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Radio Hamburg

Exklusives Interview

DAS ist der Verantwortliche für die HSV-Negativschlagzeilen

Hamburg, 12.08.2015
HSV Silhouette

Will nicht erkannt werden: Der Verantwortliche für alle HSV-Negativschlagzeilen.

Jahrelang dachten wir alle, der HSV würde sich ganz von alleine immer weiter in einen Strudel aus Lächerlichkeiten stürzen. Nun ist klar: Es gibt dafür einen Verantwortlichen.

HSV: Drei Buchstaben, die vielen Fußball-Fans einen Schauer über den Rücken jagen und Kritikern gleichermaßen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Kaum ein Tag vergeht, an dem der HSV mal nicht in ein neues Fettnäpfchen tritt. Der Verein wechselt seine Trainer schneller, als Prostituierte auf dem Kiez ihre Geschlechtspartner. Er spielt schlechteren Fußball, als ein betrunkener Affe an einem heißen Sonntagmorgen. Und er sorgt auch außerhalb des Platzes für mehr negative Schlagzeilen, als die Elbphilharmonie.

Es gibt einen Verantwortlichen für alles!

Auch in den letzten Tagen gingen wieder unzählige Geschichten um diesen Chaos-Verein durch die Presse. Geschichten, die eigentlich viel zu kurios, absurd und lächerlich sind als dass sie tatsächlich so hätten passieren können. Nun der Hammer: Es hat sich jemand bei uns gemeldet, der behauptet, er ganz allein sei für die Negativschlagzeilen des HSV verantwortlich. 

Ein exklusives Interview mit dem Marionettenspieler des Fußball-Teufels.

Radio Hamburg:  Herr Luzifer, sie behaupten, sie seien für alle Negativschlagzeilen des HSV der letzten Jahre verantwortlich. Bitte stellen Sie sich doch einmal vor und erklären Sie, was genau Sie beim HSV machen.

Luzifer:  Sehr gerne. Ich bin beim HSV für alle Miseren, Peinlichkeiten, Misserfolge, Dummheiten sowie dekadentes Handeln und die komplette Misswirtschaft verantwortlich. Der Posten wurde Anfang des neuen Milleniums geschaffen, als der HSV auf einer völlig ungeplanten und inakzeptablen Erfolgswelle schwamm. Herr Gott, man erreichte zu der Zeit ja sogar die Champions League. Ein Zustand, der in Hamburg nicht geduldet wird. Es musste also gehandelt werden - und da kam ich ins Spiel.

Radio Hamburg: Wir sind verwirrt. Wollen Sie uns erzählen, es wurde eine neue Negativ-Stelle beim HSV geschaffen, weil der Verein ZU erfolgreich war?

Luzifer: Exakt! Es bestand schneller Handlungsbedarf, die Erfolgsserie durfte für den geschundenen HSV-Fan kein Dauerzustand werden.

Radio Hamburg:  Und wie sind Sie bitte an so einen Job gekommen?

Luzifer:  Empfehlungen - Vitamin B ist das halbe Leben, sage ich Ihnen. Ich hatte mir in dem Bereich "Negative Management" bereits einen Namen durch meine Mitarbeit bei der Mercedes A-Klasse (Stichwort Elch-Test - Anm. d. Red.) sowie als Hautarzt von Michael Jackson gemacht. Dann kam der HSV auf mich zu. Und wie sagt man so schön: Wenn so ein großer Verein anklopft, kann man einfach nicht ablehnen.

Radio Hamburg:  Aha... wir sind sprachlos. Beschreiben Sie doch bitte, was genau Sie beim HSV machen.

Luzifer:  Mein genauer Titel lautet "Overrated Jerk of Evil and Head of Shitstorm-Vibes". Das hat aber auf keine Visitenkarte gepasst, daher haben wir es einfach abgekürzt mit O.J.E.H.S.V. - trifft es ja auch ganz gut (lacht dreckig). Ich sitze als O.J.E.H.S.V. also Tag für Tag in meinem stillen Kämmerlein in der letzten Ecke der HSV-Geschäftsstelle und überlege mir, wie man den Verein mal wieder komplett in die Scheiße reiten könnte.

Radio Hamburg:  Und was genau haben Sie dem Verein in der Vergangenheit alles angetan?

