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Radio Hamburg

Entscheidung gefallen

Mit 86,9 Prozent wurde für HSV Plus abgestimmt

Hamburg, 25.05.2014
HSV Plus, Abstimmung, Mitgliedsversammlung

Dem Antrag von HSV Plus wurde stattgegeben.

9.600 Mitglieder kamen ins HSV-Stadion und stimmten über den Antrag HSV Plus ab.

Beim Hamburger SV stehen die Zeichen auf Umbruch. Die Abstimmung wurde geschlossen und 86,9 Prozent haben für den Antrag auf Ausgliederung von HSV Plus abgestimmt. Nur 13,1 Prozent waren dagegen und 44 Mitglieder haben sich enthalten. 

Bereits vor der Abstimmung über das Reformkonzept HSV Plus hat die überwiegende Mehrheit der rund 9.600 anwesenden Mitglieder mit tosendem Beifall Sympathie für eine Ausgliederung der Profi-Fußball-Abteilung und die Umbildung in eine Aktiengesellschaft bekundet.

Abstimmung vorgezogen

Zudem wurde die elektronische Abstimmung auf Antrag des früheren Aufsichtsratsvorsitzenden Ernst-Otto Rieckhoff, Initiator von HSV Plus, vorgezogen. "Der HSV hat sportlich und wirtschaftlich genug durchgemacht", sagte Rieckhoff. 88,9 Prozent der Mitglieder stimmten seinem Antrag zu. Damit wurden die mehr als 50 eingereichten Änderungsanträge hinfällig.

Drei Stunden Aussprache

Die Aussprache über die Ausgliederung vor dem größten Auditorium, das eine HSV-Versammlung je gefunden hatte, dauerte rund drei Stunden. Die nicht enden wollende Rednerliste wurde nach Mitgliederentscheid vorzeitig geschlossen. Nach der katastrophalen Saison mit dem Beinahe-Abstieg des einstigen Europacup-Siegers war die Bereitschaft der Fans zugunsten der Ausgliederung offenbar gestiegen. Bereits vier Monate zuvor bei der Auswahl eines künftigen Konzeptes hatte HSV Plus mit 79,4 Prozent die Mehrheit erhalten. Bei der endgültigen Entscheidung über den tiefgreifendsten Umbruch in der 127-jährigen Geschichte des Vereins schien der Wunsch der Mitglieder nach Total-Umbau noch größer. Die Initiative benötigte 75 Prozent der Stimmen, um durchgesetzt zu werden.

Konzept von Vereinsvorsitzendem Carl Jarchow

Das Ausgliederungskonzept trug Vereinsvorsitzender Carl Jarchow vor, obwohl er wusste, dass er sich bei einer Wahl der Fußball-AG selbst abschafft. Er versuchte, Skeptikern Bedenken zu nehmen. Das Konzept sei mit der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und dem Finanzamt abgestimmt worden, betonte der FDP-Politiker. Die Raute als Markenzeichen des HSV dürfe auch weiterhin von den anderen Abteilungen des 33 Sparten umfassenden Gesamtvereins genutzt werden. Allerdings muss die AG zustimmen, wie sich später herausstellte.

"Das Stadion wird nicht ausgegliedert", sagte Jarchow. Die 57.000 Zuschauer fassende Arena werde ohnehin schon von einer separaten Betriebsgesellschaft verwaltet. Künftig werde es der Fußball-AG angegliedert. Ex-Aufsichtsratschef Manfred Ertel wollte Klarheit, ob der als AG-Vorstandschef gehandelte Dietmar Beiersdorfer tatsächlich zum HSV zurückkehren oder die Diskussion nur auf seinem Rücken ausgetragen werde. Früher glühender Gegner von HSV Plus, meinte er jetzt: "Wir brauchen Strukturreformen radikalster Art."

Aufsichtsratsmitglied Strauß gegen Reform

Gegenwind erhielten die HSV-Plus-Befürworter vom amtierenden Aufsichtsratsmitglied Christian Strauß. "Diese Ausgliederung ist eine Total-Enteignung des eingetragenen Vereins", rief Strauß und erntete kaum Beifall. Der Verkauf des Vereins sei «von langer Hand vorbereitet". Er habe schon lange nicht mehr so viele Mogelpackungen gelesen wie den Ausgliederungsbericht, behauptete Strauß.

(dpa/kru)

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