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Radio Hamburg

The Hateful Eight-Skript

Wer hat Quentin Tarantinos Vertrauen missbraucht?

Los Angeles, 28.01.2014
Quentin Tarantino

Quentin Tarantino ist eigentlich bekannt für seine freundliche Art, doch wenn jemand sein Skript veröffentlicht ist mit dem Regisseur verständlicherweise nicht mehr gut Kirschenessen.

Quentin Tarantino wollte ein Western-Projekt drehen - doch jetzt droht der Film erst einmal zu platzen. Das Skript war vorab bekannt geworden. Wer hat das Vertrauen des Meister-Regisseurs missbraucht?

Star-Regisseur Quentin Tarantino (50) zieht vor Gericht, nachdem das Drehbuch zu seinem geplanten Western-Film "The Hateful Eight" durchgesickert ist. Wie die US-Branchenblätter "Variety" und "Hollywood Reporter" am Montag berichteten, geht Tarantino gegen das US-Unternehmen Gawker Media mit einer Millionenklage vor. Der Oscar-Preisträger ("Pulp Fiction", "Django Unchained") hatte sich vorige Woche darüber empört, dass sein Skriptentwurf zu dem Western veröffentlicht worden war.

Über einen Link auf dem Blog "Defamer" der Internetplattform Gawker konnten sich Nutzer Zugang zu dem Skript verschaffen. Tarantino klagt unter anderem wegen Verletzung des Urheberrechts. Gawker Media habe die Grenzen des Journalismus überschritten, zitierten die Branchenblätter aus der Klageschrift.

Vertrauensmissbrauch

Der Vertrauensmissbrauch habe ihn "sehr, sehr deprimiert", sagte der zweifache Oscar-Gewinner ("Pulp Fiction", "Django Unchained"). "Ich habe ein Skript geschrieben, einen ersten Entwurf, und ich
wollte ihn nicht verfilmen vor dem nächsten Winter, also in einem Jahr. Ich habe den Entwurf sechs Menschen gegeben und anscheinend ist das heute raus gekommen."

 Die Verdächtigen

Unter den sechs Menschen seien der Produzent Reggie Hudlin und die Schauspieler Michael Madsen, Bruce Dern und Tim Roth, sagte Tarantino. Er vermute, dass das Skript über einen Schauspielagenten
weitergeleitet wurde. "Ich gebe es sechs Menschen und wenn ich denen nicht vertrauen kann, habe ich keine Lust, es zu machen."

Dass das Skript durchgesickert sei, habe er erfahren, weil sein Agent Anrufe von anderen Agenten bekommen habe, die die von ihnen vertretenen Schauspieler für den Film anbieten wollten. Eigentlich fände er es gut, wenn seine Skripte vorab im Internet veröffentlicht und kommentiert werden, sagte Tarantino - aber diesmal sei das Projekt noch in einem zu frühen Zustand.

Zu späterem Zeitpunkt drehen

Möglicherweise werde er den Film zu einem späteren Zeitpunkt drehen. "Ich könnte meine Meinung ändern. Ich kann sicher sagen, dass es nicht das nächste Ding sein wird, das ich mache. Aber es gehört mir ja und wenn mich die Muse irgendwann küsst, machen wir es."

(dpa/kru)

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