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Nach Ed Sheeran Konzerten

Ticketmaster schließt Resale-Plattformen Seatwave und GET ME IN!

Hamburg, 15.08.2018
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Nachdem sich in letzter Zeit sich vermehrt Künstler wie Ed Sheeran gegen den Weiterverkauf von Tickets stellen, schließen nun zwei Plattformen.

Zwei Weiterverkaufs-Plattformen von Konzert-Tickets namens Get Me In und Seatwave, die zum Ticketmaster-Konzern gehören, schließen. Der Konzern ersetzt die beiden Plattformen durch eine Fan-zu-Fan-Börse, auf der Tickets mit maximal 15 Prozent Aufpreis verkaufen werden können. Seit Montag, dem 13. August, verkauft Ticketmaster keine Tickets für neue Events mehr über Get Me In und Seatwave. Ab Oktober dürfen dann nur noch Tickets bei Ticketmaster wiederverkauft werden, die bei der Plattform gekauft wurden.

Get Me In und Seatwave

Get Me In gab es seit 2008. Die Plattform war vor allem in Großbritannien aktiv. Seatwave gab es seit 2014 und sie war in Frankeich, Irland, Italien, Finnland, Spanien, Holland und Deutschland aktiv. Beide Webseiten waren sehr beliebt. Doch von Juni bis Juli 2018 verlor Get ME In ganz 38,8% seiner Besucher und Seatwave 14,5%. Grund dafür sind wahrscheinlich die europäischen Konkurrenten von Ticketmaster. Denn diese bieten bereits Fan-zu-Fan-Börsen an. Denn den Fans geht es in erster Linie nicht darum Gewinn zu machen, sondern darum ihre Kosten zu decken.

Ed Sheeran wehrt sich gegen den überteuerten Wiederverkauf

Ein andere Grund könnte der Widerstand einiger Stars wie Ed Sheeran sein, die sich gegen den Weiterverkauf ihrer Tickets zu weit überhöhten Preisen auf solchen Plattformen ausgesprochen haben. Ed Sheeran ging sogar so weit seine Tickets zu personalisieren und riet Fans die sich überteuerte Tickets bei Wiederverkäufern gekauft hatten, reguläre Tickets zu besorgen und sich das Geld für die anderen Tickets zurückzuholen. Dabei unterstützt Ed seine Fans in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen FanFair Alliance.

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Die Plattform Viagogo war die einzige, die Tickets für Ed Sheerans Konzerte wiederverkauft. Sie muss nun damit rechnen den Fans für die nutzlosen Tickets umgerechnet 1.4 Millionen Euro zurückzahlen zu müssen. Ed Sheerans Manager, Stuart Camp, sagte dazu: "Ein prominenter Star wie Ed hat geholfen das Problem in die Öffentlichkeit zu rücken. Ich hoffe andere Künstler folgen uns – nicht nur in Bezug auf die Richtlinien zu Tickets, die über Viagogo und so weiter gekauft werden, sondern auch in Bezug auf die Netzwerke zur Unterstützung der Fans um deren Probleme so schmerzlos wie möglich zu lösen."

Fast 28.000 Euro für ein Adele-Ticket

Die Aufschläge bei solchen Wiederverkaufs-Plattformen können extrem sein. Ein besonders extremes Beispiel war ein Ticket für Adele in der O2 Arena in London im März 2016, das auf Get Me In für umgerechnet 27.811 Euro, das etwa 290-fache des Originalpreises, angeboten wurde. Als Elton John Tickets Ende 2015 mit einem Höchstpreis von umgerechnet 100 Euro in den Verkauf gingen, erschienen einige Minuten später die gleichen Tickets auf den Wiederverkaufsseiten mit einem Preis von umgerechnet 560 Euro.

So kommen die überteuerten Preise Zustand

Die meisten gewöhnlichen Fans haben keine Chance. Innerhalb weniger Sekunden nach Verkaufsstart werden die Tickets zu Tausenden von einer kleinen, aber rücksichtslos effizienten Gruppe von Schwarzhändelrn gekauft. Sie verwenden mehrere Kreditkarten, um das Limit an Tickets, die eine Person kaufen kann, zu umgehen. Sie machen ihren Gewinn, indem sie die Tickets auf den Wiederverkaufs-Plattformen verkaufen. Obwohl die Fans wissen, dass die Tickets zu überhöhten Preisen auf diesen Plattformen verkauft werden, gibt es in der Regel genug Fans, die bereit sind diese Preise zu bezahlen. Der Schwarzhändler macht einen schnellen Gewinn, während die Wiederverkaufs-Plattforme eine Provision von bis zu 25%, manchmal sogar mehr, verlangt.

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