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Radio Hamburg

Paralympics

Glänzender Start für deutsche Athleten

London, 31.08.2012
Schweriner Schwestern Carmen und Ramona Brussig, Judo

Die Schweriner Schwestern Carmen und Ramona Brussig holen Gold im Judo.

Mit jeweils zweimal Gold, Silber und Bronze haben die deutschen Behindertensportler zum Wettkampf-Auftakt der Paralympics alle Erwartungen übertroffen.

Ein Auftakt nach Maß, der Bundespräsident als prominentester Fan und zum Abschluss der Doppel-Triumph der Judo-Zwillinge: Mit jeweils zweimal Gold, Silber und Bronze haben die deutschen Behindertensportler zum Wettkampf-Auftakt der Paralympics alle Erwartungen übertroffen. Joachim Gauck, der dem Bahnradsportler Tobias Graf höchstpersönlich die Bronzemedaille überreichte, kam am Donnerstag aus dem Gratulieren nicht mehr heraus.

Gold, Silber, Bronze: Gelungener deutscher Start bei den Paralympics

Den Höhepunkt des ersten Wettkampftages verpasste das Staatsoberhaupt aber: die beiden Goldmedaillen im Judo durch die Schweriner Schwestern Carmen und Ramona Brussig. Danach ging im offiziellen deutschen Haus endgültig eine große Party los. Nur wenige Minuten nachdem Carmen in der Klasse bis 48 Kilogramm Lee Kai-Lin aus Taipeh geschlagen hatte, ließ Ramona in der Klasse bis 52 Kilogramm der Chinesin Wan Lijin keine Chance. Ganze 19 Sekunden benötigte die sehbehinderte Athletin und viermalige Weltmeister, um ihre Rivalin mit Ippon zu bezwingen.

Allein schon durch die beiden goldenen Plaketten überflügelten die Paralympics-Athleten zum Auftakt ihre nicht-behinderten Kollegen, die jüngst bei Olympia zwei Tage lang komplett leer ausgegangen waren. Da konnten sich selbst Michael Vesper, der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), bei seinem Lob einen kleinen Seitenhieb in Richtung eigenes Team nicht verkneifen: "Ich freue mich für die Kollegen des Deutschen Behindertensportverbandes, dass sie nicht so lange wie ich auf die ersten Medaillen warten mussten." Vesper war wie DOSB-Präsident Thomas Bach im Velodrom zu Gast. Dort überreichte Bundespräsident Gauck dem sichtlich gerührten Bahnradsportler Graf vor tausenden Zuschauern die Bronzemedaille. "Das ist das Größte, was passieren konnte", sagte Graf, der im Alter von zehn Jahren sein linkes Bein nach einem tragischen Unfall auf dem elterlichen Bauernhof verloren hatte, nach dem 1000-Meter-Zeitfahren.
Für die erste Silbermedaille hatte Luftgewehrschützin Manuela Schmermund gesorgt - gleich im Auftakt-Wettkampf der Spiele. "Ich war nervös wie beim allerersten Mal", sagte die Schützin, die seit einem Verkehrsunfall 1992 im Rollstuhl sitzt. Über zehn Meter musste sie sich nach toller Aufholjagd Zhang Ciuping aus China geschlagen geben.

Zwei Medaillen heimsten auch die Schwimmer ein: Kirsten Bruhn eroberte über 100 Meter Rücken Silber. "Letztendlich bin ich mit Silber natürlich zufrieden, mit dem Rennen aber überhaupt nicht", meinte sie. Sebastian Iwanow durfte auf derselben Distanz über Bronze jubeln - und zog ein entgegengesetztes Fazit. "Ich bin persönliche Bestzeit geschwommen. Das war ein perfektes Rennen für mich."

(dpa/aba)