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Radio Hamburg

Olympia 2018

Wo sind die Zuschauer?

Pyeongchang, 14.02.2018
Leere Ränge bei Olympia

Gähnende Leere auf den Rängen bei Olympia - woran liegt das?

Die Olympischen Wettbewerbe laufen, die Athleten sind vor Ort und kämpfen um die Medaillen. Doch wo sind die Zuschauer auf den Rängen?

Es ist kein neues Problem: Fehlende Zuschauer auf den Rängen der Olympischen Winterspiele. Bereits 2014 in Sotschi sprach die Sprecherin des damaligen Olympia-Komitees, Alexandra Kosterina, von einer 90-prozentigen Auslastung der Wettkämpfe. Die Athleten bestätigten das hingegen nicht.

Schönreden von Zuschauerzahlen

2018 fällt die Zuschauerzahl noch ernüchternder aus, als vor vier Jahren. Sung Baik-you, der diesjährige Sprecher des Komitees, sprach zwar von 1,18 Millionen verkauften Tickets (durchschnittlich also eine Auslastung von 84,4 Prozent bei den Wettkämpfen) und dem großen Erfolg des Auflaufens des nord-süd-koreanischen Eishockey Teams der Frauen. Letzteres sei sogar komplett ausverkauft gewesen. Widerspruch aus den Reihen der Journalisten, eine japanische Reporterin beanstandete, bei dem Match viele leere Plätze gesehen zu haben. „Das kann durchaus sein“, antwortete Herr Sung, „wenn Plätze im Fernsehen als leer wahrgenommen werden, bedeutet das nicht, dass die Zuschauer nicht da gewesen sind.“ Das Schönreden der Zuschauerzahlen ist mittlerweile anscheinend eine eigene olympische Disziplin, obwohl es natürlich stimmt, dass aufgrund der Kälte und der späten Uhrzeiten einige Besucher sicherlich ferngeblieben sind.

Biathlon und Skispringen besonders betroffen

Besonders wenige Zuschauer verzeichneten die Disziplinen Biathlon und Skispringen, dort wird Stimmung stark vermisst. Der Skisprung Bundestrainer Werner Schuster verglich die Atmosphäre gar mit der des Deutschland-Pokals. „Das haben unsere Athleten nicht verdient!“

Diese Tatsache ist aber durchaus keine Überraschung: Südkorea ist kein Land des Biathlons, alle 53 gewonnen Goldmedaillen waren für die Disziplinen Short Track, Eisschnelllauf und Eiskunstlauf. Außerdem finden diese Wettkämpfe stets zu sehr späten Uhrzeiten statt, damit die Übertragungen bei uns wiederum zu angenehmen Uhrzeiten laufen.

Des Weiteren ist Pyeongchang ein sehr ziemlich beschaulicher Landkreis mit einer wenig besiedelten und strukturschwachen Region und steht zum Beispiel hinter der Metropole Seoul weit zurück.

Das war schon vorher abzusehen

Dass die Olympischen Winterspiele teilweise so schlecht besucht sind, war aber schon vorher abzusehen, denn die Ticketverkäufe liefen schleppender als sonst. Einen Monat vor Beginn der Spiele waren lediglich 61 Prozent der Karten verkauft, als einer der Hauptgründe gilt die im letzten Jahr sehr angespannte Stimmung zwischen Nord- und Südkorea. Beim koreanischen Filmfestival in Frankfurt wurde zwar mehrfach versichert, dass es sich lohne, diesem schönen Land einen Besuch abzustatten und keine akute Gefahr durch die Nachbarn drohe. Trotzdem ließen sich die ständigen Raketentests im Norden Koreas nicht einfach wegdiskutieren.

(lba)