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Schlafmütze...

Die Bushölle aus Tuk Tuk dauerte dieses Mal nur sechseinhalb Stunden, ehe ich mich an bekannter Stelle  in Medan wiederfand. Meine Planungen in Medan, sahen die Planungen für die Weiterreise vor und ließen nur eine Konsequenz zu – Fliegen! Denn Sumatras Verkehrsnetz stellt sich nicht als der HVV Indonesiens dar, das durch Bahnen und Busse die ganze Insel verbindet, sondern zwänge mich, von Bus zu Bus zu asten, welche auf zum Teil miserablen Straßen, jeden am Fahrbahnrand stehenden Passagier aufgabeln und so Zeit und Nerven kosten.

Kosten und weitere Reiseoptionen ließen meine Wahl auf Manado fallen, welches im Nordosten Indonesiens auf der Insel Sulawesi liegt. Ein nächtlicher Zwischenstop in Jakarta sollte da das kleinste Problem sein. Als Weltreisender muß ich ja wohl wenigstens einmal im Flughafen gepennt haben…IM Flughafen!!! Rausgeschmissen haben sie mich! VOR DEM Flughafen musste es also ein Schlafplatz sein – jetzt darf ich mich wohl erst recht einen Weltreisenden nennen ? Um genau zu sein ein Weltreisender, der hinter der Kundeninformation so gut schlafen konnte, dass er seinen Weiterflug um fünf Uhr glatt mal verpennt! Na toll – aber ein Alternativplan war schnell gestrickt. Der Flughafen befindet sich recht weit im Süden der Hauptstadt und nahegelegen zum Bus-Terminal Rambutan. Ein Bus nach Cibodas hatte ich mir ausgeguckt. Hier galt es einen fast dreitausend Meter hohen Vulkan im Gede Pangrando Nationalpark zu besteigen.
Mit meiner eingekauften Tagesration für den, laut Reiseführer, sechsstündigen Aufstieg, kehrte ich in das Guesthouse zurück und musste zu meinem Leidwesen gesagt bekommen, dass der Weg zum Gipfel leider gesperrt sei, ich mir aber den Wasserfall auf 1600 Meter anschauen könnte (Start ist auf 1200 Meter). Da hab ich mir ja einen tollen Alternativplan geschmiedet… Dann bin ich für den Miniauftieg eben sehr sehr gut verpflegt. 10:20 Uhr auf der Uhr, als ich den Eingang des Nationalparks passierte. Länger als 12 Uhr sollte der Spaß auch nicht dauern, flüsterte mir mein kleiner Reinhold Messner ins Mittelohr. An der Weggabelung zum Gipfel/Wasserfall wiesen weder Schilder noch Ranger auf ein Aufstiegsverbot hin. Mein Freund Ehrgeiz war schon auf dem Weg nach oben, ehe der Körper Folge leistete. Problem war nur, dass es ja schon 11 Uhr war! Bei sechs Stunden Aufstieg und geschätzten vier Stunden Abstieg ist es schon lange DUNKEL. Was Freund Ehrgeiz schon wusste, musste Kollege Körper beweisen – das muss schneller gehen…

Brennende Oberschenkel, ein komplett genässtes T-Shirt, fast 1600 Höhenmeter und 3:15 Stunden später, entschädigte der einsame Gipfel für die Strapazen des Aufstieges.
Nachdem ich zur Rocky-Einlaufmusik auf meinem Mp3-Player die letzten Meter bewältigte, konnte ich über den Wolken, bei absoluter und beeindruckender Stille, einen Hauch von der, einst in den 70ern besungenen, grenzenlosen Freiheit spüren. Mit einsetzender Dämmerung, verließ ich den Nationalpark und sehnte mich nur noch nach einem warmen Essen und einer Matratze. Nachdem ich beiden Wünschen entsprechen konnte, blieb nicht mal mehr Zeit an den drohenden Muskelkater einen Gedanken zu verschwenden - ich schlief auf der Stelle ein.  Nach zwei Nächten im angenehm kühlen Cibodas, machte ich mich am folgenden Morgen mit schweren Beinen auf in den stickigen Millionenmoloch Jakarta, um den bevorstehenden Unabhängigkeitstag und die damit verbundenen Feierlichkeiten zu sehen. Was bei der größten Parade des Landes so aufgefahren wird, gibt es im nächsten Beitrag zu lesen. Bis dahin…

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