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Radio Hamburg

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So lang und doch zu kurz...

...resümiere ich nach insgesamt 50 Tagen in Thailand und gebe dem netten Thailändisch sprechenden Holländer in Chang Khong vollkommen recht, der seit 20 Jahren hierherkommt und immer wieder Neues entdeckt. Jetzt bin ich aber noch einen ereignisreichen Wochenbericht schuldig, der in Nang Rong zu schreiben begonnen wurde.

Nang Rong ist eine hässliche Stadt, die außer der üblich unschönen Highway-Bebauung, bestehend aus Tankstellen, Motorradhändlern, Seven Elevens, einigen marktähnlichen überdachten Verkaufsflächen und einem Tokyo Hotel (siehe Bild oben links) wirklich nichts zu bieten hat.

Sie ist jedoch der beste Ort, um zu den gut 20 km entfernten beeindruckend gut restaurierten Tempelruinen des früheren Angkor Imperiums zu gelangen. Das Allerbeste dieser „Durchfahrtsstadt“ ist das etwas verlassen stehende Honey Inn Guesthouse. Die Gäste werden in einladender, nicht aufdringlicher Art und Weise in die Familienatmosphäre aufgenommen. Dadurch saßen an diesem Abend auch Gäste aus sechs verschiedenen europäischen Ländern sehr gerne am Sieben-Nationen-Tisch mit den Gastgebern beim Essen zusammen. Gerne, auch wenn diese Tafel ein Ungleichgewicht zugunsten Frankreichs aufwies ;-) Eine solche Gastfreundschaft von Familien, die ein Guesthouse betreiben, muss etwas gesondert betrachtet werden, aber ich habe festgestellt, dass gerade die Menschen in den etwas kleineren Provinzen, nach anfänglichen kommunikativen Berührungsängsten, großes Interesse zeigen und unglaublich hilfsbereit sind. An ein aufgeregtes Tuscheln oder große Augen bin ich ja schon sehr gewöhnt, was für Begeisterungstürme ein „Farang“ („Ausländer“ auf Thai) mit einem Lächeln und zwei drei thailändischen, meist wohl katastrophal betonten Worten ausrichten kann, begeisterte mich jedoch immer wieder.

Am Nationentisch ergaben sich natürlich Reisegruppen, die sich am nächsten Tag Taxis, Tuk-Tuks oder Motorräder zu den Tempeln teilten. Obwohl sie es eigentlich gewohnt sein sollte, auf der linken Fahrbahnseite zu fahren, vertraute Lesley aus Schottland, sich mir als Fahrer an - aus Angst vor dem Verkehr.

Nach meinen Klagen über den zu großen Tempelinput in so ziemlich jeder Stadt Thailands, werden Sie sich wundern, warum ich dann einen Abstecher nach Osten vornehme, um ausgerechnet weitere anzuschauen. Der hinduistische Phanom Rung Tempel unterscheidet sich nicht nur von der Größe, sondern auch von der Art deutlich von den Buddha Tempeln. Schlussendlich hinterließen diese massiven und zugleich minutiös verzierten Bauwerke bei mir einen gehörigen Wow-Effekt und eine gute Portion Vorfreude  auf Angkor Wat in Kambodscha.

Erneut über Khorat und dann gen Norden nach Khon Kaen, überschnitten sich Juliens und meine Reiseroute. Es waren natürlich nicht die mangelnde Schönheit der Stadt, in der wir uns befanden oder die mäßigen Englischkenntnisse des Franzosen, um ausschweifende und überschwängliche Gespräche zu führen, die einen zweitägigen Aufenthalt rechtfertigten. Julien offenbarte mir jedoch, dass sich sein Geburtstag am nächsten Tag zum 33ten Mal jähren würde. Meine Frage, was er denn machen wolle, konterte er mit einem klanglich symphytischen „Eigentlisch nischt“ (was neben „scheise“ eines von zwei Überbleibseln seines Schuldeutsches ist), was in mir einen gewissen Auftrag weckte. Obwohl er sicherlich nicht der typische Partygänger ist und wir den Dancefloor jetzt auch nicht in Brand gesteckt haben, hat er das entspannte Reinfeiern ganz offensichtlich genossen und die zwei Tage in Khon Kaen konnte ich schließlich auch mit meinem langsam auslaufenden Visum vereinbaren.

Die letzen drei Tage verbringe ich mal wieder am Mekong. Nong Khai bietet eigentlich nicht viel, das am Tage meiner Ankunft beginnende chinesische Drachenfestival, der chinesisch stämmigen Thais, eignete sich allerdings hervorragend, um die drei Abende mit ein wenig Trubel zu verbringen. Trubel entwickelte sich in meinem Kopf als ich, in meiner Tätigkeit als Eventmanager bei Radio Hamburg, die Zustände der hiesigen Veranstaltungsfläche auf mich wirken ließ. Wo doch ein jeder Besucher nach seiner Ankunft traditionsgemäß 42 Räucherstäbchen entzündete und zur Wunscherfüllung in verschiedene Töpfe steckt, um anschließend auf die Stahl-Bambus-Bretter-Tribüne zu steigen, hätte ein jeder deutscher Brandschutzbeauftragte bei einer Schließung der Fläche buchstäblich nichts anbrennen lassen.

Auch wenn mir das thailändische Wort für Sanitäter im Notfall geläufig gewesen wäre, es wäre wohl sowieso keiner dagewesen. Der Tontechniker schien all jenes als normal zu empfinden, teilte er sich seinen FOH Platz doch schließlich mit Dutzenden, dicht an dicht stehenden Besuchern, die von dieser Erhöhung gespannt den Tanzdarbietungen folgten.

Die Freundschaftsbrücke verbindet Thailand mit Laos, die Städte Nong Khai mit Vientiane (siehe Bild). Ob ich mein Visum bei Ankunft wirklich in aller Freundschaft ausgehändigt bekomme, gibt’s im nächsten Beitrag zu lesen. Bis dahin...

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