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Jakarta die Zweite…

Nachdem ich wegen meines verpaßten Fluges bereits ein kleines, nicht ernst zu nehmendes, Jakarta-Intermezzo hinter mir hatte, lief ich ein zweites Mal in Indonesiens Hauptstadt ein. Ich sammelte meine ersten Bahn-Erfahrungen mit dem Commuter (eksekutif), der S-Bahn Jakartas, als ich nach Jakarta reingefahren bin. Ich staunte nicht schlecht – Sitzplatz, Klimaanlage, Haltestellenansage; und das bei fast acht Millionen Einwohnern. Basierend auf dieser Erfahrung, buchte ich, zwei Tage im Voraus, am Bahnhof ein Ticket in das 800 km entfernte Surabaya. Am Morgen nach dem Unabhängigkeitstag wollte ich sicher gehen, selbiges noch zu bekommen.
 Bevor ich jedoch die groß angekündigte Parade zu Indonesiens Nationalfeiertag am Präsidentenpalast bestaunen wollte, hatte ich noch einen halben Tag, um die Touri-Tour durchzuziehen. Das letzte saubere T-Shirt übergestreift (schwarz kommt bei gleißender Sonne immer gut), Schlappen an und ab ins Getümmel.

Ich bin ja immer nur so ein Semi-Tourist. Märkte statt Museen , wo auch neben den Raubkopien der gerade erschienenen Hollywood-Streifen, auch noch uralte MC`s verkauft werden (Für die jungen Leser und Hörer „Musik-Kassetten“). Straßenimbiss statt Restaurant , bei denen ich seit kurzem noch genauer hinschaue (siehe Bild).

Bahn statt Taxi ; so konnte ich noch meinen ersten Eindruck widerlegen, dass der leere Commuter bei meiner Anreise, nicht die Folge persönlicher Mobilität aller Bürger Jakartas ist, sondern der Tatsache geschuldet, dass auf der Commuter-Linie, parallel eine zweite Bahn verkehrt. Die ekonomi-Linie ist der Wahnsinn!!! Ich bin in der ersten Station in Kota eingestiegen und bekam gerade noch einen Stehplatz nahe einer der Türen. Ich wunderte mich nur kurz, dass mit Beginn der Fahrt gar nicht erst versucht wurde, die Türen zu schließen. Während des Schreibens frage ich mich gerade, ob in den riesigen Löchern in den Waggonseiten überhaupt Türen installiert waren. Naja, jedenfalls sah ich aus einer der offenen oder nicht vorhandenen Türen, den Schatten der Bahn, den die untergehende Sonne auf eine Mauer neben den Gleisen warf. AUF DEM WAGGON saßen Menschen

Diese Bahn wird übrigens mit Strom aus einer Oberleitung betrieben…
 
 Am nächsten Morgen, am Morgen des Unabhängigkeitstages machte ich mich auf den Weg zum Präsidentenpalast und sah diverse, verschieden uniformierte Soldaten im Schatten der Bäume und Zelte relaxen. Viele klopften sich gegenseitig den Rücken und lockerten sich die Beine. Ich fühlte mich an meine Zeit bei der Bundeswehr erinnert und an das lange Stehen bei dem Gelöbnis und den Feierlichkeiten. Es musste also bald losgehen. Als sich die verschiedenen Kompanien aufzustellen begannen, folgte eine Prozedur, die beim besten Willen nicht mit der Ernsthaftigkeit, die Militär, egal wo auf der Welt, mit sich bringt, vereinbar ist. Nachdem die Soldaten ihre Gewehre in einer wohlstrukturierten Abfolge von Bewegungen, aufmunitionierten, positionierten sich die fünf verschiedenen Frauenkompanien (ich vermute Studentinnen der Militärakademie) ganz vorne und zelebrierten mehrere Tanzperformances mit Gesang, die schnell zu einem Stimmenwirrwarr, wie in der großen Pause einer mittelgroßen Grundschule für Mädchen ausuferte.

 

 
 Genau das Gleiche dachten sich auch Kelly und David, Politikstudenten aus Washington D.C., mit denen ich die weitere eher lahme Parade verfolgte. Die Kampfjets und Kanonenschüsse, ließen uns noch einmal aufschauen, ehe wir den Schauplatz vorzeitig verließen. Die beiden bereisen alle jene Länder, die ich in einem halben Jahr bereisen will, in drei Wochen! Jakarta war nur deswegen ein Zwischenstop, weil der Vater eines Kommilitonen dort arbeitet und wohnt. In der guten Gegend, mit Fahrer und Bediensteten, die während seiner Abwesenheit verpflichtet sind Gäste zu betreuen, wie Kelly und David welche sind. So fand ich mich auf einmal in einem klimatisierten Minivan wieder, der uns den ganzen Nachmittag zu den besten Bauwerken und interessantesten Plätzen chauffierte, ehe die Köchin am Abend ein Wunschmenü für uns drei zauberte. So saß ich also im Haus von Surin Pitsuwan des Generalsekretärs der ASEAN, der EU Südostasiens, und dinierte recht mondän. Kelly und David sind am Abend dann nach Kuala Lumpur geflogen. Natürlich wurde ich vorher noch an meinem 8 EUR/Nacht-Hotel abgesetzt…

Am nächsten Tag setzte mich die sehr komfortable bisnes-Linie nach acht Stunden Fahrt in Surabaya ab, wo ich meine Weiterreise mit dem Schiff planen wollte. Surabayas Hafen ist die Schnittstelle für Schiffsreisen in Indonesien. Ich stellte fest, dass AirAsia gegenüber der Fähre im Preis-Leistungsverhältnis einfach nicht zu schlagen ist und dass mein Aufenthalt in dieser wirklich häßlichen Stadt somit überflüssig geworden ist. Deutlich Schöneres wird mich auf Bali erwarten, wo ich mir ganz sicher ein Motorrad mieten werde, um die Insel zu erkunden. Rasante Erlebnisse und Bilder von dieser Tour, gibt es dann im nächsten Beitrag zu sehen und zu lesen. Bis dahin…

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