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Radio Hamburg

Olympia-Bewerber Boston

So demontiert sich unser Olympia-Konkurrent selbst

Hamburg, 02.04.2015
RHH - Expired Image

Boston bewirbt sich um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2024.

Boston, Hamburgs größter Konkurrent für die Olympischen Spiele 2024, schießt sich nach und nach selbst ins Aus.

Nachdem die  DOSB-Mitgliederversammlung Ende März einstimmig entschieden hat, dass Deutschland sich mit Hamburg um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2024 bewirbt, gilt es nun, die internationale Konkurrenz zu besiegen. 

Bostoner stehen Olympia skeptisch gegenüber

Die amerikanische Stadt Boston, die bisher als härtester Konkurrent für Hamburg gilt, scheint sich jedoch nach und nach selbst zu disqualifizieren. Nachdem anfänglich eine große Euphorie in der Stadt herrschte, sind viele Bürger Bostons inzwischen skeptisch. Boston hat auf die wachsende Skepsis seiner Bürger reagiert und eine neue Strategie im Rennen um die Olympischen Spiele 2024 verkündet. "Lasst die Wähler wählen", sagte John Fish, Präsident des privaten Bewerbungskomitees "Boston2024". Soll heißen, es gibt ein Referendum - nicht nur in der Stadt, sondern im gesamten Bundesland Massachusetts.  

Abstimmung am 8. November

Und Fish, der zunächst gegen eine solche Bürgerbefragung war, geht sogar noch einen Schritt weiter: "Wir wollen landesweit und in der Stadt eine Übereinstimmung. Wenn die Menschen also in Massachusetts dafür sind, in Boston selbst aber dagegen, werden wir die Bewerbung nicht weiter vorantreiben." Die Abstimmung bei Hamburgs Mitstreiter soll am 8. November 2016 im Zusammenhang mit den US-Präsidentschafts-Wahlen erfolgen.

Wenig Zustimmung

Dieses Umdenken war nötig geworden, nachdem eine Umfrage zeigte, dass nur noch 36 Prozent der Menschen für das Großereignis sind - 15 Prozent weniger als noch im Januar. Die Zahl der Gegner ist indes auf 52 Prozent gestiegen. 

Olympia-Film von Leni Riefenstahl empfohlen

Doch nicht nur die mangelnde Zustimmung der Bürger ist ein Problem. Die Mitglieder des Bewerbungskomitees veröffentlichten vor kurzem eine Liste mit zehn Filmempfehlungen auf Twitter, die die Olympia-Stimmung anheizen sollte. Dummerweise war unter den empfohlenen Filmen auch "Olympia" von Leni Riefenstahl. Die Filmregisseurin und -produzentin ist wegen ihrer Nähe zu den Nationalsozialisten eine der umstrittensten Figuren der Filmgeschichte. Sie drehte unter anderem die Filme "Triumph des Willens" und "Tag der Freiheit - Unsere Wehrmacht", die von den Nationalsozialisten als Propaganda-Filme verwendet wurden. Außerdem war sie eine enge Freundin von Adolf Hitler. Ihre "Olympia"-Filme wurden von de3r "Olympia-Film GmbH" produziert, deren Gesellschafter das Propagandaministerium, Leni Riefenstahl selbst und ihr Bruder Heinz waren.

Auch der Film "München" von Steven Spielberg befand sich auf der Liste. Dieser thematisiert allerdings nicht die Olympischen Spiele als solche, sondern befasst sich mit dem Attentat von acht bewaffneten Mitgliedern der palästinesischen Terrororganisation "Schwarzer September", die im israelischen Mannschaftsquartier elf Geiseln nahmen, die alle dabei ums Leben kamen.

Mangelnde Transparenz

Hinzu kommt, dass Boston2024 mangelnde Transparenz vorgeworfen wird. Die wahren Kosten für die Ausrichtung der Spiele würden konsequent verschleiert. Keine guten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Olympia-Bewerbung also.

Das Nationale Olympische Komitee der USA (USOC) muss die Bewerber-Stadt bis zum 15. September beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) melden. Boston wurde am 8. Januar vom USOC zum US-Bewerber für 2024 ernannt. Die Ostküsten-Stadt hatte sich in der internen Ausscheidung gegen Los Angeles, San Francisco und Washington durchgesetzt. Boston setzt auf kompakte und nachhaltige Spiele bei einem vergleichsweise kleinen Budget von nur 4,7 Milliarden Dollar. Das IOC entscheidet im Sommer 2017 über den Olympia-Gastgeber 2024.

(mgä/dpa)

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