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Radio Hamburg

2:1 bei Quali gegen Georgien

Deutschland in EM-Endrunde eingezogen

Leipzig, 12.10.2015
Deutsche Nationalmannschaft siegt gegen Georgien

Jubel, aber ein knapper Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Georgien.

Zum zwölften Mal nacheinander ist Deutschland bei einer EM-Endrunde dabei. Es war ein schwer erkämpftes 2:1 der Löw-Jungs gegen Georgien.

Nationalmannschaft übt Selbstkritik

Mit einem "Ende gut, alles gut" wollten sich die Weltmeister nicht in die Leipziger Nacht verabschieden. Dafür hatte der Auftritt gegen biedere Georgier noch mehr Fragezeichen hinterlassen als die Pleite zuvor in Irland. "Die EM ist wieder etwas anderes", sagte Abwehrchef Jérôme Boateng, ergänzte aber deutlich: "So wie wir heute gespielt haben, brauchen wir nicht anzutreten. Gegen ein Spitzenteam kannst du so nicht spielen. Ich glaube nicht, dass es so passieren wird. Aber man muss schon Klartext reden", forderte der 27 Jahre alte Münchner.

Die großen Mühen und Probleme zum Qualifikations-Abschluss werden die deutschen Fußball-Nationalspieler und den Bundestrainer noch eine ganze Weile begleiten. "Wir sind im Moment ein Boxer, der viele Treffer landet, aber nicht frühzeitig den K.o. schafft", bemühte Bundestrainer Joachim Löw ein Bild aus einer härteren Sportart.

"Absolute Geilheit" ist gefragt

Um das größte Defizit gab es im Lager des Weltmeisters keine Diskussionen. "Wir müssen dahin kommen, dass wir diese absolute Geilheit, ein Tor machen zu wollen, wieder haben", betonte Real-Madrid-Star Toni Kross nach 90 zähen Minuten. Und auch sein Chef Löw sagte deutlich: "Wir wissen, dass wir da in den nächsten Monaten schon noch einige Arbeit vor uns haben, um wieder auf das Niveau wie bei der WM zu kommen."

Wie die Korrekturen beim amtierenden Weltmeister bis zum Start der Fußball-Europameisterschaft am 10. Juni 2016 konkret aussehen sollen, wollten und konnten Trainer und Spieler nach dem mühevollen 2:1-Sieg gegen den Weltranglisten-110. Georgien noch nicht näher erläutern. Auf Knopfdruck wird das kaum gelingen. "Der Schnitt liegt jetzt bei sieben oder acht Torchancen, die wir brauchen", beklagte Löw erneut die fehlende Effizienz des deutschen Spiels, rätselte aber selbst: "Unsere Spieler haben schon Vollstreckerqualitäten, Marco Reus, Thomas Müller oder André Schürrle normalerweise."

Doch gerade die ließen vor 43.630 unzufriedenen Zuschauern in der ausverkaufen Arena den Punch vermissen, obwohl sie sich den Gegner gleich serienweise an den Seilen zurechtgestellt hatten. Allein der Dortmunder Reus versemmelte in der kalten sächsischen Herbstnacht ein halbes Dutzend vorzüglicher Tormöglichkeiten. "Im Verlaufe des Spiels hat sich dann ein gewisser Frust breitgemacht. Der Gegner bleibt in dieser Situation wach, weiß, wir können vielleicht mit einer Aktion einen Gegenschlag machen."

Und als Georgien-Kapitän Jaba Kankawa (53. Minuten) die Elfmeter-Führung von Thomas Müller (50.) postwendend ausglich, drohte 20 Minuten lang sogar die totale Blamage. Der Welt-Torhüter Manuel Neuer verhinderte mit zwei Weltklasse-Paraden, dass Deutschland sogar noch in Gefahr geriet, in die Playoffs zu müssen. Erst Bayern-Stürmer Robert Lewandowski mit seinem 2:1 für Polen gegen Irland, dann Max Kruse mit dem DFB-Siegtreffer bannten schließlich diese Gefahr.

(dpa/aba)

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