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Radio Hamburg

Wetterextreme bei Olympia

Wie überstehen die Athleten die Eiseskälte?

Pyeoungchang, 14.02.2018
Kälte in Pyeongchang

Beim Biathlon pfiff der Wind den Athleten besonders stark um die Ohren, viele tragen mittlerweile Atemwärmer, um sich zu schützen.

Temperaturen bis zu 25 Grad unter Null, die Wetterextreme in Südkorea halten an. Eine Herausforderung für die Athleten, sich warm zu halten.

Die sibirische Kälte-Welle bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang hält an, die Region Gangneung ist in Südkorea bekannt für seine langen, harten Winter. Begleitet wird sie vom Sturm, der auf den Bergen mit bis zu 100 km/h über die Pisten peitscht. Das erste Opfer wurde eine TV-Kamera, die 10 Meter in die Tiefe auf den Zielbereich der Riesenslalomstrecke fiel. Am Wochenende durften die Abfahrer wegen des eisigen Windes erst gar nicht an den Start gehen.

Wie reagieren die Athleten auf diese Wetterextremen?

„Bislang gibt es noch keine medizinischen Folgeschädigungen unserer Mannschaft“, berichtet der deutsche Olympiaarzt Bernd Wolfarth, „aber es ist klar, dass die Athleten bei den Temperaturen nicht glücklich sind und das persönliche Empfinden nicht sonderlich gut ist.“ Wichtig sei es, freiliegende Körperteile wie Hände oder Hautflächen im Gesicht gut zu schützen.

Goldmedaillen-Gewinner Laura Dahlmeier konnte ihre Finger kaum noch bewegen nach dem Zieleinlauf, während ihr Teamkollege Benedikt Doll mit Wärme-Pads in den Handschuhen und Halsschmerzen Bronze holte. „Es ist sehr hart für den Körper“, sagt er.

Maßnahmen gegen die Kälte

Viele Athleten benutzen sogenannte Atemwärmer - auch Mundheizung genannt -, die vor Infektionen schützen sollen. Denn: je kälter die Luft, desto größer ist einerseits das Risiko einer Bronchitis oder anderen Erkrankungen der Atemwege. Diese Kunststoffgeräte aus Schweden sind kleiner als Zigarettenschachteln. In ihnen befinden sich Aluminiumlamellen, die sich durch die warme Luft beim Ausatmen erwärmen. Gleichzeitig sammelt sich in ihnen noch die Feuchtigkeit des Atems. Mit dieser Feuchte und Wärme wärmen die Lamellen wiederum die kalte Luft beim Einatmen.

Auch beliebt sind beheizbare Jacken mit einem Hightech-Heizsystem bestehend aus stromleitendem Kohlenstoff und Silbertinte, Jackenfutter und einem Akku.

So gut es geht schützen ebenfalls Gesichtspflaster, Masken und dickte Halstücher beim Skifahren. Die Skispringer bekommen zusätzlich vor ihrem Sprung Decken, um nicht zu erfrieren. Der Bobfahrer Nico Walther vertraute währenddessen auf die Michelin-Technik und zog beim Training vier Jacken übereinander an.

(lba)