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Radio Hamburg

Rote Karte für Adler

HSV verliert 0:3 gegen den BVB

Dortmund, 17.04.2016
BVB vs HSV, Rene Adler

Foul vor dem Platzverweis von Torwart Rene Adler an Shinji Kagawa.

Borussia Dortmund hat sich von seinem Europapokal-Aus gut erholt gezeigt und mit einem Sieg die Sorgen unseres HSV um den Klassenverbleib wieder verstärkt. 

Der BVB setzte sich am Sonntag (17.04) mit 3:0 (2:0) gegen den HSV durch, die Tore erzielten Christian Pulisic (38. Minute) und Ramos mit Doppelpack (44./86.). 

Rote Karte für Adler

Drei Tage nach dem Aus in der Europa League gegen Ex-Trainer Jürgen Klopp und dessen FC Liverpool wahrten die Borussen den Sieben-Punkte-Rückstand in der Fußball-Bundesliga auf Bayern München. Der Titelverteidiger kann die Meisterschaft dennoch am kommenden 31. Spieltag perfekt machen. Der HSV, der nach einer Roten Karte für Torwart Rene Adler ab der 52. Minute in Unterzahl spielte, ist nur noch drei Punkte vom Relegationsrang entfernt.

Für den HSV war es die erste Niederlage gegen die Borussia seit September 2013. Damit rückt die Abstiegszone bei nur noch drei Punkten Abstand auf den Tabellen-16. aus Bremen wieder bedrohlich nahe. Beide Teams treffen am Freitag (22.04) aufeinander. Dieses brisante Nordderby muss Hamburg zu allem Überfluss ohne Torhüter René Adler bestreiten, der in Dortmund nach einer Notbremse (52.) die Rote Karte sah. 

Labbadia: Chance verpasst

«Wir hätten in Führung gehen müssen, dann hätten wir eine große Chance gehabt, hier etwas mitzunehmen», sagte HSV-Coach Bruno Labbadia und ergänzte: Nach dem Platzverweis für Rene Adler war das Spiel für uns gelaufen. Jetzt geht es darum, gegen Werder das Spiel zu gewinnen. Es wird ein heißes Spiel, auch was die Nervenbelastung betrifft.»

Auf Dortmunder Seite kehrte dagegen das Lachen zurück. «Es war nicht so einfach, hier mit breiter Brust rauszukommen. Das 1:0 hat unser Spiel beflügelt», meinte Gonzalo Castro. Trainer Tuchel betonte: «Wir hatten nicht auf jeder Position die allerbeste Form. Es hat sich zäh angefühlt, aber wir haben 3:0 gewonnen und sind sehr zufrieden.» 

BVB mit zwei 17-Jährigen angetreten

Trotz der Spekulationen um einen Wechsel von Ilkay Gündogan, der laut Medienberichten einen Vertrag bei Manchester City unterschrieben haben soll, stand der BVB-Nationalspieler in der Startformation. Wie schon beim vorigen Bundesliga-Spiel auf Schalke (2:2) beorderte Thomas Tuchel im Vergleich zum Spiel gegen Liverpool acht neue Profis in das Team. Bemerkenswert war dabei, dass der BVB-Coach in Christian Pulisic und Felix Passlack auf gleich zwei nur 17 Jahre alte Talente setzte.

Trotz dieser XXL-Rotaion übernahm der BVB zunächst die Regie. Doch das Plus beim Ballbesitz schlug sich nicht in Torchancen nieder. Stattdessen bot sich den ohne den verletzten Spielgestalter Aaron Hunt angetretenen Hamburgern gleich zweimal die Möglichkeit zur frühen Führung. Doch der Schuss von Nicolai Müller (14.) aus 18 Metern verfehlte das Dortmunder Tor knapp. Nur drei Minuten später köpfte Ivo Ilicevic aus kurzer Distanz vorbei. 

Mehr Torraumszenen bekamen die Zuschauer im torreichsten Duell der Bundesliga-Historie lange nicht zu sehen. Dafür war das Aufbauspiel der Borussia zu statisch und tempoarm. Das ermutigte die Gäste zu mehr Vorwärtsdrang. So hätte der für den verletzten Pierre-Michel Lasogga eingewechselte Sven Schipplock (34.) nach einem Fehler von BVB-Abwehrspieler Sven Bender das 1:0 auf dem Fuß, verlor aber leichtfertig den Ball an Weltmeister Mats Hummels. 

Nur zwei Minute nach dieser Rettungstat leitete Hummels die überraschende Führung für sein Team ein. Das Zuspiel des BVB-Kapitäns nutzte US-Nationalspieler Pulisic und erzielte mit einem platzierten Flachschuss aus 14 Metern sein erstes Bundesligator. «Es ist ein sehr gutes Gefühl, mein erstes Tor zu machen», sagte Pulisic. 

Der bis dahin gleichwertige HSV schien konsterniert und musste noch vor der Pause sogar das 0:2 hinnehmen. Mit einem platzierten Schuss ins lange Eck ließ Ramos dem Hamburger Torhüter Adler keine Chance. Auch nach Wiederanpfiff hatten sich die Norddeutschen noch nicht erholt. Bei einem vielversprechenden BVB-Angriff holte Keeper Adler den Japaner Shinji Kagawa außerhalb des Strafraumes von den Beinen, was Schiedsrichter Marco Fritz zu Recht mit einem Platzverweis
ahndete. Damit war der Widerstand des HSV gebrochen. Mit deutlich mehr Spielanteilen, aber ohne großen Glanz brachte die Borussia das 2:0 locker über die Zeit. 

Für den HSV kam es noch schlimmer. Der Schwede Albin Ekdal verletzte sich bei einem Zweikampf im Mittelfeld und musste verletzt vom Platz. Da der HSV bereits sein Wechselkontingent ausgeschöpft hatte, beendeten die Gäste das Spiel mit zwei Spielern weniger. So fiel auch noch das dritte Dortmunder Tor durch Ramos, als Drobny keine gute Figur machte.

(dpa/mgä)

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