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Radio Hamburg

Spiel um Platz 3

Niederlande jubeln über 3:0-Sieg

Rio de Janeiro , 13.07.2014
Arjen Robben, Niederlande

Arjen Robben sagte  nach dem Spiel: "Wir hatten eigentlich mehr verdient als diesen dritten Platz."

Während die Niederlande jubeln, muss Gastgeber Brasilien eine weitere bittere Enttäuschung vor seinem Land verantworten. Nach dem 0:3 gegen die Niederlande schließt die Seleção das Turnier auf Platz vier.

Mit Trauer und Bestürzung haben Millionen Brasilianer die Niederlage ihrer Seleção im Spiel um WM-Platz drei verfolgt.

"Totale Schande!"

An Rios Copacabana verließen Tausende brasilianische Anhänger in Nationaltrikots enttäuscht das FIFA-Fanfest nach der bitteren 0:3-Niederlage gegen die Niederlande. "Vergonha total!" (Totale Schande), entfuhr es einem Fan, der noch vor Ende der Partie kopfschüttelnd das Gelände an der Avenida Atlântica verließ.

Brasilien vor Scherbenhaufen

Auch im Mané-Garrincha-Stadion von Brasília waren nach und nach die Gesänge der Fans verstummt, die lange Zeit noch "Pentacampeão" (Fünffachweltmeister) skandiert hatten. Zum Schluss waren es vor allem Pfiffe. Brasilien steht nach der WM sportlich vor einem Scherbenhaufen. "Brasilianischer Black-Out: Teil 2. Neues Leiden", schrieb die Sportzeitung "Lance!" nach der Partie mit Blick auf das 1:7-Debakel am Dienstag im Halbfinale gegen Deutschland.

Niederlande entzaubert Brasilien

Ihre Gegner hingegen freuen sich über den Sieg. Arjen Robben winkte strahlend in die TV-Kameras und warf Kusshände ins Publikum, der selig lächelnde Louis van Gaal nahm die Glückwünsche seiner Oranje-Trainerkollegen entgegen. Mit dem 3:0 (2:0) im kleinen WM-Finale gegen den erneut entzauberten Gastgeber Brasilien sicherten sich die Niederlande Platz drei und machte das Fiasko für die mit Pfiffen verabschiedete Seleção perfekt.

"Wir hatten eigentlich mehr verdient"

"Kompliment an die Mannschaft. Es ist eine Freude, mit ihr zusammenzuspielen. Wir hatten eigentlich mehr verdient als diesen dritten Platz", sagte der überragende Robben, der vor 68.034 Zuschauern die Treffer durch Robin van Persie, Daley Blind (17.) und Georginio Wijnaldum vorbereitet hatte.

Spieler wollen sich entschuldigen

Während sich die Oranje-Spieler zum Empfang der Bronzemedaillen vor einer eigens errichteten Bühne versammelten, hatten die niedergeschlagenen Brasilianer bereits das Weite gesucht. "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Es ist ein furchtbares Gefühl», sagte Mittelfeldspieler Oscar ratlos. Auch Thiago Silva war restlos bedient. "Uns bleibt das Gefühl der Frustration. Dass es so zu Ende geht, haben wir nicht verdient. Wir müssen uns beim Volk entschuldigen." Hulk sagte: "Wir gehen alle sehr traurig und die Brasilianer sind sehr traurig mit uns."

Brasilien stand hinter Mannschaft

Der verletzte Superstar Neymar, der vor dem Spiel unter großem Beifall auf die Tribüne gehumpelt war, guckte ernüchtert ins Leere. Vier Tage nach der 1:7-Pleite im Halbfinale gegen Deutschland hatten die Hausherren das erhoffte versöhnliche Ende des Heimturniers verpasst. Dabei standen die Zeichen vor dem Anpfiff noch auf Versöhnung: Brasiliens Team wurde bejubelt - am lautesten beim Eintreffen von Neymar. Buhrufe musste sich dagegen Trainer Luiz Felipe Scolari anhören, dem das 1:7 gegen Joachim Löws Mannschaft angekreidet wurde.

Keine Chance für Gastgeber

Aber trotz der sechs Umstellungen im Team erwiesen sich die WM-Gastgeber auch gegen die konterstarke Oranje-Elf überaus anfällig in der Defensive. Schon Mitte der ersten Halbzeit machten die brasilianischen Fans ihrem Unmut über das wenig kreative Spiel mit ersten Pfiffen gegen das eigene Team Luft. Zur Pause schlug Scolaris Schützlingen fast schon Gleichgültigkeit entgegen.

Niederlande verwaltet Führung

Die Niederländer beschränkten sich nach der schnellen Führung im Gegensatz zum deutschen Angriffswirbel auf das Verwalten der Führung. Standards brachten das Team sogar mehrfach in Bedrängnis. Louis van Gaal schimpfte in seinem letzten Spiel als Bondscoach kurz vor der Halbzeit wild mit seinen Verteidigern, die den Angriff der Hausherren mit Jô anstelle von Fred nach dem Wechsel besser im Griff hatten.

Elfmeter nicht gerechtfertigt

Das Duell der Enttäuschten begann mit einem Paukenschlag. Der nach Ablauf seiner Gelb-Sperre in die Seleção zurückgekehrte Thiago Silva riss Robben nach nur 90 Sekunden beim Sprintduell zu Boden, Schiedsrichter Djamel Haimoudi aus Algerien zeigte auf den Elfmeterpunkt, obwohl das Foul vor der Strafraumgrenze geschah. Dabei ließ der Unparteiische beim Sünder Gnade vor Recht ergehen. Statt der Roten Karte für eine Notbremse erhielt der Abwehrspieler von Paris St. Germain nur Gelb. Van Persie war's egal, er verwandelte den Strafstoß sicher zu seinem vierten Turniertor.

Entscheidung nach 0:2

Nach einer guten Viertelstunde folgte der endgültige Stimmungskiller, als David Luiz den Ball nach Jonathan de Guzmans Flanke direkt vor die Füße von Blind köpfte, der das Geschenk dankbar annahm und sein erstes Länderspiel-Tor für die Elftal markierte. De Guzman hatte van Gaal kurzfristig aufbieten müssen, nachdem sich Wesley Sneijder beim Warmmachen verletzte.

Unfaire Mittel im zweiten Durchgang

Im zweiten Durchgang versuchten die Brasilianer mit allen Mitteln, dem Spiel doch noch eine Wende zu geben - auch mit unfairen. Mit teils heftigen Fouls vor allem gegen den schnellen Robben wurden immer wieder Gegenangriffe der Niederlande unterbunden. Fernandinho war nach mehrfachem überharten Einsteigen mit der Gelben Karte noch gut bedient.

Schwalbe statt Strafstoß

Erst in der 60. Minute geriet das Gehäuse von Jaspar Cillessen beim Schuss von Ramires wieder in Gefahr, doch der Ball ging knapp links vorbei. Acht Minuten später reklamierten die Brasilianer einen Strafstoß für sich, als Oscar beim Duell mit Blind zu Fall kam. Stattdessen zeigte der wenig souveräne Haimoudi dem verdutzten Chelsea-Profi Gelb wegen einer angeblichen Schwalbe.

(dpa/kru)

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