Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Oscar-Verleihung

Jada Pinkett Smith und Spike Lee boykottieren Oscars

Los Angeles, 19.01.2016
Jada Pinkett Smith, Oscars, Boykott

Jada Pinkett Smith bei der Verleihung der Golden Globes Anfang Januar 2016.

Jada Pinkett Smith und Spike Lee wollen die Oscar-Verleihung boykottieren. Der Grund: Es sind keine schwarzen Schauspieler nominiert. 

Schauspielerin Jada Pinkett Smith veröffentlichte am Montag (18.01) auf ihrer offiziellen Facebook-Seite ein Video, in dem sie ein Statement zu den Oscar-Nominierungen abgibt. 

Zeit für Veränderung?

Jada Pinkett Smith fragt, ob es nicht für farbige Menschen an der Zeit wäre, anzuerkennen, dass sie inzwischen so viel Macht und Einfluss haben, dass sie nicht länger darum bitten müssten, um irgendwo eingeladen zu werden. "Sind wir in einer neuen Zeit angekommen, in der wir anerkennen sollten, dass wir nicht länger um Liebe, Anerkennung oder Respekt einer Gruppe betteln können? Ist es vielleicht an der Zeit, zur realisieren, dass wir, wenn wir uns selbst so lieben, anerkennen und respektieren wie wir es uns von anderen wünschen, wirklich Macht haben?

"Die Academy hat das Recht, zu würdigen, wen sie will und einzuladen, wen sie will. Und ich denke nun, dass es jetzt in unserer Verantwortung liegt, eine Veränderung herbeizuführen. Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir unsere Mittel zurückziehen und sie in unsere "Community", in unsere Programme stecken. 

Kein Betteln um Anerkennung

"Um Anerkennung zu betteln oder auch nur zu bitten, mindert die Würde, mindert die Macht. Und wir sind würdevolle Menschen, und wir haben Macht. Lasst uns das nicht vergessen. Lasst die Academy das tun, was sie will, und lasst es uns anders machen. 

Worte an Chris Rock

Am Ende ihres Statements richtet sich Jada Pinkett Smith an den schwarzen Comedian Chris Rock, der die Oscar-Verleihung präsentieren wird: "Chris, ich werde nicht dort sein und ich werde nicht im Fernsehen zuschauen. Aber ich kann mir niemanden vorstellen, der den Job besser machen könnte als du, mein Freund. Viel Glück. An alle anderen: Nothing but love. Peace."

Spike Lee kommentiert auf Instagram

Will Smith ging in diesem Jahr wie alle anderen afroamerikanischen Schauspieler bei den Nominierungen leer aus. Der Regisseur Lee, dem im vergangenen Jahr ein Ehren-Oscar verliehen worden war, schrieb bei Instagram: "Wie ist es möglich, dass zum zweiten Jahr in Folge alle 20 Anwärter in der Schauspielkategorie weiß sind?" Das wahre Problem sei jedoch nicht beim Filmpreis zu suchen, sondern in den Büros der Hollywood-Studios. Dort werde entschieden, welche Filme gemacht würden.

Statement von Präsidentin der Oscar-Akademie

Die afroamerikanische Präsidentin der Oscar-Akademie, Cheryl Boone Isaacs, äußerte sich am Montag in einer Mitteilung betrübt über die fehlende Vielfalt bei den Nominierten. Sie sei untröstlich und frustriert, schrieb sie. Die Akademie unternehme dramatische Schritte, um ihre Mitgliederschaft vielfältiger werden zu lassen. Es sei Zeit für große Veränderungen. Die rund 6.000 Mitglieder der Akademie entscheiden über Oscar-Nominierungen und -Gewinner. 

Lest auch: Mehr Nominierungen als Trophäen: Die ewigen Oscar-Verlierer

Die Nominierungen für die Oscars übersteigen bei weitem ihre tatsächlichen gewonnen Trophäen. Leonardo DiCapiro i ...

Das sagt unser Kino-Insider

Unser Kino-Insider Christian Aust ist übrigens der Meinung, dass es ein allgemeines Problem in Hollywood gäbe. Nicht nur, dass die Industrie von weißen Männern dominiert wird, sondern dass auch erst im Jahr 2010 das erste Mal eine Frau in der Kategorie "Beste Regisseurin" ausgezeichnet wurde. Erschütternd sei die Tatsache, dass dieses Jahr nur weiße Schauspieler nominiert sind, jedoch nicht. Der Film "Straight Outta Compton" hätte zwar mehr als nur einmal ("bestes Drehbuch") nominiert werden können, es sei jedoch nicht zwingend notwendig gewesen. Ein Film wie "12 Years A Slave" sei dieses Jahr einfach nicht dabei gewesen. Doch ist Hollywood dennoch rassistisch mit seinen Handlungen? "Das würde ich nicht so sagen. Die Präsidentin der Oscar-Academy Cheryl Boone Isaacs ist Afro-Amerikanerin. Spike Lee hat gerade erst den Oscar für sein Lebenswerk bekommen. Aber das ist ein Spiegelbild unserer westlichen Gesellschaft. Wie viele türkische Künstler werden beim deutschen Filmpreis ausgezeichnet? Man müsste - wenn man es anders will - Quoten einführen. Aber das möchte ja auch niemand."

(mgä/dpa)

comments powered by Disqus