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Radio Hamburg

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Thailand, ich komme...

Türkisblaues Meer und ein weißer Traumstrand.

...aber vorher habe ich noch das Glück, von einem der schönsten Flecken zu erzählen, die ich bisher gesehen habe – den Perhentian Islands. Mit dem Geld, das ich in Kuala Lumpur abgehoben hatte, wollte ich ganz gerne über die Runden kommen, da ich keine Ringits mit nach Thailand nehmen wollte und mein vorgesehenes Tagesbudget mit dem Tauchschein auch etwas überstrapaziert habe.

(Foto: Mit dem Schnellboot auf die Perhentian Islands)

Hungern sollte ich allerdings nicht und dass der Dormroom dann auch nur 15 Ringit/Nacht (weniger als 4 Euro) gekostet hat, passte mir nur allzu gut in den Kram. Dormroom heißt aber auch, dass ich nicht umhin kam, Leute zu treffen. Das kann unter Umständen, die in meinem Fall als gegeben angenommen werden können, teurer werden, als die Ersparnis, die ich bei der nächtlichen Unterkunft erringen konnte.

Der Mission „deutsche Invasion auf malayische Strandbar-Atmosphäre“ widmeten sich also der Dormroom B4 mit Robert, Anna, Franzi, Thesi, Heiko, Daniel und meiner Wenigkeit. Kulturelle Annäherungen ergaben sich nicht nur durch das Trinken des lokal gebrauten „Monkey juice“, sondern auch durch den Versuch, mit der im Folgenden auftretenden Lockerheit, die einheimische Sprache zu erlernen – wie gesagt „dem Versuch“.

(Foto: Die deutsche Reisegruppe am Long Island Beach)

Alkohol ist selbst hier teuer und so musste die Sparflamme am folgenden Tag noch kleiner gedreht werden. Verbrennen konnte ich mich also nur noch an der Magerkost TomYam Soup mit Reis. Am Mittwoch drückte ich also die letzten Ringits in die Hand des Taxifahrers, der mich vor der Grenze absetzte und dem ich offenbar glaubhaft verklickern konnte, dass das wirklich mein letztes Geld war.

Ein mulmiges Gefühl hatte ich schon, die Grenze an dieser Stelle zu überqueren, da in dieser Region in der Vergangenheit immer wieder Kämpfe zwischen muslimischen Separatisten und der Regierungspolizei aufflammten. Ich habe mir schnell beim nächten Automaten Thailändische Bhat gezogen und einen Minibus nach Hat Yai gebucht.

Während dieser Fahrt habe ich mehrmals bereut, die Kamera nicht parat gehabt zu haben. Kühe grasten auf einem bewucherten Fußballplatz, der in Verbindung mit den rostigen Toren, als Sinnbild für jahrelanges Widerkäuen fußballerischen Einheitsbreis, eher in das Volksparkstadion gepasst hätte, als in den tiefen Süden Thailands. Ca. 15 massive Grenzposten, die jedes passierende Fahrzeug finster dreinblickend in Augenschein genommen haben, hätte ich ebenfalls gerne „undercover“ geknipst. Es war in meiner Sitzposition aber einfach nicht möglich, die Kamera aus der Tasche zu holen. Bei Abfahrt hatte ich noch das Gefühl, dass sich keiner neben den großes Weißen mit den „nicht-schwarzen Haaren“ setzen wollte und ich die Rückbank für mich alleine beanspruchen könnte.

(Foto: Mit dem Nachtbus von Kuala Lumpur nach Kuala Terengganu - Ankunft um 5 Uhr morgens)

Nach diversen Stopps wendete sich das Blatt allerdings um 180 Grad. Ich beschäftigte mich in den nächsten dreieinhalb Stunden also nur noch mit eingeschlafenen Körperteilen und damit, keine Brüche und Bänderverletzungen davonzutragen. Mein Knie, eingeklemmt zwischen Fensterscheibe und dem Sitz des Vordermannes, der nur wenige Zentimeter von dem entfernt war, was mir wichtig ist, drohte jedes Mal einen doppelten Kreuzbandriss zu erleiden, wenn der Busfahrer mit ungebremsten 110 km/h über die Straße-Brücke-Verbindungen heizte, die von der Höhe vergleichbar mit den Bodenwellen der 30er Zonen in Deutschland sind.

Als ich Hat Yai sehnsüchtig und gerädert erreichte, entschloss ich mich, nach Reposition meiner Gliedmaßen und dem schärfsten Essen meines Lebens, nach Songkhla zu fahren. Der Bus stand bereit und ich war der einzige in dem Bus, als dieser den Busbahnhof verließ. Ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen, als eine halbe Stunde später, wie selbstverständlich, alle Doppelsitzbänke mit drei Personen bestückt waren und ich eingeklemmt zwischen Fenster und Nebenmann versuchte, den Cafe del Mar-ähnlichen Klängen der 400-Watt-Anlage, etwas Beruhigendes abzugewinnen.

In einem urigen Hostel mit Bambusbetten, teile ich mein Zimmer mit Lars und Kim aus Dänemark und schreibe diese Zeilen. Warum ich jetzt weiß, wie sich Popstars fühlen und wohin ich am Wochenende fahre, gibt es nächste Woche hier zu lesen. Bis dahin...

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