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Auf die Tube drücken…

…hieß es also in Vang Vieng in Laos. Was können wir (Marco und Sandra, die nun bereits zum dritten Mal meinen Reiseweg teilen) also von einer Tätigkeit erwarten, bei der sich junge Erwachsene den Schlauch eines Autoreifens zu Nutze machen, um ein ca. vier Kilometer langes Stück des Nam Song Flusses hinunter zu schippern? Klingt gerade für die Generation der 18-30 jährigen nicht als allerspannendste Freizeit- und Urlaubsbeschäftigung. Schon beim Transfer zum Startpunkt weiter flußaufwärts und einem kurzen Plausch mit den Mitfahrern, schimmerte  uns, was des Rätsels Lösung ist – BARS! Noch bevor wir den Reifen zu Wasser lassen konnten, bekamen wir an der ersten Bar zunächst ein farbiges Bändchen um das Handgelenk gewickelt, als Tagespaß sozusagen, und einen Begrüßungswhiskey der Marke „übelster Kater morgen“ als Kurzen direkt aus der Pulle...

Unsere Erfahrung nach dem ersten Tag beim, wörtlich übersetzten „Schlauchen“, erlaubt einem keinen allzu langen Aufenthalt an der ersten Bar, weil die Dämmerung dem Erreichen des Zieles ansonsten ein frühzeitiges Ende setzt. Doch selbst, wenn der Absprung von der ersten Bar rechtzeitig erfolgt, bemühen sich die Mitarbeiter jeder folgenden Bar, die Treibenden buchstäblich zu angeln. Lange Seile mit einer gefüllten Wasserflasche am Ende dienen als eine Art Lasso, welches der einfache Zubringer zur nächsten Bar und zum nächsten Begrüßungskurzen ist. Neben den Klassikern, wie lauter Musik und kalten Getränken, verhelfen Sprungtürme, Seilbahnen, Wasserrutschen, Bierpingpong, Körperbemalung und andere schrille Beschäftigungen für nicht immer ganz ungefährliche Abwechslung, bei den, mit zunehmendem Alkoholkonsum, immer mutiger und unvorsichtiger werdenden Feiernden. Bandagen und Pflaster an Füßen, Beinen und Köpfen sind hier keine Seltenheit, halten aber die meisten auch nicht von einer Fortsetzung am Folgetag ab.

Manche verzichten sogar auf den Reifen und schwimmen oder bleiben den lieben langen Tag an der ersten Bar hängen. Ein Stop an jeder der Bars ist einfach nicht durchzuhalten und deswegen nur allzu verständlich, dass nach 800 Metern die letzte Bar steht und man die restlichen 3,2 Kilometer die atemberaubende Umgebung genießen kann, sofern man wach bleibt – Ich habe tatsächlich Schlafende beobachtet und dieses Nickerchen vielleicht als ein probates Mittel ausgemacht, um für die weiteren Feierlichkeiten im Ort wieder gewappnet zu sein?

Ich versuche das hier so ehrlich wie möglich zu beschreiben und würde lügen, wenn ich sage, dass ich keine lustigen zwei Tage verlebt hätte, aber ich weiß auch, dass sich viele junge Leute hier, unter teils unkontrolliertem Alkoholkonsum maßlos überschätzen und so nicht selten in Lebensgefahr begeben. Über die Durchführbarkeit einer solchen Sache in Deutschland muss ich gar nicht zu diskutieren beginnen, aber empfehlen würde ich das Leuten, die ihre Grenzen genau kennen und auch innerhalb einer Gruppe auch mal „Nein“ sagen können.

Unser Ehrfahrungswert war nach dem zweiten Tag „in the tubing“ mit zwei Bändchen am Arm groß genug, um weiterzureisen. Dass uns Leute über den Weg gelaufen sind, zu deren Vielzahl bunter Armbänder, nur noch ein kariertes Flanellhemd und eine lange Lockenpracht gefehlt hätte, um den WAHNSINN in der Tubinghölle zu besingen, erscheint mir schier unmöglich.

