Radio Hamburg

Weg von den "Gute-Laune-Hits"

Popmusik wird laut Studie immer trauriger

Weltweit , 05.06.2018

Forscher der University of California haben nun herausgefunden, dass ein Großteil der Chartsongs immer melancholischer wird. Aber was ist der Grund dafür?

Forscher der University of California haben sich nun mit der Frage auseinandergesetzt, warum die meisten Popsongs an der Chartspitze momentan eher emotional und traurig sind. "You Let Me Walk Alone", "One Kiss" oder auch "No Tears Left To Cry" - achtet man auf die Lyrics, fällt auf, dass sie eine tiefgründige Botschaft haben. All diese und auch andere Mega-Hits hört ihr übrigens auch in unserem Hammer-Hit-Stream! Trotz des guten Wetters und dem bevorstehenden Sommer scheinen die Menschen also immer mehr solch melancholische Musik zu mögen. Aber wie kommt es dazu? Wir haben die Antwort! 

Inhalt wird unwichtiger 

Die Studienleiterin der Universität in Kalifornien kann diese Entwicklung ganz plausibel begründen und sagt, dass die Menschen die Lyrics zu vergessen scheinen und stattdessen einfach zum Beat tanzen wollen. Es sehe zwar so aus, als würde die Grundstimmung weniger froh sein, aber das sei nicht wahr. Wir müssen also wohl keine Angst haben, dass wir alle depressiver werden und uns deswegen immer mehr traurige Songs hören. 

Ariana Grande: No Tears Left To Crey 

Sängerin Ariana Grade macht's vor: Auch ein Song mit einer traurigen Message kann ein Mega-Hit werden und die Menschen zum Tanzen bewegen, denn der Song hat trotz seiner Lyrics einen coolen Beat. Gegenüber dem US-Magazin "The Fader" offenbarte Ariana vor Kurzem ihre schwere Vergangenheit und verriet, dass genau das die Art von Musik sei, die sie immer schon machen wollte. Die Trennung von ihrem Ex-Freund Mac Miller und der Anschlag in Manchester waren dabei Beweggründe für ihr viertes Studioalbum "Sweetener", indem unter anderem auch der Mega-Hit "No Tears Left To Cry" vorkommt. Sie selbst sagt dabei zu ihrem Album: "Ich war immer diese süße, singende, sexy tanzende, das sexy Ding eben. Aber jetzt ist es anders. Ich habe eine Message und die kommt tief aus meinem Herzen. Ich habe während ich geschrieben habe, hunderte Male geweint. Hier ist mein blutendes Herz"

Songs sollen zum Nachdenken anregen 

Eine Studie der Freien Universität Berlin ergab diesbezüglich ebenfalls etwas Interessantes. In unserer Gesellschaft gebe es eine kulturelle Entwicklung, durch die Emotionen mehr Aufmerksamkeit geschenkt bekommen würden als früher. "Gefühle rücken zunehmend in den Mittelpunkt unseres Selbstverständnisses. Zudem ist Ambivalenz eine wichtige Facette der Modernisierung. Beides führt zu einem reflexiven Umgang mit Emotionen, der sich in der Populärmusik spiegelt", vermutet der Soziologe Christian von Scheve von der FU Berlin.

Tom Walker mit "Leave A Light On" 

Auch Tom Walker beschäftigt sich in seinem neuen Song "Leave A Light On" mit Gefühlen und die Message dahinter ist ebenfalls sehr emotional und tiefgründig. An dem Tag, als Tom den Text für seinen Song verfassen wollte, ist einer seiner Freunde vermisst gemeldet worden und plötzlich verschwunden. Hinzu kam, dass er ein wichtiges Familienmitglied verloren hat. Diese zwei Dinge bewegten ihn dazu, den melancholischen Text zu verfassen und zwar mit der Botschaft "Ich lasse ein Licht für dich an". 

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