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Radio Hamburg

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Es kommt immer anders als man denkt…

Wir haben uns stets vorgenommen, unsere Planungen über die Weiterfahrt immer davon abhängig zu machen, wie gut es uns an den momentanen Orten gefällt und sind immer gut damit gefahren. Coral Bay war einer dieser Orte, wo wir natürlich von den zahlreichen Manta-Rochen in der Badebucht fasziniert, uns jedoch schnell einig waren, nicht allzulange dort zu bleiben. Aber auch wenn es nicht die Orte sind, die einen von den Socken hauen (was hier sehr selten vorkommt), dann sind es manchmal einfach nur die Leute, die man trifft. So wie Kai und Lennie, die wir aufgrund der Tatsache, dass sie eine bemalte Couch auf ihrem Jeep transportierten, natürlich angesprochen haben. Nach vier Monaten des Arbeitens in Perth, entschieden die beiden Münsteraner mir ihrem gekauften Jeep Australien zu umrunden. Aus einer Laune (wahrscheinlich Bierlaune) heraus, entschieden sie statt handlicher, leichter und praktischer Campingstühle, einfach ihre Zweisitzer Couch aus ihrer Wohnung aufs Dach zu schnallen und loszufahren. Nach ca. 22.000 km erzählten die beiden uns die Couch- und viele weitere Geschichten, wahrscheinlich zum 100sten Mal, aber immer noch so faszinierend, dass ich neiderfüllt an ihren Lippen hing. Bis in eine Münsteraner Lokalzeitung schafften es die beiden und registrierten nach der Veröffentlichung dieses Artikels mehrere tausend Klicks auf ihrer Website – Lustig!

Daniels Weltreise

 

„Was würden wir noch alles erleben?“ fragten wir uns und machten uns auf den Weg nach Exmouth, dem Sprungbrett zum Cape Range Nationalpark.

Auf einem der kleinen und sehr begehrten Campingplätze im 510 km² umfassenden Nationalpark, teilten wir unseren Van-/Zeltplatz mit Cedric und Gael aus Belgien, bei denen wir uns ein paar Angel-und Schnorchel-Tips abholten. Wir hatten vor gehabt, uns Schnorchel-Equipment auszuleihen, im Voraus aber leider nicht damit gerechnet, dass nirgendwo im Nationalpark die Möglichkeit besteht. Ich ärgere mich in der Regel nicht über Sachen, die ich verpasst, sondern erfreue mich lieber an Dingen, die ich erlebt habe. Die großen schwarzen, sich langsam im Wasser bewegenden Umrisse, aus denen immer mal wieder ein schrumpeliger Kopf kurz aus dem Wasser lugte, ließen mich jedoch nur erahnen, wie schön es gewesen wäre, diese riesigen Schildkröten aus nächster Nähe unter Wasser betrachten zu können. Fest stand, dass die nächste Investition, in eine Angel und Schnorchel-Equipment, ein absolutes Muß für die Weiterreise nach Norden sein würden.

Zu unserem phänomenalen Abendessen in einer der traumhaft schönen Buchten, das durch die untergehenden Sonne und ein kleines Lagerfeuer einen richtigen Freiheitgänsehautwohlfühlcharakter entwickelt hatte, gesellten sich nach Einbruch der Dunkelheit handflächengroße Krebse, die sich sichtlich interessiert in Scharen unserem Feuerchen näherten.

 

Daniels Weltreise

Entsprechend der tollen Atmosphäre kehrten wir gesättigt, zufrieden, müde und ziemlich spät zu unserem Zeltplatz zurück und ließen alles stehen und liegen, um schnellstmöglich unsere Betten/Isomatten aufzusuchen. Ganz zur Freude eines mannshohen Känguruhs, das sich mitten in der Nacht über unsere Essensreste hermachte und durch sein reges Treiben für etwas Panik bei uns allen gesorgt hat. Am Ende war es aber das Känguruh, das sich nicht auf ein nächtliches Sparring mit einem von uns einlassen wollte und hoppelte ängstlich, aber gesättigt davon.

Daniels Weltreise

 

Und hier das Kängeruh dazu:

Daniels Weltreise

Am Sonntag schauten wir uns in tagesfüllenden Wanderungen noch diverse Schluchten und beeindruckende Flußläufe an, ehe wir am nördlichsten Punkt des Küstenstreifens, dem Lighthouse View, hofften, die zu dieser Zeit nach Süden schwimmenden Buckelwale, während des Sonnenunterganges, beobachten zu können. Tatsächlich sahen wir die riesigen Körper, die immer wieder aus dem Wasser schossen, welches das schwindende Sonnenlicht wie ein Spiegel reflektierte. Gerade die große Entfernung zwischen uns und den Walen, lassen erahnen wie riesig diese Kolosse sind. Wir genossen dieses Schauspiel bis die eintretende Dunkelheit uns an die Schlafplatzsuche erinnerte.

