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Radio Hamburg

Jugendgefährdung?

"Germany's Next Topmodel" auf dem Prüfstand

Hamburg/Osnabrück, 09.05.2015
Heidi Klum Model GNTM

Ist Heidi Klums Schow "Germany's Next Topmodel" jugendgefährdend? 

Eine Studie sieht einen einen Zusammenhang zwischen Essstörungen und GNTM. Daher soll Heidi Klums Casting-Show erneut überprüft werden.

Die ProSieben-Show "Germany's Next Topmodel" wird auf eine womöglich jugendgefährdende Wirkung geprüft. Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg werde die Sendung von Heidi Klum in die Kommission für Jugendmedienschutz einbringen. Das berichtete jetzt die "Neue Osnabrücker Zeitung".

Zuvor hatte der Verein Pinkstinks in einer Online-Petition die erneute Kontrolle des Formats gefordert. Hintergrund ist eine Studie des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI), die einen Zusammenhang zwischen Essstörungen und GNTM herstellt. Nach Angaben einer Referentin werde die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) das Format in die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) einbringen und auf "mögliche entwicklungsbeeinträchtigende Wirkungen" hin prüfen. "Sollte die KJM zu dem Ergebnis gelangen, dass durch die Sendungen Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung negativ beeinträchtigt werden könnten, werden die entsprechenden medienrechtlichen Maßnahmen gegenüber ProSieben eingeleitet", kündigte die Referentin in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" an. Neben Sendezeitbeschränkungen zählen dazu auch Bußgelder.

Immer wieder Kritik an Heidi Klums Show

Bis ein Ergebnis vorliegt, werden laut MABB jedoch noch Wochen vergehen, zumal die fragliche Studie auch noch nicht veröffentlicht sei. Die Anstalt verweist außerdem darauf, dass GNTM "seit Beginn seiner Ausstrahlung im Fokus der Medienaufsicht" stehe - bislang ohne negative Folgen für ProSieben. Trotzdem stehe "außer Frage, dass das über den Inhalt  vermittelte Schlankheitsideal durchaus kritisch zu bewerten" sei.

ProSieben kommentiert die Prüfung seines Model-Castings auf Anfrage der "Neuen Osnabrücker Zeitung" so: "Die KJM muss jedes Programm überprüfen, wenn sich ein Zuschauer beschwert." Der Sender verwies darauf, dass die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) "Germany's Next Topmodel" bereits überprüft und eine Freigabe für Kinder ab sechs Jahren erteilt habe.

ProSieben wehrt sich

An der IZI-Studie übte ProSieben ebenfalls Kritik: "Wenn man die Studie der IZI komplett und nicht nur die Zusammenfassung liest, kommt man im Übrigen zu einem schlichten Ergebnis: Es ist sehr logisch, dass das Fernsehprogramm, das in Deutschland bei jungen Menschen am beliebtesten ist, am häufigsten genannt wird." Schon darin bestehe  eine methodische Fragwürdigkeit der Studie, bemängelte der Sender. Im Übrigen sende GNTM immer wieder eine Botschaft: "Gesunde Ernährung und Sport sind wichtig für den Beruf eines Models." (apr)

Glaubt Ihr, dass "Germany's Next Topmodel" Essstörungen fördert? Diskutiert in den Kommentaren mit!

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