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Radio Hamburg

Unfall am Nürburgring

Sportwagen-Rennen endet tragisch

Nürburg, 28.03.2015
VLN, Rennen, Nürburgring

Jetzt hat das Nissan-Team bestätigt: am Steuer des verunglückten Wagens hat der 23jährige Brite Jann Mardenborough gesessen. Er wird im Krankenhaus momentan untersucht. 

Ein Sportwagen-Rennen auf dem Nürburgring endet in einer Tragödie. Ein Auto fliegt über die Streckenbegrenzung und tötet einen Zuschauer.

Nach einem schweren Unfall bei einem Sportwagenrennen auf dem Nürburgring ist ein Zuschauer gestorben. Der Motorsport-Fan sei seinen Verletzungen im Strecken-Hospital erlegen, teilte der Veranstalter am Samstag mit. Mehrere weitere Zuschauer wurden verletzt, wie die zuständige Polizei in Adenau bestätigte.

Unfallursache unklar

Die Ursache des Unfalls war zunächst unklar. Rund eine Stunde nach dem Start des Auftaktlaufs zur Langstrecken-Meisterschaft war der Brite Jann Mardenborough mit seinem Nissan von der Strecke abgekommen und über die Begrenzung in den Zuschauerbereich geflogen. Das Rennen wurde sofort abgebrochen und nicht wieder gestartet. Erste Bilder zeigen, wie das Auto mit der Startnummer 23 kurz vor einer Kurve komplett abhebt, sich in der Luft praktisch senkrecht aufstellt und dann gegen eine Leitplanke kracht. Von dort flog der Wagen offenbar über den Zaun in die Zuschauer.

Fahrer blieb unverletzt

Über die genaue Zahl der Verletzten wurden keine Angaben gemacht. Sie wurden in umliegende Krankenhäuser in der Eifel gebracht. Der 23 Jahre alte Fahrer des Sportwagens blieb nach Angaben seines Teams unverletzt. "Wir sind tief erschüttert und traurig über die Ereignisse", teilte Nissan mit und sprach von einer "Tragödie". Der Autobauer sicherte seine volle Unterstützung bei einer Untersuchung des Geschehens zu.

Unfall in Nordschleife

Der Unfall ereignete sich im Bereich "Flugplatz", einem der schnellsten Abschnitte der legendären Nordschleife. Dort erreichen die Sportwagen bei trockenen Bedingungen wie am Samstag oft Geschwindigkeiten von weit mehr als 200 Stundenkilometern.  Eigentlich war das Rennen der beliebten Langstreckenserie auf vier Stunden angesetzt. Die "61. ADAC-Westfalenfahrt" sollte den beteiligten Werksteams verschiedener Hersteller auch zur Vorbereitung auf das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring Mitte Mai dienen.

Fahrer gilt als talentiert

In der 38-jährigen Historie der Serie hatte es zuvor nie Unfälle gegeben, bei denen Zuschauer verletzt wurden. Die Renn-Veranstalter drückten den Betroffenen ihr Mitgefühl aus. Im Fahrerlager herrschte kurz nach dem Unfall ebenfalls Entsetzen. 

Der Brite Mardenborough gilt als talentierter Rennfahrer. Er startete seine Karriere dank der GT Academy von Nissan, bei der über virtuelle Autorennen am Computer die Fähigkeiten junger Fahrer getestet wurden. Mardenborough setzte sich dabei gegen tausende Gegner durch und durfte danach bei Langstreckenrennen mitfahren. Für diese Saison erhielt er bei Nissan einen Vertrag als Werksfahrer in der Langstrecken-Weltmeisterschaft.

(dpa/kru)

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