Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Verdacht auf Rechtsextremismus

Hamburger Fußball-Verband sagt Punktspiel ab

Hamburg, 11.09.2014
SC Sternschanze, Fußball, Trainingsgelände

Die Spieler des SC Sternschanze trainieren auf dem Sportgelände im Schanzenpark.

Der Hamburger Fußball-Verband hat erstmals ein Punktspiel wegen des Verdachts rechtsextremistischer Umtriebe innerhalb eines Teams abgesagt.

Die Amateurbegegnung der 3. Herren des SC Osterbek in der Leistungsklasse B wurde aus dem Spielplan des Wochenendes gestrichen, bestätigte der HFV einen Bericht des "Hamburger Abendblatts" (Donnerstag,11.09).

SC Sternschanze: Offener Brief an Verband

Anlass ist die Weigerung der 5. Herren des SC Sternschanze, zum Heimspiel anzutreten. In einem offenen Brief an den Verband begründeten die Fußballer ihren Beschluss mit Vorkommnissen in der vergangenen Saison. Der Osterbeker Libero habe vor dem Anpfiff des Zehntklassenspiels die erste Strophe des Deutschlandlieds angestimmt. Andere Spieler seien durch Tätowierungen und Kleidungsstücke mit nationalsozialistischem Hintergrund aufgefallen.

SC Osterbek zieht fünf Spielerpässe ein

"Anfangs wussten wir nicht genau, wie mit solchen Vorfällen umzugehen ist, dann haben wir uns entschlossen, Flagge zu zeigen", sagte Gunnar Ebmeyer, Kapitän der 5. Herren des SC Sternschanze. Der Vorstand des SC Osterbek schloss daraufhin fünf Männer mit sofortiger Wirkung aus dem Verein aus - die Pässe der Spieler wurden eingezogen.

Vorstand und erste Mannschaft: Klare Stellung gegen rechts

Die 1. Mannschaft des SC Osterbek bezieht auf ihrer Homepage ganz klar Stellung. Die Spieler der 1. Mannschaft fordern, den Vorstand des SC Osterbek auf, "vehement und mit allen Mitteln gegen diese rechten Spinner vorzugehen und diese hochkantig aus dem Verein" zu werfen. Der Vorstand und auch der Rest der, von den Vorwürfen betroffenen Mannschaft, distanzierten sich von den fünf Spielern und bezogen klar Stellung gegen rechts.

Trotzdem hätte man sich einen faireren Umgang vom SC Sternschanze gewünscht. "Das Weitergeben des Schreibens an die Presse (...) hat so hohe Wellen geschlagen und wir nur können hoffen, dass nicht der ganze Verein dadurch Schaden nimmt."

Fußballverband strebt Untersuchung an

Der HFV strebt eine Untersuchung an. Möglich ist ein Sportgerichtsverfahren mit dem Ziel, die gesamte 3. Herrenmannschaft aus Osterbek vom Spielbetrieb der Leistungsklasse B, Staffel III, auszuschließen. Die Darstellung der Spieler in sozialen Netzwerken habe die Vermutung rechtsextremistischen Gedankenguts genährt.

Die verbleibende Mannschaft habe den Wunsch geäußert, weiterhin Fußball spielen zu wollen und nicht in Kollektivstrafen genommen werden, da sie nichts mit dem rechten Gedankengut zu tun hätten. Der Rest der Spieler, besteht überwiegend aus Vätern mit kleinen Kindern und Selbstständig Gewerbe treibende Personen, die unter anderem auch einen Migrationshintergrund haben.

Mehr Infos zum Hamburger Amateur-Fußball findet Ihr hier.

(dpa/mgä)

comments powered by Disqus