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Radio Hamburg

Wegen Steuerhinterziehung

Dolce & Gabbana zu 20 Monaten Haft verurteilt

Mailand, 20.06.2013
Dolce und Gabbana, Domenico Dolce, Stefano Gabbana, 2013

Die Designer Stefano Gabbana (l.) und Domenico Dolce wurden zu 20 Monaten Haft verurteilt.

Die Modedesigner Domenico Dolce and Stefano Gabbana sind wegen Steuerhinterziehung zu Haftstrafen von 20 Monaten verurteilt worden.

Und wieder reihen sich zwei Prominente in die Riege der Steuerhinterzieher ein. HipHop-Star Lauryn Hill ist gerade in den USA zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden, gegen Weltfußballer Lionel Messi ermittelt die Staatsanwaltschaft in Barcelona. Sein Vater und er sollen insgesamt 4,1 Millionen Steuern hinterzogen haben.

Mit fiktiven Firmen in Luxemburg eine Milliarde Euro Steuern hinterzogen?

Das entschied das Gericht in Mailand am Mittwoch (19.6.). Den Gründern des Mode-Unternehmens Dolce & Gabbana war vorgeworfen worden, mit fiktiven Firmen in Luxemburg eine Milliarde Euro Steuern hinterzogen zu haben. Vier weitere Beschuldigte wurden ebenfalls zu Haftstrafen verurteilt.

Dolce & Gabbana sind sich keiner Schuld bewusst

Die Anwälte des Duos kündigten an, das Urteil anfechten zu wollen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von zweieinhalb Jahren gefordert. Die Modedesigner wiesen in einem Interview mit der Tageszeitung "Corriere della Sera" im Januar jede Schuld von sich. "Wir sind sicher, dass wir immer korrekt gehandelt haben", sagte Gabbana. Der Verteidiger der beiden bezeichnete den Prozess als "paradox". "Es ist nicht möglich, dass ein Bürger doppelt so viel Steuern zahlt, wie er verdient", sagte er.

 

Prominente Steuerhinterzieher

Auch bei deutschen Prominenten scheint Steuerhinterziehung weit verbreitet zu sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit noch gegen Bayern-Präsident Uli Hoeneß, der sich im April 2013 selbst wegen Steuerhinterziehung angezeigt hatte. Andere deutsche Prominente wurden bereits wegen Steuerhinterziehung verurteilt.

Prominente Steuer-Sünder

Auch diese Prominenten haben Steuern hinterzogen

  • Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München.

    Im Januar 2013 zeigte Uli Hoeneß sich selbst wegen Steuerhinterziehung an, das Verfahren gegen ihn läuft noch. Trotzdem wurde er vom Führungsgremium des FC Bayern einvernehmlich als Aufsichtsratsvorsitzender bestätigt.

  • Klaus Zumwinkel, Ex-Vorstandschef der Deutschen Post

    Der frühere Post-Chef Klaus Zumwinkel wurde im Januar 2009 vom Landgericht Bochum zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Er hatte gestanden, über seine Stiftung in Liechtenstein Steuern in Millionenhöhe hinterzogen zu haben. Zusätzlich musste er eine saftige Geldstrafe bezahlen.

  • Boris Becker, Ex-Tennisspieler

    Boris Becker wurde im Oktober 2002 vom Landgericht München zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Außerdem musste er 300.000 Euro Geldstrafe zahlen und 200.000 Euro an karitative Einrichtungen überweisen. Boris Becker hatte zugegeben, zwischen 1991 und 1993 zwar in Monaco gemeldet gewesen zu sein, aber in München gelebt zu haben. Er habe somit bewusst falsche Angaben in seinen Steuererklärungen gemacht, um 3,3 Millionen Mark zu sparen. Er zahlte die Steuern nach.

  • Peter Graf, Vater der Tennisspielerin Steffi Graf

    Der Vater von Steffi Graf wurde 1995 wegen Steuerhinterziehung angeklagt und zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Es ging um rund 12 Millionen Mark hinterzogener Steuern. Peter Graf saß die Hälfte seiner Strafe ab, bevor er auf Bewährung frei kam.

  • Patrick Lindner, Schlagersänger

    Auch Schlagersänger Patrick Lindner zahlte 2005 eine Geldstrafe wegen Steuerhinterziehung. Er hatte 400.000 Euro Verlust aus der Vermietung einer Villa für die Jahre 1993 bis 1996 beim Fiskus geltend gemacht. In der Villa lebte jedoch zu dieser Zeit sein Manager und Lebensgefährte Michael Link.

 

(dpa/mgä)