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Radio Hamburg

Drama kurz vor Olympische Winterspielen

Viren-Angst, Schiffsnot und Kondom-Krise

Hamburg , 07.02.2018
Olympia-Kondome

Diese Box mit Kondomen stand den Athleten der diesjährigen Olympischen Spiele gratis zur Verfügung - sie ist allerdings schon leer. 

Kurz vor der Olympia-Eröffnung gibt es schlechte Nachrichten aus Pyeongchang: Eine Welle von Viruserkrankungen, eine festsitzendes Schiff und eine Kondom-Krise. 

Eine Welle von Viruserkrankungen hat sich unter 32 Sicherheitskräften in Pyeongchang ausgebreitet, eine Olympia-Fähre sitzt fest und die Kondome sind bereits leer - Mehr kann wirklich nicht schiefgehen!

Das Norovirus beunruhigt Olympia-Organisatoren

Bei 32 Personen in Pyeongchang soll das Norovirus nachgewiesen worden sein, wie das Organisationskomitee der Olympischen Winterspiel mitteilte. "Eine epidemiologische Untersuchung ist im Gange, um den Weg der Übertragung nachverfolgen zu können." Das sorgt für Unruhe – besonders natürlich bei den Sportlern.

Die Viren verbreiten sich von Mensch zu Mensch aus und können über verunreinigtes Essen oder Wasser übertragen werden. Genau deshalb sorge man sich nun auch um die Nahrungsmittelsicherheit in der Region. Das Virus führt zu Magen-Darm-Erkrankungen, die sich in einem plötzlich auftretenden, heftigen Brechdurchfall äußern.

Wer betroffen ist

Von den 32 Erkrankten handele es sich bei 21 um private Sicherheitskräfte, die im selben Quartier im Landkreis Pyeongchang gewohnt hätten, hieß es. Die restlichen elf infizierten Personen – acht Koreaner und drei Ausländer – hätten sich hingegen an anderen Orten aufgehalten. Zuvor war von 41 Verdachtsfällen die Rede, welche allesamt in ein Krankenhaus gebracht wurden. 1.200 weitere Bewohner der Unterkunft für das Sicherheitspersonal sollten isoliert werden, "bis keine weiteren Fälle mehr auftreten".

Die Lösung des Problems

Die betroffene Unterkunft liegt glücklicherweise abseits der beiden Athletendörfer . In beiden Dörfern sowie in der östlichen Küstenstadt Gangneung würden Desinfektionsmittel-Spender aufgestellt werden, wie Christophe Dubi , der Spiele-Exekutivdirektor des Internationalen Olympischen Komitees, ankündigte. Flugblätter sollen außerdem dafür sorgen, dass Athleten und Funktionäre über Vorsichtsmaßnahmen informiert sind. Eine eventuelle Verbreitung des Virus solle unbedingt verhindert werden, weshalb die Organisatoren alles Mögliche unternähmen, so Dubi.

900 Soldaten sollen nun dafür da sein, dass keine Sicherheitslücken entstehen und den Angaben des Organisationskomitees zufolge an 20 verschiedenen Olympia-Schauplätzen stehen, um die ausgefallenen Sicherheitskräfte zu ersetzen.

Wie die Sportler sich schützen 

Hermann Weinbuch , Bundestrainer nordischen Kombinierer,  sagt, dass man schon eigene Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet hätte: "Das machen wir vor Großereignissen immer so. Da wird vermehrt mit Desinfektionsmitteln gearbeitet und Hände werden nicht mehr geschüttelt."

Zusätzlich werden die Athleten angehalten, vor allem in der Essenshalle die Desinfektionsspender zu nutzen. Christoph Sieber , der Windsurf-Olympiasieger von 2000 erinnert sich: "Es sind Dinge, die bei den meisten Athleten sowieso ein Muss sind. Ich habe das seinerzeit schon von den Langläufern und Biathleten gelernt, wie man das richtig macht".

Bereits im Sommer 2017 gab es bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London Aufruhr, denn mehrere Dutzend Athleten hatten sich mit dem Norovirus angesteckt. Damals wurden die Athleten sogar unter Quarantäne gestellt.

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Olympia-Schiff aus Nordkorea sitzt fest

Die schlechten Nachrichten hören aber leider nicht beim Norovirus auf. Nordkorea hat Südkorea nun nach Treibstoff für die Fähre gebeten, die Gäste zu den Olympischen Winterspielen transportieren soll. Derzeit sitzt die Fähre aus dem kommunistischen Land nämlich ohne Treibstoff fest.

Derzeit ist unklar, wie viel Öl angefordert wurde und vor allem, ob der Antrag gegen eine im vergangenen Jahr verabschiedete UN-Resolution verstößt, die den Import von raffiniertem Erdöl nach Nordkorea begrenzen soll. Denn der Grund für die Knappheit des Sprits ist offensichtlich: Der UN-Sicherheitsrat hatte im Dezember die Sanktionen gegen Pyeongchang verschärft. Unter anderem wurde die Einfuhr von Treibstoffen um fast 90 Prozent gekürzt und die Rohöl-Versorgung begrenzt. Zudem hatte Seoul 2010 beschlossen, dass keine Schiffe mehr aus Nordkorea in südkoreanischen Häfen anlegen dürfen, nachdem das südkoreanische Kriegsschiff unterging, wofür eine Torpedoattake Nordkoreas verantwortlich gemacht wurde.

Die Fähre Mangyongbong 92 durfte jedoch mit einer Sondergenehmigung der südkoreanischen Regierung anlegen, welches das Vereinigungsministerium in Seoul mitteilte. Sie beförderte eine Delegation Nordkoreas sowie ein 140-köpfiges Orchester für Olympia und soll außerdem der Unterkunft während der Spiele dienen. Die Ankunft der Musiker wurde von Protesten am Hafen begleitet. Südkoreanische Demonstranten hielten Anti-Kim-Plakate hoch und verbrannten sogar Fahnen! Um jetzt aber wieder nach Nordkorea zurückzufahren und den Rest der nordkoreanischen Delegation abzuholen, fehlt leider der Treibstoff.

Rekordzahl: 110.000 Kondome bei Olympia - und die sind heiß begehrt 

Der Kondom-Hersteller Convenience Co hat für die diesjährigen Winterspiele in Pyeongchang ganze 110.000 Kondome gesponsort, welches etwa 38 Kondome für jeden Sportler bedeuten - so viele wie noch nie bei den Winterspielen! Bei den Spielen in Sotschi waren es hingegen "nur" 100. 000 Stück. Doch es scheinen immer noch zu wenig zu sein, denn in den Boxen mit Kondomen herrscht schon vor dem Start der Spiele gähnende Leere. Der deutsche Rodler Andi Langenhan machte eine überraschende Entdeckung: "Ich hab' die Körbchen gesehen, aber die waren alle leer."

Obwohl die Spiele nicht mal begonnen haben, sind schon viele Athleten vor Ort, die sich normalerweise mit klassischem Training vor den Spielen beschäftigen sollten. Wird stattdessen ein anderer Sport betrieben? Ein Sprecher des Kondom-Sponsors hat hingegen eine andere Erklärung: "Wir erwarten nicht, dass die Sportler sie alle benutzen." Viele Athleten tüten die Gummis nämlich einfach als Souvenir ein. Schon bei den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro 2016 waren die knallgrünen Kondome innerhalb kürzester Zeit vergriffen.