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Radio Hamburg

Tag 1 - 23.01.2012

Anke Zigarette

Am Montag (23.01.) hat Anke ihre hoffentlich letzte Zigarette geraucht.

Bramfeld, 19:37 Uhr

Wenn die Uhr auf 19 Uhr 50 springt, dann ist meine letzte Zigarette genau 12 Stunden her. Und 12 Jahre ist es her, dass ich mit dem Blödsinn überhaupt angefangen habe. Wir halten also die magische Zahl “12” fest, freuen uns des Lebens, bleiben aber gleichzeitig ehrlich ohne uns etwas vor zu machen. PS: Ich rede gerne in der “Wir-Form”. Ich fühle mich dann nicht so alleine mit meinem “Problem”. Als ich heute kurz nach 14 Uhr aus der Naturheilpraxis in Wandsbek von meiner allerersten Akupunktursitzung gekommen bin, dachte ich: “Wow, ich fühle mich total entspannt. Und das letzte was ich empfinde, ist die Lust auf eine Zigarette.” Ich empfand dieses Gefühl sofort als unnatürlich. Welcher Raucher ist denn bitte entspannt, wenn er aufhört? So stellt man sich die ersten Stunden seines Entzuges ja nicht vor. Aber genauso verliefen sie. Total entspannt! Ich bin ins Auto gestiegen, während der Fahrt zieht jemand aus einer Parklücke raus und mir direkt vor die Nase so dass es fast eine Vollbremsung braucht um nicht mit meiner Motorhaube im Kofferraum des anderen zu landen. Ein Moment, in dem ich mir noch vor ein paar Stunden eine Zigarette angesteckt hätte, daran denke ich auch, tue es aber nicht. Weil ich bin ja gerade so herrlich entspannt.

Zuhause angekommen, steht auf meinem Couchtisch ein Aschenbecher mit drei ausgedrückten Zigaretten darin und ich rieche daran. Ganz schön eklig. Die Kippen kommen in den Müll, der Aschenbecher auf den Balkon und ich lüfte erst einmal die Wohnung ordentlich durch. Ich atme die frische Luft meines neuen, schönen Lebens ein! Aber das Ganze hat einen hässlichen Haken: es bleibt nicht so schön wie es sich anfangs anfühlt. Ich überprüfe nachmittags immer wieder ob die kleinen Nadeln noch in meinem Ohr sind und an der richtigen Stelle. Ja sind sie. Nur scheinen sie nicht mehr zu “wirken” wie am Anfang. Oder habe ich mir vor lauter Euphorie und Tatendrang nur gewünscht, dass sie mir helfen und in Wirklichkeit sind sie einfach nur da und völlig ohne Wirkung? Die Heilpraktikerin hat gesagt, ich solle sie anrufen wenn es Probleme gibt. Ich werde sie heute Abend nicht anrufen. Weil ich mir arm vorkomme bei dem Gedanken, dass ich am ersten Tag bzw. Abend schon anfange zu schwächeln. Ich will stark sein, und stark bleiben. Verdammte Zigaretten! Ich hasse Euch! Nie wieder auch nur eine von euch in meinem Mund!

Ich werde langsam sauer auf die Dinger aber noch viel mehr auf mich selbst. Weil es sich an diesem Montagabend zuhause ohne Zigaretten anfühlt, als hätte jemand den Strom oder das Wasser abgestellt. Irgendetwas, das ich brauche, fehlt. Und das sollte sich so nicht anfühlen. Denn ohne Zigaretten fehlt einem faktisch nichts, aber das Raucherhirn gaukelt es einem vor. Schlimm ist, dass ich das weiß, aber mein Gehirn diese Botschaft nicht weitersendet an den Rest meines Körpers. Denn der möchte jetzt, Montagabend gleich 8 Uhr, gerne eine rauchen. Eine nur. Ich habe eine bessere Idee. Ich werde heute einfach sehr, sehr früh ins Bett gehen.