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Im Interview mit GQ

Pharrell Williams bereut seinen Mega-Hit "Blurred Lines"

Pharrell Williams auf einem Konzert

Pharrell Williams auf einem Konzert.

In einem Interview mit der GQ prangert Pharrell Williams die Aussagen seiner eigenen Musik an. Dabei geht es besonders um "Blurred Lines".

Pharrell Williams redet in seinem neuen GQ Interview unter anderem über Mode, Männlichkeit und einen seiner Nummer eins Hits "Blurred Lines". 

"Blurred Lines" ist ein "beschämendes" Lied

Pharrell erklärt in dem Interview, dass erst durch seinen Song "Blurred Lines" mit Robin Thicke ein Umdenken in Bezug auf Sexismus und Maskulinität bei ihm stattfand. Zu Beginn der Veröffentlichung des Songs freute er sich über die vielen positiven Reaktionen, auch von Frauen, die zu dem Song tanzten und mitsangen. Deswegen konnte er die negativen Kommentare nicht verstehen, die das Lied als "rapey" (dt.: vergewalterisch) bezeichnet hatten.

Besonders aufgrund von Songzeilen wie "I know you want it" (dt.: "Ich weiß du willst es") oder "The way you grab me, must wanna get nasty" (sinngemäß: "So wie du mich anpackst, willst du bestimmt schmutzige Dinge machen"), hagelte es Kritik. Genau solche Sätze werden oftmals auch Vergewaltigungsopfern von ihren Peinigern zum Vorwurf gemacht. Diese Erkenntnis hatte Pharrell erst spät, da er bei dem Song mehr positive Vibes aussenden wollte, als politische Statements abzugeben.

"Chauvinistische" Kultur im Song

Nach einiger Zeit realisierte Pharrell, dass die Kritik an den Zeilen berechtigt ist. Er sagte im Interview, dass er zwar selbst nie eine Frau ausnutzen würde, aber das manche Männer genau die gleiche Sprache benutzten, wenn sie eine Frau ausnutzen. Diese Erkenntnis schockierte Williams und ließ ihn auch andere Songs und Lyrics hinterfragen: "Es kommt darauf an, wie es Frauen in der Gesellschaft beeinflusst und wie sich jemand durch den Song fühlt", erklärte Pharrell gegenüber der GQ. Er unterstütze durch seine alten Lieder eine "chauvinistischen Kultur".

Gerichtliche Verurteilung wegen "Blurred Lines"

Robin Thicke, der den Song gesungen hatte, erhielt von einem Zusammenschluss britischer Frauenrechtsorganisatoren für den Song den Preis als "Sexist des Jahres 2013".

Im Jahr 2015 entschied ein amerikanisches Gericht das es sich bei "Blurred Lines", um ein Plagiat von dem Song "Got to Give It Up" handelt. Pharrell und Thicke mussten insgesamt 7,4 Millionen Euro an die Hinterbliebenden von Marvin Gaye bezahlen. 

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