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Radio Hamburg

Ein Hoch auf die Wissenschaft

Große Film-Momente, die eigentlich totaler Schwachsinn sind

Hamburg, 14.11.2017
Neues Crop Image

Zwei Schülerinnen berechneten, dass Jack im Film "Titanic" mit einem einfachen Trick hätte überleben können. Das erinnert an weitere wissenschaftliche Fragwürdigkeiten in bekannten Filmen.

Wenn man seinen eigenen Tod nicht fürchtet, dann der des Lieblingscharakters aus seinem Sonntagsfilm. Emotionale, tragische Filmtode zerreißen das Herz eines jeden Zuschauers. Das beste Beispiel wird hierbei wohl der Tod von Jack aus "Titanic" sein. Selbstlos und völlig verliebt in seine Rose überlässt er ihr im kalten Meer die letzte treibende Holztür, die ihr Überleben sichert, während Jack erfriert und in die Tiefen des Meeres sinkt. Ein Ergebnis der traurigen Titanic-Tragödie, mag man sagen. Doch drei australische 10.-Klässlerinnen widerlegen dieses Trauerspiel jetzt mit einer Rechnung, die es in sich hat.

Wissenschaft gegen Drama-Effekt

Wäre Jack die ganze Situation ein wenig wissenschaftlicher und logischer angegangen, hätten sie beide überleben und glücklich bis an ihr natürliches Lebensende zusammenleben können. Denn die Berechnung der Schülerinnen besagt, dass mit zwei unter der Holztür platzierten Schwimmwesten beide hätten auf dem Holzobjekt verbleiben können, bis Hilfe geeilt wäre. Natürlich hätte dem Film dann ein wesentlicher emotionaler Teil gefehlt, der ausschlaggebend für den Erfolg des Dramas war. Jedoch wären wiederum Millionen Kinoherzen im Jahre 1997 heil geblieben, wäre Jack dieser Trick eingefallen.

Wissenschaft ist Nebensache – wenn überhaupt

Dass die Wissenschaft in dramatischen Filmsituationen keine Rolle spielt, ist in unzählbaren Werken zu sehen. Sogar ganze Handlungen, auf die ein Film basiert, ignorieren die Gesetze der Wissenschaft. So weist auch der Kino-Hit „Jurassic Park“ einen groben wissenschaftlichen Fehler auf. In diesem Film werden mithilfe besonderer Gentechnik und uralter DNA-Stücke Dinosaurierklone erschaffen, die alle gemeinsam in einem Park leben und mehr oder weniger unerwartete Katastrophen verursachen. Doch nach den Gesetzen der Realität ist dieses Klonen völliger Unsinn, da Millionen Jahre alte DNA-Teile absolut unbrauchbar sind.

The Day after Reality

Auch in „The Day After Tomorrow“ spielt das Drama die Hauptrolle. Hurrikans, Flutwellen, Schneefälle und Wölfe eröffnen die beginnende Eiszeit durch den Klimawandel und lassen die gesamte Erde in katastrophale Verhältnisse versinken. Dieses gesamte Szenario ist wissenschaftlich betrachtet jedoch vollkommen lächerlich und haltlos.

Ein Drama bleibt ein Drama

Trotz der fernen Fantasien, die die Gesetze der Wissenschaft völlig ausblenden, sind alle drei Filme noch absolute Hits. Denn wenn es um Unterhaltung geht, sind Emotionen wichtiger als wissenschaftliche Fakten. Trotzdem gewannen die australischen Schülerinnen einen nationalen Mathematikpreis für ihre Titanic-Berechnungen. Denn interessant ist es allemal.

(jha)

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