Radio Hamburg

Europawahl Ergebnisse

Grüne jubeln - GroKo erleidet Klatsche

Europa

Die Europawahl hat bei vielen Parteien gemischte Gefühle ausgelöst. Absoluter Gewinner der Wahl sind aber wohl mit einem Plus von 9,8 Prozentpunkten die Grünen.  

Absolutes Wahlfiasko bei der Europawahl für die SPD und Union - die Grünen hingegen triumphieren. Das historische Desaster bei der Europawahl am vergangenen Sonntag (26.05.) der beiden großen Parteien müssen diese erstmal schlucken. Besonders die SPD hats schwer getroffen, immerhin wurden sie von den Grünen mit 20,5 Prozent erstmals vom zweiten Platz gedrängt. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kommt die Union auf 28,9 Prozent, die SPD erreicht gerade einmal 15,8 Prozent. Unklar ist, welche Konsequenzen vor allem die SPD zieht. Bereits vorher stand Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles intern in der Kritik. 

SPD verliert 11,5 Prozentpunkte

Ab Montagvormittag kommen dazu die Parteigremien zusammen. Am Nachmittag treffen sich dann die Koalitionsspitzen: Zunächst beraten sich die Spitzenpolitiker der Union, Kanzlerin Angela Merkel, CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer und der CSU-Vorsitzende Markus Söder. Wenig später sollen SPD-Chefin Andrea Nahles und Vizekanzler Olaf Scholz hinzukommen. Trotz des schlechten Ergebnis von Union und SPD bleiben CDU und CSU zusammen stärkste Kraft. Für die SPD, die von den Grünen von Platz zwei verdrängt wurde, kommt hinzu, dass sie bei der zeitgleichen Landtagswahl in Bremen hinter der CDU landete und damit ebenfalls ein Fiasko erlitt. Der Stadtstaat war jahrzehntelang eine SPD-Hochburg. Die Ergebnisse könnte Gegnern der großen Koalition innerhalb der SPD Aufwind geben und somit die Stabilität des schwarz-roten Regierungsbündnisses stark belasten. 

Gemischte Gefühle bei anderen Parteien

Auch die AfD ist mit ihrem Abschneiden bei der Europawahl nur bedingt zufrieden. Parteivorstandsmitglied Beatrix von Storch sprach zwar von einem "guten, stabilen Ergebnis". Die AfD-Bundestagsabgeordnete erklärte jedoch, dass die Schlussphase des Wahlkampfes für ihre Partei schwierig gewesen sei. "Wir hatten auf den letzten Metern keinen Rückenwind." Ein Grund sei die Debatte über das Ibiza-Video des Parteichefs der österreichischen FPÖ gewesen, das man "in unsere Nähe gerückt hat". Die AfD hatte bei der Europawahl am Sonntag 11 Prozent der Stimmen erhalten. Sie blieb damit hinter ihrem Bundestagswahlergebnis von 12,6 Prozent und hinter den Erwartungen vieler Parteifunktionäre zurück. Dennoch haben sie 3,9 Prozentpunkte hinzubekommen. Die Linke hingegen vergießt auch ein kleines Tränchen und liegt bei 5,5 Prozent (minus 1,9). Die FDP hingegen freut sich um 2,0 Plus-Prozentpunkte und liegt jetzt bei 5,4 Prozent. 

So lief die Wahl in Hamburg 

Grüne - 31,2 Prozent (bundesweit: 20,5)

SPD - 19,8 Prozent (bundesweit: 15,8)

CDU - 17,7 Prozent (mit CSU 28,8 Prozent)

Linke - 7,0 Prozent (bundesweit: 5,5)

AfD - 6,5 Prozent (bundesweit: 11,0)

FDP - 5,6 Prozent (bundesweit: 5,4)

Die Partei - 3,8 Prozent (bundesweit: 2,4)

Tierschutzpartei - 1,4 Prozent (bundesweit: 1,5)

Volt - 1,2 Prozent (bundesweit: 0,7)

Piraten - 0,8 Prozent (bundesweit: 0,6)

ÖDP - 0,7 Prozent (bundesweit: 1,0)

Freie Wähler - 0,4 Prozent (bundesweit: 2,2)

Familien-Partei - 0,3 Prozent (bundesweit 0,7)

NPD - 0,1 Prozent (bundesweit: 0,3)