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Radio Hamburg

Jogi vs. Klinsi

DFB-Elf verliert gegen USA

Köln, 11.06.2015
Länderspiel, Testspiel, Deutschland, USA, Löw, 2015

Betretener Blick zum Boden: Jogi Löw siniert über die Niederlage der DFB Elf gegen die USA.

Gut gestartet, schlecht abgeschlossen. Nach 40 Minuten Power-Play baute Löws Team gegen die USA und Jürgen Klinsmann stark ab und verlor 1:2.

Von Urlaubsstimmung war den deutschen Nationalspielern beim Test gegen die USA 40 Minuten lang nichts anzumerken. Dann baute Joachim Löws Team stark ab und kassierte kurz vor Schluss die erste Heimniederlage gegen die Amerikaner.

Ausgleich knapp verpasst

Nur eine Halbzeit Fußball-Sommerspaß und der Sieger heißt Jürgen Klinsmann: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat einen erfolgreichen Heim-Abschluss zum Ende einer komplizierten Saison verpasst. Gegen die USA setzte es nach 40 lustvollen Minuten und dem Führungstreffer von Mario Götze (12. Minute) eine bittere 1:2 (1:1)-Niederlage. Für Klinsmanns US-Boys erzielten Mix Diskerud (41.) und Bobby Wood vom Zweitliga-Absteiger Erzgebirge Aue (87.) vor 40.348 Zuschauern in Köln die Treffer zum ersten Sieg im Land des vierfachen Weltmeisters. Mit einem Lattenkopfball verpasste der eingewechselte Sami Khedira (90.+4) am Ende noch den möglichen
Ausgleich.

"Kräfte geschwunden"

"Mit der ersten Halbzeit bin ich sehr, sehr zufrieden, in der zweiten Halbzeit sind uns zunehmend die Kräfte geschwunden", bilanzierte Bundestrainer Joachim Löw, der nach der Partie von seinem  Amtsvorgänger Klinsmann freundschaftlich in den Arm genommen wurde. "Für uns ist das natürlich eine Riesensache, hier in Deutschland gewinnen zu dürfen. Das kommt ja nicht alle Tage vor. Und das genießen wir jetzt natürlich im Moment", sagte der frühere DFB-Coach Klinsmann.

Am Samstag (13.06.) wird die Aufgabe für Löws Auswahl im EM-Qualifikationsspiel in Faro gegen Gibraltar leichter. Dann soll es vor dem Sommerurlaub den erwarteten klaren Sieg und drei Punkte auf dem Weg zur EM 2016 geben. "Das Spiel heute war wichtig, um wieder in den Rhythmus zu kommen. Klar wollten wir gewinnen. Aber man muss auch sehen, woher die Amerikaner kommen und woher wir kommen vom Fitness-Level. Ich gehe davon aus, dass wir gegen Gibraltar ein gutes Spiel zeigen", sagte Kapitän Bastian Schweinsteiger nach seinem 110. Länderspiel. "Wenn wir frühzeitig die Tore machen, dann sieht das anders aus hier. Gegen Gibraltar müssen wir unsere Torchancen nutzen", betonte Götze.  Löw hatte von seiner Mannschaft im letzten Heimspiel vor der Sommerpause Konzentration und Engagement gefordert, tatsächlich klappte das Umschalten vom Ferien- in den Wettkampfmodus erstaunlich gut.

Die DFB-Elf demonstrierte, dass sie noch Lust auf Fußball hat, agierte spritzig und spielfreudig. Vor allem der Gladbacher Patrick Herrmann, den Löw als 75. Neuling in seiner Amtszeit aufs Feld schickte, wirkte belebend auf das deutsche Spiel.  Der 24-Jährige trat für einen Debütanten ungemein mutig und frech auf und leitete über die rechte Seite fast alle torgefährlichen Aktionen in der ersten Halbzeit ein. Nach der Pause baute er aber ebenso ab wie einige seiner Kollegen. Mesut Özil als kluger Ballverteiler und Götze bewiesen viel Zug zum Tor. Allerdings offenbarte der Münchner Götze wie auch der deutlich abfallende Wolfsburger Edelreservist André Schürrle erneut Mängel im Torabschluss, die Löw schon nach dem 2:0-Sieg im März in Georgien moniert hatte.

Rumpel-Abwehr

Der Abwehr merkte man an, dass sie in dieser Zusammensetzung bisher nicht zusammengespielt hat. Vor allem Lokalmatador Jonas Hector und Antonio Rüdiger offenbarten auf der linken Seite gelegentliche Abstimmungsprobleme. In der 41. Minute ließ sich die defensive Notformation von einem Diagonalpass von Michael Bradley überrumpeln. Sebastian Rudy verlor seinen Gegenspieler Diskerud aus den Augen, der unbedrängt zum Ausgleich traf.

Nach der Pause kam unter dem Jubel der Fans der Ex-Kölner Lukas Podolski für den schwachen Schürrle in die Partie, außerdem ersetzte Khedira trotz fehlender Spielpraxis auf der Sechser-Position Schweinsteiger. Vom Schwung der ersten 45 Minuten war in der deutschen Elf indes nun nicht mehr viel zu sehen, dafür übernahmen Klinsmanns US-Boys mehr und mehr das Kommando. Die frischer wirkenden Amerikaner nutzten die deutschen Defizite in der Rückwärtsbewegung mehrfach zu Vorstößen, blieben aber harmlos im Abschluss.

Drei Minuten vor Schluss sorgte Woods mit einem platzierten Schuss aus 18 Metern für betretene Mienen auf der deutschen Bank.

(dpa/aba)

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