Foto: Siegfried Baier / pixelio.de
Der Säugling starb in der Berliner Charité an einer Infektion mit dem Serratien-Keim.
Nach einem Todesfall wegen Keimen auf zwei Säuglingsstationen sucht die Berliner Charité intensiv nach der Herkunft des Erregers.
Die bisherigen Untersuchungen der Gegenstände und Flüssigkeiten auf den Stationen brachten kein Ergebnis, wie eine Sprecherin von Deutschlands größtem Universitätsklinikum am Sonntag bestätigte. Auch die rückwirkende Analyse der Nachweise des Serratien-Keims in diesem Jahr lieferte zunächst keine entscheidenden Hinweise.
Das im Oktober gestorbene Baby war mit einem Herzfehler in der Virchow-Klinik der Charité zur Welt gekommen und dann für eine Operation ins benachbarte Deutsche Herzzentrum verlegt worden. Fünf Tage nach der Operation starb das Neugeborene im Herzzentrum an einer Infektion mit den Serratien-Keimen. Auch die Staatsanwaltschaft ist bereits mit dem Fall befasst, so ein Sprecher.
An der Charité hatte es zuletzt sieben Erkrankungen mit dem Erreger gegeben. Bei weiteren 15 Kindern wurde der Keim gefunden, sie gerieten aber nicht in Gefahr. Die Uniklinik verhängte zunächst einen Aufnahmestopp an zwei ihrer fünf spezialisierten Stationen. Wo sich der gestorbene Säugling infiziert hat, ist bisher nicht gänzlich geklärt.
Serratien kommen in der Darmflora von Menschen, aber auch in der Umwelt vor. Für gesunde Menschen sind sie ungefährlich. Für Frühgeborene und schwer kranke Säuglinge seien sie aber besonders kritisch, hieß es.
Immer wieder starben in den vergangenen Jahren Babys in deutschen Kliniken vermutlich an Keimen. Die Ursache findet sich nicht immer. Seit dem vergangenen Jahr waren in Bremen mehrere Frühchen an multiresistenten Bakterien erkrankt, mindestens drei starben.
(pne/dpa)