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HSV entlässt Per Carlén

HSV Handball Per Carlén

Per Carlén war nur insgesamt sechs Monate HSV-Trainer.

Per Carlén ist nicht mehr Trainer des HSV. Hamburg will mit einem neuen Mann auf der Bank die verbleibenden Titelchancen suchen.

Hamburg - Zwei Tage vor dem Jahreswechsel hat der wankende deutsche Handball-Meister HSV für einen vorzeitigen Silvesterknaller gesorgt. Die Hanseaten gaben am Donnerstagabend die Trennung von Trainer Per Carlén bekannt, der erst im Sommer die Nachfolge des zum Clubchef aufgestiegenen Meistermachers Martin Schwalb angetreten hatte. "Wir werden die spielfreie Zeit nutzen, um eine Lösung der Situation zu finden", wurde Präsident Schwalb auf der Vereinshomepage zitiert. Carlén werde zum Jahresende von seinen Aufgaben entbunden, die Nachfolgefrage sei offen.

Kommt jetzt Zvonimir Serdarusic?

Gespräche mit etwaigen Joberben des Schweden, mit dem ein Teil der Spieler und viele der Fans in Hamburg nie so richtig warm geworden waren, sollen im Januar aufgenommen werden. Gerüchten zufolge könnte der frühere Kieler Erfolgscoach Zvonimir Serdarusic auf Carlén folgen.

Die Unbeständigkeit fehlte

In der Kritik stand der Schwede, der mit großen Erwartungen von der SG Flensburg-Handewitt in die Hansestadt geholt worden war, vor allem wegen der einzigen Konstante im Spiel des HSV - der Unbeständigkeit. Bereits acht Punkte Rückstand auf den Nordrivalen THW Kiel, der mit stolzen 36:0 Punkten glänzt und beim HSV alle Hoffnungen auf die angepeilte Titelverteidigung schon zur Halbzeit einer Saison mit Aufs und Abs zunichtegemacht hat, gaben letztlich den Ausschlag. Vier Pleiten in der Liga - mehr als in der vorigen Saison - hatten Carlén in Bedrängnis gebracht. Hinzu kam, dass auch Spieler wiederholt auf Distanz zu dem 51-Jährigen gingen. Es sei "leider noch nicht der HSV vom letzten
Jahr", stellte zuletzt Nationalspieler Pascal Hens nach dem  34:29 am Dienstag gegen Frisch Auf Göppingen fest. Andere hatten angedeutet, dass sich Grundlegendes ändern müsse. Ob das gegen Carlén ging, blieb dabei offen.

Angezählt war der Schwede aber allemal. Daran änderte selbst die Erfolgsserie in der Champions League nichts, wo der HSV die Gruppenphase gegen allerdings nicht allererste Wahl an internationalen Gegnern überaus souverän mit weißer Weste überstand. Einzige realistische Titelchance bleibt der DHB-Pokal, wo die Hanseaten mit einem Sieg gegen den Drittligisten Aue das heimische Final-Four-Turnier erreichen sollten - auch ohne Carlén.

(dpa)