV-Vertrag erneuert, der neben Quali-Spielen für die WM 2014 und den Test-Länderspielen auch die Übertragung der DFB-Pokals, der Frauen Länderspiele und der 3. Liga umfasst. Für den Neuabschluss vor zwei Jahren bis 2016 kassiert der DFB geschätzte 175 Millionen Euro. Obwohl der Verband die zentrale TV-Vermarktung für die Ausscheidungsrunden an die UEFA abtreten musste, rechnet man nicht mit einem Sinken der geschätzten Gesamteinnahmen pro Länderspiel.

(dpa / ste)

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