 

Daniels Weltreise

Nach einer Nacht in Exmouth, erledigten wir den wichtigen Angelkauf, um in den folgenden Tagen hoffentlich unser Abendessen fangen zu können und füllten im Supermarkt unsere Vorräte auf, um die 630km lange Fahrt in den Karijini Nationalpark, gut vorbereitet anzutreten. Worauf wir uns eigentlich damit vorbereitet haben, hatte niemand von uns Fünfen auch nur zu glauben gewagt. Nach ca. 250 gefahrenen Kilometern, fing die Temperaturanzeige des Kühlwassers an, sich bedrohlich nahe in Richtung des roten Bereiches zu bewegen. Der Kühlwasserbehälter war genauso naß wie das Buschland, das sich im Umkreis von 40 Kilometern befand – furztrocken! Wir entleerten einen beträchtlichen Teil unseres Trinkwassers in Fordys Kühlwasserbehälter und versuchten anschließend die 40km zum Nanatura Roadhouse anzugehen, wo wir hoffentlich Hilfe und einen fachmännischen Rat bekommen würden. Nach circa 500 Metern, die wir uns mit Tempo 30 weiter bewegt haben, folgerten wir, dass das konstante Teekesselpfeifen womöglich aus einem Leck im Kühlwasserkreislauf kommen könnte. Eine einstündige „Notoperation“ an unserem so liebgewonnen Ford Econovan, schien das Problem behoben zu haben und wir erreichten die Raststätte auch recht souverän.

Es sollte dennoch nicht schaden, noch mal einen Fachmann zu konsultieren. Der Besitzer der Raststätte erzählte uns, ohne eine einzige Gefühlsregung, die alles verändernde Diagnose – EINE KAPUTTE ZYLINDERKOPFDICHTUNG!

Dieses vernichtende Urteil wollten wir aber partout nicht wahr haben. Entgegen der Empfehlung nicht weiterzufahren, trafen wir alle Vorbereitungen für die Rückkehr ins 1300 km entfernte Perth, um unsere letzte Chance zu wahren, den Wagen irgendwie noch zu Geld zu machen. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, aber als Fordys Motor am nächsten Morgen nicht mal mehr angesprungen ist, realisierten wir, dass er zusammen mit der Hoffnung, gerade das Zeitliche gesegnet hatte. Eine Reparatur hätte den Zeitwert dieses 19 Jahre alten Vehikels überstiegen und so war klar, dass Fordy den Rasthof nicht mehr fahrend verlassen würde.

Daniels Weltreise

Den restlichen Tag verbrachten wir damit unseren gesamten Kram aus dem Van zu holen und alles zu Geld zu machen, was wir nicht mehr brauchen. Zum Glück trafen wir Cedric und Gael wieder, die uns bei allem behilflich waren und uns das restliche Benzin aus dem Tank, Gasflaschen, Vorzelt und Werkzeug abgekauft haben.

Daniels Weltreise

 

Wir nahmen Fordys Henkersmahlzeit zusammen mit den beiden zu uns und wollten die Tatsache, dass viele Trucker diesen Rastplatz anfahren, nutzen, um uns im Trampen zu versuchen. Eher sollten die Mädels ihre Reize in klassischer Trampermanier mit dem Perth-Schild in der Hand, zu unser aller Vorteil nutzen, während Marco und ich uns das Ganze von der Gaststätte aus anschauten.

 

Daniels Weltreise

Der Erfolg mitgenommen zu werden, stellte sich schneller ein, als wir uns das vorgestellt hatten. Janina und ich nahmen den ersten Truck und fuhren zusammen mit Vince, dem Truckfahrer südwärts in die Dämmerung.

Daniels Weltreise

So begeistert wir von Vince, seiner Freundlichkeit, seinem Witz, seinem verantwortungsvollen Fahrstil und seinen Geschichten auch waren, so erschüttert waren wir auch von dem Bericht der anderen über deren Mitfahrgelegenheit. Vor den Augen von Marco, Sandra und Virginia schmissen sich die Fahrer Drogen ein, übten waghalsige Manöver am Steuer, sprachen immer wieder sexistische Äußerungen in das Funkgerät und zeigten deutlich, warum Trampen ein günstige, aber auch eine sehr gefährliche Art zu reisen sein kann. Aufgrund dieser Erfahrung sind wir alle froh wieder in Perth zusammen zu sein, aber auch enttäuscht, dass wir einige schöne Flecken weiter im Norden auslassen mußten. Über das was wir stattdessen in Angriff nehmen, freue ich mich in der nächsten Woche zu berichten. Bis dahin…

Eine witzige, aber der Realität sehr ferne Beobachtung, habe ich auf der Raststätte noch gemacht. Man beachte das Nummernschild…

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