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Radio Hamburg

Game of Thrones Finale

Spoiler ja - so aber bitte nicht!

Hamburg, 15.06.2015
Game of Thrones Introbild

Am Sonntag (14.06) lief das Finale der fünften "Game of Thrones"-Staffel über den Äther - dank zahlreicher Medien weiß man am nächsten Tag eigentlich alles darüber.

Keine Angst, im Gegensatz zu fast allen anderen Medien verraten wir Euch hier nicht, was im Finale der fünften Game of Thrones Staffel passiert ist - denn so sind Spoiler einfach nur besch*****.

Ja, da war der Montagmorgen dank zahlreicher plapperfreudiger Serien-Rezensenten und strunzdoofer Redakteure direkt versaut. Am Sonntag (14.06) lief das Finale der fünften "Game of Thrones"-Staffel beim US-Bezahlsender "HBO" und am besten wäre es wahrscheinlich gewesen, das Internet den ganzen Tag zu meiden - fast zwingend stolpert man am Tag nach dem großen Finale nämlich über einen Haufen Spoiler zu der Fantasy-Serie, ob man am Ende will oder nicht. Das geht so einfach überhaupt nicht!

Spoilern ja - so aber nicht!

Nicht falsch verstehen: Im Prinzip habe ich rein gar nichts gegen das Spoilern, also das Veröffentlichen von Informationen zu Serien und Filmen vor der Ausstrahlung oder kurz danach. Hin und wieder schießen die fleißigen Schreiberlinge aber deutlich über das Ziel hinaus - das "Game of Thrones"-Finale ist da nur das jüngste Beispiel in einer Kette von wahrhaften Spoiler-Unfällen. Man denke zum Beispiel nur an das Auftauchen der Mutter bei "How I Met Your Mother" oder den Tod eines beliebten Charakters in der elften Staffel der Krankenhausserie "Grey's Anatomy".

Natürlich muss im Grunde jeder selbst entscheiden, ob er vor Ausstrahlung oder dem Schauen eines Films oder einer Serienepisode Vorab-Infos haben möchte oder nicht. Wenn jemand wissen möchte, wer in einer Serie stirbt, lebt, sich küsst, heiratet, etc. dann ist das vollkommen in Ordnung, und fast jeder Serienfan greift mehr oder weniger häufig auf Spoiler zurück. Macht manchmal auch einfach eine Menge Spaß, die eine oder andere Information bereits vor der Ausstrahlung zu haben und sich dann auszumalen, wie sich die aktuelle Handlung wohl dorthin entwickeln wird und wie es für die Charaktere in der Serie nach einem bestimmten Event weitergeht. Spoiler sind für viele damit ein essentieller Teil des Serienkonsums und gehören letztlich genauso dazu, wie das Schauen der Serie selbst.

Der entscheidende Punkt allerdings ist, dass jeder selbst darüber entscheiden können sollte, welche Information er bekommt und welche nicht. Bei manchen Serien macht es einfach mehr Spaß, sie vollkommen ungespoilert zu sehen, da man sich von den drastischen Handlungstwists überraschen lassen will und vor Ungläubigkeit über "Ist-das-grade-wirklich-passiert" mit offenem Mund vor der Mattscheibe sitzen möchte. "Game of Thrones" ist für mich definitiv eine Serie, die in diese Kategorie fällt, da es die Macher beinahe schon perfektioniert haben, den Zuschauer zu schocken. Das Nicht-Wissen ist bei "Game of Thrones" neben den mitreißenden Storylines, der üppigen Ausstattung und den grandiosen Schauspielern, ein wichtiger Teil, der die Serie momentan zu wohl einer der besten Serien im Fernsehen machen.

