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Radio Hamburg

German Open 2012

Haas verliert im Finale

Hamburg, 23.07.2012
Rothenbaum Tennis Haas Monaco

Tommy Haas (rechts) hatte gegen den Argentinier Juan Monaco keine Chance.

Tommy Haas hat erstmals das Finale am Rothenbaum erreicht, unterlag aber im Endspiel dem Argentinier Juan Monaco.

Nachdem beim Heimspiel in Hamburg sein "Kindheitstraum" geplatzt war, erwies sich Publikumsliebling Tommy Haas als stolzer Verlierer. "Dass ich noch einmal vor meiner Familie das Finale erreicht habe, ist ein Traum", sagte Haas am Sonntag vor 7.000 begeisterten Tennis-Fans. Trotz einer couragierten Leistung unterlag der 34-Jährige im Endspiel dem starken Argentinier Juan Monaco mit 5:7, 4:6 - es war das bittere Ende des einwöchigen Haas-Hypes in der Hansestadt, der 2013 eine Fortsetzung finden soll.

Vielleicht im nächsten Jahr

"Ich hoffe, im nächsten Jahr wiederzukommen", verkündete Haas am Stadionmikrofon und dankte dem Publikum: "Ihr wart Spitzenklasse." Der gebürtige Hamburger verpasste es, sich als erster deutscher Tennisprofi seit Michael Stichs Coup 1993 in die illustre Siegerliste der Traditionsveranstaltung einzutragen. "Das Traurige aus unserer Sicht ist, das Tommy das Finale verloren hat, das Schöne, dass er jetzt vielleicht nächstes Jahr wiederkommt", bilanzierte Turnierdirektor Stich, der nur Lob für den Comeback-Künstler parat hatte.

"Die Story von Tommy ist natürlich besonders." Dass Haas 15 Jahre nach seinem Rothenbaum-Debüt vor den Augen seiner Verlobten Sara Foster überhaupt das Endspiel erreicht hatte,war für ihn "einer der schönsten Momente meiner Karriere". Einen Tag nach dem 7:6 (9:7), 6:0 im Halbfinale über den Kroaten Marin Cilic, gegen den er fünf Satzbälle abgewehrt hatte, blieb Haas dann aber eine emotionale Steigerung verwehrt.

Keine Chance für Haas

Vor der lautstarken Kulisse auf dem Centre Court agierte Monaco im Finale einfach zu konstant, um Haas' Spiel zur Entfaltung kommen zu lassen. Selbst eine frühe 4:1-Führung und die lautstarke Unterstützung des Publikums halfen dem Familienvater nichts. Zwar streute der selbsternannte Außenseiter anfangs erfolgreiche Stopps mit der Rückhand ein, doch Monacos Rhythmus konnte er damit nicht stören. Der Argentinier spulte einfach stoisch sein Programm ab, um nach exakt einer Stunde den ersten Durchgang für sich zu entscheiden.

Im fünften Vergleich mit Monaco, der zuvor den Spanier Nicolas Almagro ausgeschaltet hatte, ließ Haas auch im zweiten Satz zu viele Chancen liegen. Wieder gelang ihm ein frühes Break zum 2:0, wieder glich Monaco schnell aus - und Haas schleuderte vor lauter Frust seinen Schläger zu Boden. Mit dem Break zum 5:4 sorgte Monaco dann für die Vorentscheidung, so dass ihm Haas nach zwei Stunden zum Sieg gratulieren musste.

Sprung in die Top Ten

Monaco sank anschließend von den Gefühlen überwältigt zu Boden, ehe ihm Glückstränen übers Gesicht kullerten. "Wir haben ein tolles Match gespielt", sagte Monaco. Nach dem größten Erfolg seiner Karriere wird der 28-Jährige erstmals unter die Top Ten der Welt vorstoßen. Haas wird dank der zweiten Final-Teilnahme in diesem Jahr voraussichtlich unter die Top 35 der Weltrangliste klettern. Zudem darf sich Haas, der in dieser Saison beim Rasenturnier in Halle triumphiert hatte, mit einem Preisgeld von 97 635 Euro trösten.

Keine Olympiateilnahme für Haas

Beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) wird man Haas' Formhoch wohl mit gemischten Gefühlen verfolgen. Der Verband hatte dem Routinier eine mögliche Wildcard für die Olympischen Spiele in London verwehrt - und ist nun um einen potenziellen Medaillenkandidaten ärmer. Eine Entscheidung, die Haas als "bodenlose Frechheit" bezeichnet hatte. Rückendeckung erhielt er dabei von Stich, der die Nominierungskriterien des DOSB ebenfalls kritisierte.

Stichs Rothenbaum-Fazit fiel hingegen positiv aus. "Sportlich hätte es fast nicht besser laufen können», sagte Stich. Mit fünf Top-20-Spielern sei die Veranstaltung «eines der stärksten 500er-Turniere auf der ATP-Tour". Zugleich machte der frühere Wimbledon-Champion deutlich, dass er gerne wieder Superstars wie Roger Federer an die Elbe locken würde: "Es muss für die Zukunft das Ziel sein, mehr Top-Ten-Spieler an den Start zu bringen."

(dpa/pne)