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Radio Hamburg

Formel 1 in Bahrain

Vettels erster Saison-Sieg

Bahrain, 22.04.2012
Formel 1 Bahrain Sebastian Vettel April 2012

Beim vierten Saison-Rennen in Bahrain konnte Sebastian Vettel wieder jubeln.

Beim vierten Formel-1-Rennen der Saison feiert Sebastain Vettel seinen ersten Saisonsieg.

Sebastian Vettel parkte nach dem ersehnten ersten Saisonsieg seinen Red Bull schon kurz hinter der Ziellinie, sprintete völlig losgelöst durch die Boxengasse von Bahrain und klatschte jubelnd seine Crew ab. "Ich bin sehr glücklich, das hatten wir zu Beginn des Wochenendes nicht erwartet", bekannte der Formel-1-Weltmeister, der nach dem vierten Rennen nun auch wieder die WM anführt. Fast war ihm am Sonntag auf den letzten Kilometern noch das Benzin ausgegangen, weil er mit aller Motorenkraft den Erfolg vor dem erstaunlich starken Rückkehrer Kimi Räikkönen retten musste. Dritter wurde der Franzose Romain Grosjean im zweiten Lotus.

Vettel erleichtert

Die riesige Erleichterung über die Rückkehr in die Siegspur war Vettel nach dem mäßigen Saisonstart ganz deutlich anzumerken. Mit einem Riesensatz sprang der 24-Jährige aufs Podest, streckte beide Arme in den bewölkten Himmel und reckte die Faust, ehe er die Dusche mit Rosenwasser genoss. "Es war ein unglaubliches Rennen, extrem hart", sagte Vettel und schickte einen Dank an sein Team: "Wir haben eine Menge Stunden in der Garage verbracht. Diesmal haben wir es zum ersten Mal alles zusammengebracht."

Kimi Räikkönen sorgt für eine Überraschung

Die größte Überraschung bei dem umstrittenen, politisch äußerst fragwürdigen Rennen in der Steinwüste von Sakhir waren indes Räikkönen und Lotus. "Es war sehr hart, Kimi hinter mir zu halten", versicherte Vettel. Im vierten Rennen nach zwei Jahren Formel-1-Pause raste der Finne erstmals wieder aufs Podium und hatte sogar die Chance zum Sieg. "Die Leute haben gedacht, ich sei ein bisschen dumm, weil ich zurückgekommen bin. Wir haben ihnen heute gezeigt, dass wir es können", spottete der "Iceman" über seine zahlreichen Kritiker. Wieder zurück auf dem Boden der Tatsachen ist Mercedes. Nico Rosberg kam eine Woche nach seinem Premieren-Sieg in China diesmal als Fünfter mit einem gebrochenen Auspuff ins Ziel.

Ein Punkt für Michael Schuhmacher

"Es war Schadensbegrenzung, aber es gab auch viel Positives: Wir haben die McLaren und die Ferrari geschlagen", sagte der Wiesbadener. Michael Schumacher ergatterte von Startplatz 22 als Zehnter noch einen WM-Punkt. Wegen eines gerissenen Seilzugs im Heckflügel in der Qualifikation und eines Getriebewechsel hatte sich der Rekord-Weltmeister wieder einmal von weit hinten nach vorn kämpfen müssen. "Ein Punkt ist besser als gar nichts", meinte der einstige Seriensieger.

Nico Hülkenberg (Emmerich) wurde im Force-India Zwölfter. Marussia-Pilot Timo Glock (Wersau) kam auf Platz 19. In der Gesamtwertung schob sich Vettel durch seinen 22. Erfolg im 85. Grand Prix an die Spitze. Der Doppel-Champion aus Heppenheim liegt nun mit 53 Punkten vorn. Lewis Hamilton verlor im McLaren nach einem achten Rang die Führung und ist WM-Zweiter (49). Vettels Teamkollege Mark Webber ist neuer Gesamtdritter (48). Der Australier verpasste als Vierter das Podium im Königreich am Golf.

Rennen von Protesten überschattet

Vier verschiedene Sieger und die ständigen Wechsel an der WM-Spitze unterstreichen, wie spannend diese Saison bislang verläuft. Um das Rennen hatte es bis zuletzt eine vehemente Debatte gegeben. Die schiitische Protestbewegung in Bahrain warf der Formel 1 vor, sich von den Machthabern im Königreich benutzen zu lassen und durch ihren Auftritt ein falsches Bild der Normalität in die Welt zu tragen.

Abseits der Strecke hielten die wütenden Demonstrationen für Reformen in dem Land und gegen das Gastspiel der Rennserie auch am Sonntag an. Die Sicherheitskräfte gingen immer wieder mit Tränengas und Blendgranaten gegen die Oppositionellen vor. Die Formel-1-Verantwortlichen und die Piloten hatten zu dem Konflikt jedoch nicht Position beziehen wollen. "Wir sind kein politisches Organ, sondern ein sportliches", sagte Weltverbandschef Jean Todt im Fahrerlager.

"Der perfekte Sonntag"

Vettel nutzte seine erste Saison-Pole souverän und verschaffte sich gleich einen Vorsprung auf Hamilton. Der von Rang elf losgefahrene Räikkönen machte einen Riesensatz nach vorn, Grosjean schoss von sieben auf vier vor. Dagegen war Rosberg einer der großen Verlierer: Er fiel vom fünften auf den neunten Rang nach einer Runde zurück. Danach entwickelte sich erneut ein packendes Rennen mit einer Reihe von Überholmanövern. Wieder machten die sensiblen Reifen eine gewiefte Strategie, viel Geschick am Steuer und perfekte Boxenstopps notwendig. Bei Vettel lief bei seinen drei Stopps alles glatt. Die Boxen-Crew seines WM-Rivalen Hamilton patzte hingegen gleich zweimal. Lange verteidigte Vettel seinen Vorsprung, ehe Räikkönen zur Rennmitte immer näher kam. In der 36. Runde startete der Finne die Attacke, aber Vettel konnte abwehren. Das sollte die Entscheidung sein. Nach insgesamt 308,238 Kilometern gewann Vettel in 1:35:10,990 Stunden. Räikkönen wies 3,3 Sekunden Rückstand auf. "Alles in allem der perfekte Sonntag", sagte der Sieger grinsend. (dpa)