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Massenpanik auf Loveparade

Weiteres Opfer gestorben

Bilanz des schrecklichen Unglücks in Duisburg: 20 Tote, über 500 Verletzte.

Vier Tage nach dem Unglück auf der Loveparade ist noch ein Opfer seinen Verletzungen erlegen.

Die Zahl der Todesopfer nach der Massenpanik bei der Duisburger Loveparade ist auf 21 gestiegen. In der Nacht zum Mittwoch starb eine 25-jährige Frau aus der Nähe von Essen in einer Klinik an ihren Verletzungen.

Am Dienstag (27.07.2010) hat die Staatsanwaltschaft außerdem die Obduktionsergebnisse der bisherigen Todesopfer bekannt gegeben.

Die Gerichtsmediziner haben mitgeteilt, dass 20 Opfer der Massenpanik in Folge von Brustkorbquetschungen erstickt sind. Keiner der Toten ist demnach durch einen Sturz von einer Treppe ums Leben gekommen. Das legt die Vermutung nahe, dass sich die Opfer nicht zwingend falsch verhalten haben, sondern von einer Horde Menschen totgetrampelt wurden.

Für diesen Samstag ist eine zentrale Trauerfeier geplant. Dazu werden auch Bundespräsident Christian Wulff und Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet. Details werden noch geklärt, so eine Sprecherin der Stadt. Fest steht jedoch: Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland wird der Trauerfeier fern bleiben.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Jäger will im Laufe des Tages einen Bericht mit weiteren Ermittlungsergebnissen vorlegen. Noch immer ist unklar, warum die Massenpanik am Eingang zum Loveparade-Gelände entstanden ist. Wenige Meter von der Todesstelle entfernt wäre offenbar ausreichend Platz zum Ausweichen gewesen. Laut der "Süddeutschen Zeitung" sollen aber zu wenig Ordner im Einsatz gewesen sein, die die Besucherströme hätten lenken können. Für die Angehörigen der Opfer dürfte besonders erschütternd sein, dass sich Veranstalter, Verwaltung, Politik und Polizei gegenseitig des Versagens bezichtigen.

Wer die Familien und Angehörigen der Todesopfer und über 500 Verletzten entschädigt, wird sich erst in einem langwierigen Verfahren zeigen, da eben diese Verantwortlichkeiten geklärt werden müssen.

Unterdessen gerät Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland zunehmend unter Druck - viele Menschen fordern: Sauerland soll politische Verantwortung übernehmen und zurücktreten. Morgen gibt es vor dem Rathaus eine Demonstration. Dazu Reporter Stefan Naas: „Jetzt wollen auch erste Bürger offiziell gegen Oberbürgermeister Adolf Sauerland vorgehen. Der Duisburger Werner Huesken hat einen Bürgerantrag nach Paragraph 24 der Gemeindeordnung NRW gestellt. Sein Ziel ist es, dass der Stadtrat dem OB das Misstrauen ausspricht und ihn von seinen Ämtern enthebt. Auch Rainer Wendt, der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, fordert Adolf Sauerlands Rücktritt. Dabei sei es unerheblich, ob Sauerland persönlich an der Loveparade-Planung beteiligt war oder nicht.“

Adolf Sauerland selbst hat einen Rücktritt nach dem Loveparade-Drama von Duisburg bisher abgelehnt. Doch NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sagte: "Es wird am Ende auch um politische Verantwortung gehen."

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