Auf der Straßenhölle von Laos stand uns der beschwerliche Weg nach Thakhek bevor, circa 500 Kilometer von Vang Vieng entfernt. Durch unser Vorwissen über die Straßenverhältnisse in Laos, entschieden wir die Tour in zwei Tage zu splitten. Und ja, es hat sich gelohnt. Mehr als zehn Stunden wären es bis nach Thakhek geworden, hätten wir die ganze Strecke auf einmal bewältigen wollen. Aber selbst die Sieben-Stunden-Etappe von Vientiane bis Thakhek schlauchte uns so gewaltig, dass wir nur noch in das nächstbeste Hotel einchecken wollten. „We are full“ bekamen wir an wirklich jedem Guesthouse und selbst im absoluten Luxushotel der Stadt zu hören. Das jährliche Bun Nam Festival zeigte sich hierfür verantwortlich. Die Laoten lassen traditionell hunderte kleiner Laternen mit Kerzen im Inneren steigen, die nach gewisser Zeit auf die Oberfläche des Mekong landen und den Fluß herunter treiben. Ein ansehnliches Spektakel, das mit großer Regsamkeit am Flußufer begleitet wurde. Das tangierte uns natürlich in diesem Moment äußerst peripher, da wir ohne Übernachtungsmöglichkeit zu Alternativen gezwungen zu sein schienen. Das bedeutet, dass wir entweder die Nacht durchmachen und hoffen, dass uns der Trubel in der Stadt dabei behilflich ist oder wir nehmen einen Nachtbus zum nächsten Ort. Wir entschieden uns für das Tuk-Tuk zur Busstation, welches sich an diesem Abend als zweischneidiges Schwert herausstellte.

Zum einen konnte uns der Tuk-Tuk Fahrer doch noch ein Guesthouse vermitteln, dass freie Räume anzubieten hatte. Dieses Guesthouse war allerdings ca. fünf Kilometer vom Flußufer und Stadtkern entfernt. Nachdem wir eingecheckt hatten nahmen wir dieses Tuk-Tuk zurück dorthin und mußten feststellen, dass das Festival, wegen dem annähernd alle Hotels der Stadt ausgebucht waren, bereits um 22:30 Uhr zuende war. Wir haben gerade eben noch etwas zu essen bekommen. Zum anderen war das so hilfreiche Tuk-Tuk das letze Tuk-Tuk, was wir in dieser Nacht zu sehen bekommen sollten. Die Stadt war annähernd tot und ein fünf Kilometer langer Fußmarsch zu unserem Guesthouse, in einer unbeleuchteten Stadt, als fast einzige Touristen dort, war nicht das, was wir als Abendprogramm bevorzugt zu unternehmen geplant hatten. Nach langen Diskussionen mit den Polizisten an der Polizeistation (sahen im Übrigen wie alles andere als Polizisten aus, mit Rollern als Dienstfahrzeugen), besorgten diese extra einen Wagen mit Ladefläche, um uns zu unserem Guesthouse zu fahren. Jeder, der auf dem Wagen Platz finden konnte, kam zu diesem aufregenden Nacheinsatz mit und so hatten wir wohl eine bessere Eskorte als mancher laotischer Politiker.

Busticket kaufen, Umgebungskarte besorgen, Roller mieten, um zu einer der beeindruckendsten Höhlen der Welt zu fahren – all jenes fügte sich nahtlos in die Reihe der unglücklichen Ereignisse des vorigen Abends ein und zwang uns die Stadt Thakhek zu einem Entschluß, deren resultierende Begebenheiten ich im Folgenden in kurzer Form zum Besten geben möchte.

Fährfahrt von Thakhek nach Nakhon Phanom (Thailand)

Busfahrt von Nakhon Phanom nach Nakon Ratchisima

Busfahrt von Nakon Ratchisima nach Surin

Busfahrt von Surin nach Chong Chum

Grenzübertritt zu Fuß nach O Smach (Kambodscha)

Taxifahrt nach Siem Reap

Schlappe 25 Stunden Reisezeit später erreichten wir also den Ausgangspunkt jener Stadt, die das Tor zum „achten Weltwunder“ darstellt, den Tempeln von Angkor Wat! Ein Ort auf den ich mich schon seit langem sehr freue und ebenso darüber, beim nächsten Mal berichten zu dürfen. Mit Sicherheit mit einer ganzen Reihe an Bildern.

Also bis dahin…

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