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Kontrastprogramm...

...zurück in Perth konnten wir von großem Glück sprechen, dass wir über eine Internetgemeinschaft namens „Couchsurfing“ auf die Schnelle eine Bleibe gefunden haben, die besser nicht hätte sein können. Die reiseaffinen Mitglieder dieser Community melden sich auf der gleichnamigen Website an und bieten in ihrer Heimatstadt anderen Leuten ihre Couch zum Schlafen an. Im Gegenzug sind sie berechtigt, auf Anfrage bei anderen Personen zu nächtigen - weltweit. Dieses, stark auf Vertrauen basierende Prinzip, erfreut sich immer größerer Anmeldezahlen und erlaubt es jedem, soziale Kontakte, Spaß und eine kostenlose Unterkunft zu bekommen. Carlos, ein junger Hausbesitzer im Norden Perths, lebt dort alleine und teilt seine großzügige geschnittene Wohnfläche immer wieder mit anderen Reisenden. Ein so großes Maß an Flexibilität und Offenheit, wie Carlos uns fünf! Personen gegenüber gebracht hat, ist selbst für diese Community einzigartig.

Um all jenes jedoch nicht überzustrapazieren, machten wir uns schnellstmöglich auf, einen Alternativplan für die eine Woche zu machen, die bis zu meinem Abflug jetzt noch verblieben ist. Schnell war klar, dass der Südwesten Australiens zum Einen von Perth aus leicht zu erreichen ist und zum Zweiten wunderschöne Orte und Sehenswürdigkeiten für uns bereithält. Das günstigste Auto, das unseren Kriterien entsprach, war mit ein wenig Aufwand schnell gefunden. Für fünf Personen sollte es sein, nicht zu teuer und mit unbegrenzt vielen Kilometer inklusive. All jenes versicherte uns die Dame von der Reiseagentur. Wir staunten nicht schlecht über den kleinen knallgrünen Suzuki Swift und wussten sofort, dass wir unser aller Reisegepäck deutlich limitieren müssten. Welchem Geschlecht das am schwersten fällt brauche ich hier nicht zu erwähnen...

Die 220 Kilometer nach Busselton waren nach den zurückgelegten Kilometern der vergangenen beiden Wochen, spielend abgerissen. Was leider auch zunehmend abriss, waren die blauen Flecken am Himmel, die immer mehr durch dunkle Wolken verdeckt wurden. Den längsten hölzernen Steg, für den Busselton berühmt ist, konnten wir folglich auch nicht in Gänze genießen, da uns ein heftiger Regenschauer zum Rückzug zwang.

Die noch in Exmouth erstandene Angel wurde demnach auch nur kurz und selbstverständlich erfolglos ins Wasser gedippt. Durchgefroren beschlossen wir uns in einem Motel einzuchecken und am nächsten Morgen die Weiterreise anzutreten. Halt – das kann ja noch nicht das Ende meiner Angelkarriere gewesen sein. Darum bin ich morgens in aller Herrgottsfrühe in die Puschen gehüpft und habe mich am Steg noch mal im Angeln versucht. Einen undefinierbaren komisch krustigen Fisch, dem ich wieder die Freiheit schenkte und einen lecker anmutenden, wenn auch ziemlich kleinen Fisch (fragen Sie nicht nach der Gattung) konnte ich nach zwei Stunden, als Erfolg vermelden. Eben noch im Meer, jetzt schon auf dem Teller – selbst gefangener Fisch schmeckt auch zum Frühstück gut!

Das Wetter vermochte uns aber auch weiterhin nicht zu schmecken und wir fuhren der grauen Suppe, in Richtung Margret River entgegen. Der faszinierende Unterschied der landschaftlichen Gegebenheiten hier im Süden, im Gegensatz zum Buschland des Nordens, erinnerte uns in Teilen an Deutschlands Harz- oder Taunusregion. Genauso erinnerte uns das Wetter am südwestlichsten Punkt in Augusta, wo Südpolarmeer und Indischer Ozean sich küssen, an einen derben Herbsttag auf dem Brocken.

Orkanartige Windstärken und die feuchte Brise der brechenden Wellen ließ uns bewußt werden, dass wir für dieses Wetter und diese Temperaturen einfach nicht ausreichend ausgestattet sind und versuchten die Aktivitäten auf Indoor zu beschränken. In einer traumhaft schönen Tropfsteinhöhle, die in mehreren Jahrtausenden gebildet und in den 60ern entdeckt wurde, zogen sich zum Teil massive Stalaktiten und kleine Sinter wie Fäden von der Höhlendecke.

Umgangssprachlich spricht man bei ständigem Dauerregen ebenfalls von Fäden, die sich vom Himmelszelt gen Boden ziehen. Eben solche verwandelten, den mit dem Auto befahrbaren Southern Forrest Track in Pemberton, in eine anspruchsvolle Rally-Strecke. Die riesigen Baumkronen, der hier wachsenden Karri Bäume schützten nur unzureichend, so dass das Aussteigen kein Vergnügen war und im Folgenden von uns gänzlich vermieden wurde. Fünf Personen einen ganzen Tag in einem Kleinwagen, draußen geht die Welt unter und laut Wetterbericht ist auch keine Besserung in Sicht – Als Fazit beschlossen wir zurück nach Perth zu fahren und uns dort noch die Stadt anzusehen. Gesagt, getan. Nur 320 Kilometer weiter nördlich erfreuten wir uns zweier wunderschöner sonniger Tage in Westaustraliens Hauptstadt.

Unserem erlebnisreichen Roadtrip konnten wir somit ein entspanntes und mit einer berauschenden Abschiedsfeier auch feuchtfröhliches Ende setzen. Mit einem weinenden Auge verlasse ich Perth gen Singapur. Mein lachendes Auge jedoch liest schon die nächsten Abenteuer, die ich im nächsten Beitrag verfassen werde. Bis dahin...

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