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Spoiler-Ettiquette fürs Web

Auf den meisten Portalen im Web, die sich mit hauptsächlich mit Serien und Filmen beschäftigen, und auf Seiten, die regelmäßig Seriennews anbieten, weiß man grundsätzlich ganz ordentlich mit Spoilern umzugehen, sodass jeder User gut für sich selbst entscheiden kann, ob er eine Spoiler-Nachricht nun liest oder nicht. Im Laufe der Jahre hat sich dabei so etwas wie eine inoffizielle Regelung im Umgang mit Spoilernachrichten eingebürgert. Da im Grunde niemand auf die Infos verzichten kann und will, ist man sich darüber einig, dass ein Verzicht auf derartige Nachrichten nichts bringt, da am Ende immer irgendjemand unkontrolliert spoilern würde. Des Rätsels Lösung ist für die meisten ein hochgradig kontrollierter Umgang mit Spoilern: Die von der "New York Times" aufgestellten "Official Vulture Statues of Limitations on Pop-Culture Spoilers".

Am wichtigsten ist dabei natürlich das Kennzeichnen von Spoilern in Überschriften, Einleitungstexten oder in Bildern, sodass der gemeine Leser selbst beim Scrollen und Umhersurfen nicht zufällig auf eine brisante Serieninformation stößt, die er eigentlich gar nichts wissen möchte. Spoiler sollten deshalb auf allgemeinen Übersichts- und Startseiten nichts zu suchen haben und aktiv durch den User selbst ausgewählt werden. Darüber hinaus gibt es in den Statuten noch weitere Spoiler-Regelungen und Zeitvorschriften. So sind konkrete Spoilerartikel mit Warnung beispielsweise erst einen Tag nach der regulären Ausstrahlung erlaubt - in Überschriften sogar erst nach drei Tagen.

Alles gut, schön und sinnvoll - wenn sich denn jeder dran halten würde. Hier liegt aber leider der Hund begraben. Gerade Medien, die nicht im Umgang mit Serien- und Filmberichterstattung vertraut sind, und mit einem Artikel zum dramatischen aktuellen Serientod möglichst viele Leser gewinnen wollen, scheren sich relativ wenig um die Interessen von Serienfans.

Hauptsache, die Story stimmt

Da wird dann fröhlich in Überschriften oder in unglücklichen Text-Bild-Kombinationen verraten, wer in der jüngsten Serienepisode über den Jordan geht, so dass auch wirklich jeder über den Spoiler stolpert und sich am liebsten danach die Augen auskratzen würde. Jetzt kann man natürlich sagen: Hier wird viel Stress um Nichts gemacht - für viele aber ist Serienschauen und die Unterhaltung darüber ein schöner Zeitvertreib, ein Hobby gar und eine Leidenschaft. Als Serienfan darf man sich also durchaus über das Verhalten einiger Medien aufregen und zurecht fragen darf: Muss das denn sein?!

Wenn man mit einem Spoilerartikel lediglich Aufmerksamkeit erhaschen und provozieren möchte, ist das schlichtweg unverantwortlich, fies und wirft am Ende kein sonderlich gutes Licht auf das jeweilige Medium. Hier ist übrigens nicht nur die Zeitung mit den vier großen Buchstaben angesprochen - auch "Zeit Online" hat beispielsweise ganz fürchterlich zum GoT-Finale gespoilert. Gerade weil TV-Serien und das Sprechen darüber in Zeiten immer leichterer Verfügbarkeit durch Streaming-Dienste zu immer größerer popkultureller Bedeutung finden, sollten sich einige Medienvertreter schleunigst überlegen, wie viel man für den Serienjunkie durch unbedachte Äußerung, Bildwahl oder Andeutungen kaputtmachen kann. 

Sinn kann es auch in Zukunft nicht sein, das Internet panisch meiden zu müssen, sobald ein Finale, Staffelauftakt oder ein vergleichbares, dramatisches Ereignis irgendwo über den Bildschirm geht. Gegen Spoiler und Berichte darüber hat, wie gesagt, überhaupt niemand etwas. Wenn man aber Infos streut, die noch nicht jeder mitbekommen hat und die auch nicht jeder mitbekommen will, dann bitte verantwortungsbewusst und auch mit etwas Rücksichtnahme für Millionen von Serienfans, die sich von ihrer Lieblingsserie gerne fesseln und überraschen lassen wollen.

Was ist Eure Meinung zu Spoilern? Seid Ihr Komplettverweigerer von Vorab-Infos oder wollt Ihr über Eure Lieblingsserie einfach alles wissen? Schreibt es uns jetzt in die Kommentare.

(san)

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