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Radio Hamburg

Möglicherweise 10.000 Euro Strafe

John Galliano vor Gericht

Designer John Galliano

Modeschöpfer und Exzentriker John Galliano.

Der tiefe Fall des John Galliano. Schon jetzt könnte man ein Buch über den exzentrischen Designer schreiben, der wegen Nazi-Pöbeleien vor Gericht steht.

Paris - Der wegen Nazi-Pöbeleien angeklagte Modeschöpfer John Galliano muss bis zum 8. September auf sein Urteil warten. DieStaatsanwaltschaft beantragte am Mittwochabend eine Geldstrafe von mindestens 10.000 Euro. Die Verteidigung forderte Freispruch. In der siebenstündigen Verhandlung des Pariser Gerichts entschuldigte sich der Angeklagte wegen seiner verbalen Ausrutscher: "Ich verurteile Rassismus und Antisemitismus. Sie haben keinen Platz in unserer Gesellschaft." Zum Prozessauftakt hatte der Brite auf seine schwere Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit verwiesen.

Entgleisung angeblich wegen Medikamenten und Alkohol

Der 50-Jährige muss sich wegen schwerer Beleidigung von Besuchern einer Brasserie in zwei Fällen verantworten. "Dreckiges Judengesicht, Du solltest tot sein!" ist einer der Ausdrücke, die von ihm stammen sollen. Eine Klägerin wiederholte vor Gericht ihre Aussagen. Drei von fünf Zeugen, die Gallianos Pöbeleien gehört hatten, wollen aber keine anti-jüdischen Bemerkungen vernommen haben. Galliano gab an, dass er sich an nichts erinnern könne. Seit 2007 nahm er nach eigenen Angaben regelmäßig Medikamente - unter anderem Valium. Er habe auch zu verstärktem Alkoholkonsum geneigt. Für seine Alkoholsucht machte Galliano Versagensängste und hohen Stress nach dem Tod seines Freundes Steven Robinson verantwortlich: "Ich dachte, das Trinken würde helfen, (der Wirklichkeit) zu entfliehen."

Der exzentrische Brite war in einer weiten schwarzen Hose und einer dunklen Jacke erschienen, trug dazu ein Tuch um den Hals. Die langen Haare trug er offen, auch der charakteristische Oberlippenbart fehlte nicht. Bei einem der ihm zur Last gelegten Vorfälle war er nachweislich stark betrunken. Auf öffentliche rassistische Beleidigungen stehen in Frankreich bis zu sechs Monate Haft und 22.500 Euro Geldstrafe. Gefängnisstrafen werden allerdings nur äußerst selten für ein solches Delikt verhängt. Der exzentrische Brite ist seit dem Skandal um die Vorwürfe arbeitslos. Das Modehaus Dior, das auch das Label "John Galliano" kontrolliert, setzte ihn Anfang März vor die Tür. (dpa)