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Radio Hamburg

Transferwahnsinn

Neymar, Dembélé und Co. - Wohin führt der Weg?

Neymar, Brasilien, WM, Eröffnungsspiel

Der brasilianische Fußballstar Neymar wechselte im Sommer für 222 Millionen Euro vom FC Barcelona zu Paris St. Germain. 

Der Transfer-Sommer sprengte alle bisher dagewesenen Dimensionen. Doch wie geht es weiter? 

Die Transferperiode im Sommer offenbarte ein weiteres Mal die enorme Finanzkraft der Fußballwelt. Mit Neymar und Kylian Mbappé wurden zwei absolute Toptransfers getätigt, welche die bislang gekannten finanziellen Grenzen einfach überstiegen. Durch den Transfer von Ousmane Dembélé war auch die Bundesliga in Person von Borussia Dortmund an diesem Wahnsinn beteiligt. Doch wohin führt dieser Weg, der in der Öffentlichkeit längst auf Widerstand gestoßen ist?

Wurzeln des Problems

Um zu verstehen, wie es überhaupt zu solch wuchernden Summen kommen konnte, muss ein Blick auf das dahinter stehende Geschäftsmodell geworfen werden. Zugrunde liegt dem Ganzen allein das große öffentliche Interesse, über das der Fußball nach wie vor verfügt. Milliarden Menschen auf der ganzen Welt haben inzwischen die Möglichkeit, die Übertragungen der Spiele zu verfolgen. Daraus ergibt sich auf der einen Seite ein hohes wirtschaftliches Potenzial, welches durch externe Unternehmen in den Fußball gelenkt wird. Diese sind dazu bereit, hohe Summen für Werbung und Sponsoring zu bezahlen, da sie um die große Aufmerksamkeit wissen, die in der Folge auch auf ihr Unternehmen ausstrahlt. Auf der anderen Seite wurden Fußballklubs in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einem Prestigeobjekt der Superreichen. Was mit dem FC Chelsea begann, wirkt sich inzwischen auf zahlreiche Vereine auf der ganzen Welt aus. Nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage sind diese seither dazu in der Lage, die Preise auf dem Weltmarkt deutlich zu erhöhen.

Die Wirtschaftskraft des Fußballs

Gleichzeitig gibt es jedoch Profiteure, die fest an die hohen gehandelten Summen geknüpft sind. Denn der Fußball selbst ist für zahlreiche Arbeitsplätze verantwortlich, die weit über den Kader der Profimannschaften hinausgehen. Anbieter für Fußballwetten, wie fussballwetten.com, zählen genauso dazu, wie die vielen Beschäftigten, über die jeder Klub inzwischen verfügt. Um allerdings auch die Gesellschaft finanziell am Fußball profitieren zu lassen, wäre eine strikte Besteuerung der gehandelten Transfersummen notwendig. Auf der einen Seite würde dies Jahr für Jahr viele Millionen Euro in die Steuerkasse spülen, die wiederum für dringend benötigte Investitionen genutzt werden könnten. Auf der anderen Seite wären dem Transferwahnsinn engere Grenzen gesetzt, da es sich in vielen Bereichen nicht mehr lohnen würde, horrende Summen zu investieren.

Sind Regulierungen in Aussicht?

Selbst die Manager und Sportdirektoren der großen Klubs reagierten inzwischen auf die Entwicklung der vergangenen Monate. So beschlossen die Chefs der englischen Premier League die Transferperiode im kommenden Jahr zu kürzen. Dies scheint ein erster Versuch zu sein, die ewig zähen Verhandlungen einzudämmen und sich wieder im Wesentlichen auf die Vorbereitung für die kommende Saison zu konzentrieren. Auf der anderen Seite gibt es auch bereits aus der Bundesliga die eine oder andere kritische Stimme, welche die aktuellen Vorkommnisse nicht weiter hinnehmen will. So wurde bereits der Vorschlag diskutiert, strenge interne finanzielle Auflagen in der Bundesliga einzuführen, die Transfers strikt begrenzen. Die erste Bundesliga würde so zu einer vorwiegenden Ausbildungsliga werden, welche die Jugendarbeit in den Vereinen noch mehr in den Mittelpunkt rückt. Auf der anderen Seite wäre es dadurch wohl nicht mehr möglich, um die hoch dotierten Titel auf dem internationalen Parkett zu spielen.

Wenig Zuspruch für enorm hohe Summen

Tatsächlich finden sich wenige Befürworter der enormen Summen, die inzwischen für Fußballspieler bezahlt werden. Dennoch bleiben die Gesetze des Kapitalismus ein gern genutztes Mittel, um auf die Situation aufmerksam zu machen. Demnach wird der rein wirtschaftliche Wert eines Spielers, der sich heute sowohl aus Siegprämien als auch aus Marketingmaßnahmen ergibt, durch die Gesetze des Marktes stets objektiv bewertet. Aus diesem Grund sei es gerechtfertigt, den brasilianischen Star Neymar für 222 Millionen Euro von seinem angestammten Verein FC Barcelona loszueisen und ihn zugleich mit Bonuszahlungen in zweistelliger Millionenhöhe zu vertrauen, die er nun zusätzlich zu seinem normalen Gehalt genießen kann.

Kein Ende in Sicht

Natürlich handelt es sich um eine Diskussion, die so schnell kein Ende finden wird. Dies liegt auf der einen Seite an der großen Polarisierung, für die der sogenannte Volkssport Fußball auch in diesem Bereich sorgt. Weiterhin wird sich die Politik hüten, die Machenschaften der deutschen Vereine zu regulieren, die damit einen tatsächlichen Wettbewerbsnachteil auf dem internationalen Parkett hätten. Viele Fans würden eine solche Entscheidung jedoch begrüßen. Denn sie könnte dafür sorgen, dass sich der Sport nicht noch weiter von seiner Basis entfernt. Denn die Fans sind durch ihr großes Interesse Auslöser und Leidtragende des aktuellen Hypes, weshalb ihnen eine besonders tragische Rolle zukommt.