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Vergewaltiger als freier Mann
Serientäter lebt in Hamburg
Der Serienvergewaltiger ist selbst für die Polizei eine "tickende Zeitbombe". (Archivbild)
Tausende Euro kostet die Bewachung täglich. Polizei stuft den Mann als gefährlich ein.
Riesenwirbel um einen gefährlichen Sex-Verbecher in unserer Stadt: Hans-Peter W. hat wegen mehrerer Vergewaltigungen über 30 Jahre im Gefängnis gesessen. Nun ist er in Hamburg und auf freiem Fuß. Und das, obwohl er in Polizeikreisen als "tickende Zeitbombe" bezeichnet wird.
Viele Hamburger sind besorgt, Polizisten schütteln mit dem Kopf. Wie kann ein gefährlicher Vergewaltiger, der nach seiner Haftstrafe aus gutem Grund 22 Jahre in Sicherungsverfahrung geblieben ist, frei in unserer Stadt herumlaufen? Die Antwort ist simpel: Ende 2009 hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg das Verfahren der Sicherheitsverwahrung für unzulässig erklärt. Und zwar darf sie nicht nachträglich verhängt werden, sondern muss bereits im Urteil angeordnet werden.
Zum Forum: Was halten Sie davon und sollte die Adresse des Vergewaltigers öffentlich gemacht werden?
Und genau das, ist im Fall von Hans-Peter W. nicht geschehen. Die Folge: Der Serienvergewaltiger darf leben, wo er möchte. Und er hat sich nun einmal Hamburg ausgesucht. Die Polizei überwacht den 53-Jährigen nun rund um die Uhr. Die Behörden suchen zudem eine dauerhafte Unterbringung für den Mann. Welche Auflagen er dann erfüllen muss, steht noch nicht fest. Laut Justizbehörde steht bald ein Treffen der zuständigen Behördenmitarbeiter auf dem Programm. Erst danach herrscht Klarheit.
Wegen des Urteils des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte werden in den nächsten Jahren insgesamt 17 Schwerverbrecher aus Hamburger Gefängnissen entlassen. Für die Justiz eine neue Herausforderung.