Luzifer:  Puh, wo soll ich anfangen... Im Grunde alles Negative, an das Sie sich so erinnern können. Ich habe Trainer entlassen, nur um dann noch einen viel schlechteren Trainer einzustellen. Ich habe Spieler-Empfehlungen für absolute Dilettanten ausgesprochen. Besonders stolz bin ich da natürlich auf HW4. Verpatzte Europa-Träume, die Bremer Wochen von 2009, die Posse um Bert van Marwijk und dieses seltsame Treffen der HSV-Bosse in einem Hamburger Hotel. Spätestens beim Trikot-Foto von van der Vaart in Valencia habe ich gedacht, dass ich nun ein wenig übertrieben habe und mir alle auf die Schliche kommen. Aber man traut dem HSV scheinbar alles zu. Wieso ist da bloß keiner misstrauisch geworden? Das war doch zu lächerlich um wahr zu sein. Das musste sich jemand ausgedacht haben. Ich habe absurde Ablösen öffentlich gemacht und mir neue Negativ-Serien für die Mannschaft ausgedacht. Ich meine: Nur 25 geschossene Tore in einer ganzen Saison? Kommen Sie, so schlecht kann man nicht sein! Das war exakt meine Vorgabe und die wurde eingehalten. Aber niemand hat das hinterfragt, alle haben geglaubt, dass diese Mannschaft wirklich so grottig ist. Ich mache einfach einen verdammt guten Job!

Radio Hamburg:  Jetzt, wo Sie es sagen... das klingt alles tatsächlich völlig unglaubwürdig. Und warum ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, an dem Sie über Ihren Schatten springen und alles öffentlich machen?

Luzifer:  Nachdem ich den HSV das zweite Mal in Folge in die Relegation geplant hatte, gingen mir so langsam die Ideen aus. Alles, was mir einfiel, war viel zu absurd. Ich hatte Angst, dass keiner mehr glaubt, was da beim HSV gerade wieder schiefgeht. Klar, die Niederlage gegen Jena im Pokal war noch einfach und im Grunde auch naheliegend. Aber dann... Ich wollte noch einen "Big Bang" aus dem Hut zaubern. Auch auf die Gefahr hin, dass mir das ganze Konstrukt dann um die Ohren fliegt. Also habe ich mir die Scheiße mit dem Knäbel-Rucksack überlegt. Fein säuberlich habe ich Kreditkarten, Gehaltslisten, vertrauliche Dokumente aus der Geschäftsstelle in seinen Rucksack gestopft und dann voller Freude überall im Jenischpark verstreut. Zu allem Überfluss habe ich direkt danach noch die Choreo eines anderen Vereins auf ein neues HSV-Shirt gedruckt und es in den Online-Shop gestellt. Und was passiert? Auch das traut man diesem HSV voll und ganz zu. Niemand hinterfragt, alle regen sich auf und schreien "typisch HSV!". Dabei ist es mein persönliches Meisterwerk, mein Höhepunkt - ein verdammter Picasso, wenn man so will. Es ist doch nur so "typisch HSV", weil ich diesen HSV zu dem lächerlichen Verein gemacht habe, der er heute ist. Das ist alleine mein Verdienst! 

Radio Hamburg: Ihnen hat also letztendlich die Anerkennung für diese abscheulichen Taten gefehlt?

Luzifer: Absolut! Da reißt man sich 15 Jahre lang den Arsch auf und nur der Verein, die Mannschaft, die Trainer und der Vorstand bekommen die Wut der Hamburger ab. Niemand ist wütend auf mich, lacht mich aus, niemand hackt auf mir rum oder macht Witze auf meine Kosten. Das ist absolut erniedrigend. Daher war es Zeit, an die Öffentlichkeit zu gehen.

Radio Hamburg:  Und wie geht es jetzt weiter? Bleiben Sie beim HSV? Auch jetzt, wo alles an die Öffentlichkeit gelangt ist?

Luzifer: Nein, das Kapitel HSV ist für mich beendet. Für das Bayern-Spiel am Freitag habe ich noch eine allerletzte Überraschung geplant - und das war's dann. Ich kapituliere und widme mich einer neuen Aufgabe. Im Management von RTL soll eine Stelle frei geworden sein.

Radio Hamburg:  Na, das passt doch! Aber das heißt im Umkehrschluss, dass es mit dem HSV jetzt wieder aufwärts geht?

Luzifer:  Wie lange die Auswirkungen vom "Overrated Jerk of Evil and Head of Shitstorm-Vibes" zu spüren sein werden, ist schwer abzuschätzen. Eines kann ich Ihnen aber versprechen: Der HSV ist am absoluten Tiefpunkt angekommen. Ich meine, was soll denn da jetzt noch kommen? Da müsste man schon ein verdammtes Genie sein, um diese Slapstick-Einlagen der jüngsten Vergangenheit noch zu toppen.

Radio Hamburg: Wo Sie Recht haben... Vielen Dank für das Gespräch!

 

(Achtung, Satire: Dieses Interview hat natürlich niemals stattgefunden. Alle Namen sind frei erfunden. Die peinlichen Begebenheiten hingegen gab es beim HSV tatsächlich. Auch wenn wir uns wünschen würden, dass auch das Satire ist.)

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